Geschäftsumfeld

Wirtschaftliches Umfeld 2011

Weltwirtschaft verliert an Dynamik

Nach einem positiven Jahresauftakt wurde die Weltwirtschaft im weiteren Jahresverlauf 2011 von einigen Krisen erschüttert. In der ersten Jahreshälfte waren vornehmlich zwei Faktoren für die Abschwächung der Weltwirtschaft verantwortlich: zum einen die Natur- und Atomkatastrophe in Japan, die rund um den Globus eine Unterbrechung von Lieferketten verursachte, zum anderen der steile Anstieg der Rohstoffpreise, der die realen Einkommen von Privathaushalten und die Gewinne von Unternehmen erheblich schmälerte. In der zweiten Jahreshälfte dann eskalierte die europäische Staatsschuldenkrise und führte zu starken Turbulenzen am Finanzmarkt. Vor diesem Hintergrund hielt die weltweite Konjunkturabkühlung an und die Eurozone stand zum Jahresende am Rande einer Rezession.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den Industrieländern im Durchschnitt um rund 1,3 %. Dabei wuchsen die USA und die Eurozone mit Raten von 1,7 % beziehungsweise 1,5 % ähnlich stark. Wie schon im Jahr 2010 zeigten sich innerhalb der Eurozone deutliche Unterschiede: Das BIP in Griechenland und Portugal ging um 6 % beziehungsweise 1,3 % zurück, während andere Länder – etwa Finnland und Österreich – ein gesundes Wachstum von mehr als 2,5 % erzielten. Mit einem Anstieg des BIP von 3 % erwies sich Deutschland 2011 erneut als wichtiger Motor für die europäische Wirtschaft. Die Schwellenmärkte verbuchten im Durchschnitt Wachstumsraten von nahezu 6 %. Dabei wuchsen die asiatischen Schwellenmärkte durch die wirtschaftliche Entwicklung mit durchschnittlich 7,8 % besonders dynamisch.

Aufgrund der schwelenden europäischen Staatsschuldenkrise stieg die Volatilität an den weltweiten Börsen deutlich an. Die meisten wichtigen Aktienmärkte beendeten das Jahr im Minus. Immer mehr Marktteilnehmer zweifelten offensichtlich an der politischen Tragfähigkeit einer wirtschaftlich nachhaltigen Lösung der Finanzkrise. Staatsanleihen der sogenannten Peripherieländer sowie einiger Kernländer der Eurozone mussten daher höhere Risikoaufschläge in Kauf nehmen. Gleichzeitig fielen die Renditen deutscher Staatsanleihen, die immer häufiger als „sicherer Hafen“ angesteuert wurden, auf einen historischen Tiefstand von weniger als 2 %. Der Euro, der in der ersten Jahreshälfte deutliche Kursgewinne gegenüber dem US-Dollar verbucht hatte, geriet in der zweiten Jahreshälfte stark unter Druck und musste daher mehr als die Hälfte der Gewinne aus dem ersten Halbjahr wieder abgeben.

Informationen darüber, was die Allianz zur Abfederung möglicher Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise unternommen hat, sowie zu unserem direkten Engagement in einigen der potenziell betroffenen Länder finden Sie in unserem Risikobericht.

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