Bruttobeiträge1

Die Bruttobeiträge stiegen um 2,3 % – dabei stammen 1,5 % aus einem positiven Volumeneffekt und 0,8 % aus einem positiven Preiseffekt. Etwa die Hälfte dieses Wachstums machte dabei unsere Ernteausfallversicherung in den USA aus. Der restliche Beitragsanstieg – vorwiegend aus Südamerika, bei der AGCS, Großbritannien und Australien – wurde durch Rückgänge in unserem Rückversicherungsgeschäft zum Teil aufgehoben.

Nominal verbesserten sich die Bruttobeiträge um 2,0 % oder 877 Mio € auf 44 772 Mio €. Wechselkurseffekte hatten eine negative Auswirkung von 84 Mio €. Hauptursache dafür waren die Wertminderungen des US-Dollars und der türkischen Lira gegenüber dem Euro, was zum Teil durch Wertsteigerungen des Schweizer Frankens und des australischen Dollars2 aufgefangen wurde.

Bruttobeiträge nach Regionen / Ländern zum 31. Dezember 2011 [31. Dezember 2010]3 in %


Bruttobeiträge nach Regionen / Ländern zum 31. Dezember 2011 [31. Dezember 2010]<sup>3</sup>
3Nach Bereinigung länder- und segmentübergreifender Transaktionen zwischen Gesellschaften der Allianz Gruppe. Die Bruttobeiträge aus unserem Spezialversicherungsgeschäft sind in dieser Darstellung den entsprechenden geografischen Regionen zugeordnet worden.

Der Analyse der Preis- und Volumeneffekte auf das interne Beitragswachstum legen wir vier Kategorien zugrunde, die das interne Wachstum der Jahre 2011 und 2010 miteinander vergleichen:

Kategorie 1:

Gesamtwachstum – Preis- und Volumeneffekte sind positiv.

Kategorie 2:

Gesamtwachstum – entweder Preis- oder Volumeneffekte sind positiv.

Kategorie 3:

Gesamtrückgang – entweder Preis- oder Volumeneffekte sind positiv.

Kategorie 4:

Gesamtrückgang – Preis- und Volumeneffekte sind negativ.

Über einen Beitragsrückgang der Kategorie 4 berