Überblick über den Geschäftsverlauf 2011

  • Der Umsatz ist leicht auf 103,6 Mrd € gesunken.
  • Das operative Ergebnis bestätigte mit 7 866 Mio € unsere Erwartungen und belegte die fundamentale Stärke unseres Geschäfts.
  • Die Turbulenzen an den Finanzmärkten belasteten den Jahresüberschuss in Höhe von 2 804 Mio € deutlich.
  • Unsere Solvabilitätsquote blieb mit 179 % stark.1

Segmentüberblick

Die Allianz Gruppe besteht aus unseren Konzernunternehmen in über 70 Ländern und der Muttergesellschaft Allianz SE. Die Gruppenergebnisse werden nach Geschäftssegmenten gegliedert: Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und Krankenversicherung, Asset Management sowie Corporate und Sonstiges. Dabei stammt der überwiegende Teil des operativen Ergebnisses zwar weiterhin aus dem Versicherungsgeschäft, doch ist der Beitrag aus dem Asset Management in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

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Kennzahlen

Jahr Gesamter Umsatz Operatives Ergebnis   Jahres­über­schuss Solvabilitäts­quote1
  Mio € Mio € Δ | Veränderung zum Vorjahr Mio € %
1Solvabilität gemäß der EU-Richtlinie über Finanzkonglomerate. Außerbilanzielle Bewertungsreserven werden im Rahmen der Berichterstattung an die Aufsichtsbehörden nur auf Antrag als verfügbare Eigenmittel angesetzt. Die Allianz SE hat bisher keinen Antrag auf Anerkennung gestellt. Ohne die außerbilanziellen Bewertungsreserven beläuft sich die Solvabilitätsquote auf 170 % (2010: 164 %, 2009: 155 %). 2Jahresüberschuss aus fortzuführenden Geschäftsbereichen
2011 103 560 7 866 2 804 179
2010 106 451 8 243 5 209 173
2009 97 385 7 044 4 6502 164
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Ergebnisübersicht

Wirtschaftliches Umfeld 2011

2011 war ein außergewöhnlich schwieriges Jahr für die Allianz und ihre Wettbewerber.

An der Schwere der Naturkatastrophen gemessen, zählte es zu den problematischsten Jahren für die Versicherungsbranche überhaupt: Das Erdbeben und der Tsunami in Japan mit dem darauf folgenden Zusammenbruch des Atomkraftwerks in Fukushima kosteten tragischerweise nicht nur zahlreiche Menschenleben, sondern erwiesen sich auch für die Versicherer als zweitschlimmstes Katastrophenereignis aller Zeiten. Hinzu kamen noch das Erdbeben in Neuseeland und die schweren Überflutungen in Australien und Thailand – insbesondere Letztere hatten Konsequenzen für Elektronik- Unternehmen in aller Welt. Und auch in Deutschland, unserem größten Markt, galt es mehrere schwere Unwetter zu verkraften.

Darüber hinaus sanken die Zinssätze auf historische Tiefststände – auf allen Märkten und für sämtliche Anlage- und Risikoklassen. Wegen dieses Trends, der mittlerweile schon fast zum „neuen Normalzustand“ geworden ist, ging die Nachfrage nach anlageorientierten Lebensversicherungen zurück. Aber auch der Vertragsbestand im Lebensversicherungsgeschäft geriet durch diese Entwicklung unter Druck.

Belastet wurde die Versicherungsbranche außerdem durch die schweren Verwerfungen an den Finanzmärkten, die in erster Linie durch die Staatsverschuldung in der Eurozone verursacht wurden. Kurz gefasst traf uns die Krise an zwei Fronten: Erstens war an den Finanzmärkten bei einigen Staatsanleihen ein drastischer Anstieg der Spreads zu beobachten. Hier zeichnete sich zudem ein Paradigmenwechsel ab: Galt Anfang 2011 die Zahlungsunfähigkeit eines Euro-Mitgliedslandes noch als unwahrscheinlich, so avancierte dieses Szenario zwischenzeitlich zur konkreten Bedrohung und löste so eine Massenflucht hin zu sicheren Anlagen aus. In der Folge mussten wir den Wert der griechischen Staatsanleihen in unserem Bestand schrittweise und im Einklang mit ihrem immer weiter sinkenden Marktwert mindern. Zweitens stieg durch die Eurokrise die Volatilität von Aktien und Unternehmensanleihen. Besonders betroffen waren davon die Titel von Finanzdienstleistern. Dementsprechend wurden sowohl unsere operativen als auch unsere nichtoperativen Erträge durch Wertminderungen belastet, die in unserem Aktienportfolio – insbesondere bei ausgewählten strategischen und finanziellen Beteiligungen – vorgenommen werden mussten.

Vor dem Hintergrund dieser widrigen Einflüsse wollen wir mit der nachfolgenden Darstellung unseres Ergebnisses die fundamentale Stärke unseres Geschäfts dennoch schlüssig nachweisen. Auch 2012 werden wir voraussichtlich weitere Klippen zu umschiffen haben, da die europäische Staatsschuldenkrise nach wie vor nicht gelöst ist. Informationen zu den Vorkehrungen, die wir deshalb getroffen haben, finden Sie im Risikobericht.

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Gesamtaussage des Vorstands zu den Ergebnissen 2011

Der Gesamtumsatz ging intern2 gerechnet zwar leicht um 2,1 % zurück, lag mit 103 560 Mio € aber wieder über der Marke von 100 Mrd €. Die Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete ein moderates Wachstum, im Asset Management legte der Umsatz deutlich zu. Im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft blieben die Beiträge aus dem traditionellen Lebensversicherungsgeschäft relativ stabil, das Segment insgesamt musste jedoch einen Umsatzrückgang verbuchen – vorwiegend wegen der sinkenden Nachfrage nach anlageorientierten Produkten, aber auch, weil wir die Rentabilität im Neugeschäft nicht zugunsten wachsender Umsätze gefährden wollten.

Das Operative Ergebnis sank um 4,6 % auf 7 866 Mio € – in erster Linie aufgrund des geringeren Anlageergebnisses im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft und der höchsten jemals verzeichneten Ansprüche aus Naturkatastrophen in der Schaden- und Unfallversicherung. Im Asset Management war erfreulicherweise wieder eine Steigerung des operativen Ergebnisses erzielt worden. Auch im Segment Corporate und Sonstiges verbesserte sich das operative Ergebnis. In Folge lag das gesamte operative Ergebnis innerhalb unseres Zielkorridors zwischen 7,5 und 8,5 Mrd €.

Der Jahresüberschuss ging um deutliche 46,2 % auf 2 804 Mio € zurück. Vor allem unser stark rückläufiges nichtoperatives Kapitalanlageergebnis machte sich hier bemerkbar, wobei der Rückgang wiederum direkt und indirekt aus der europäischen Staatsschuldenkrise resultierte: direkt, weil die Wertminderungen griechischer Staatsanleihen sowohl unser operatives als auch unser nichtoperatives Anlageergebnis stark belasteten, und indirekt wegen des Verfalls der Börsenwerte, den die europäische Staatsschuldenkrise insbesondere bei Papieren von Finanzinstituten aus Europa und weltweit verursachte. Dieser Preisverfall wirkte sich negativ auf einige unserer großen Engagements aus, beispielsweise in Papieren der Commerzbank oder von The Hartford.

Trotz der europäischen Staatsschuldenkrise ist unsere Kapitalausstattung stark. Das Eigenkapital wuchs um 1,0 % auf 44 915 Mio €. Unsere Finanzkonglomerate-Solvabilität lag mit 179 % sogar über dem Zielkorridor von grundsätzlich 150 bis 170 %.

1Solvabilität gemäß der EU-Richtlinie über Finanzkonglomerate. Außerbilanzielle Bewertungsreserven werden im Rahmen der Berichterstattung an die Aufsichtsbehörden nur auf Antrag als verfügbare Eigenmittel angesetzt. Die Allianz SE hat bisher keinen Antrag auf Anerkennung gestellt. Ohne die außerbilanziellen Bewertungsreserven beläuft sich die Solvabilitätsquote auf 170 % (2010: 164 %, 2009: 155 %). 2Im intern gerechneten Umsatzwachstum bleiben Effekte aus Währungsumrechnungen sowie Übernahmen und Verkäufen unberücksichtigt. Eine Überleitung des nominalen Umsatzwachstums auf das intern gerechnete Umsatzwachstum – nach Segmenten gegliedert und für die Allianz Gruppe insgesamt – finden Sie hier.

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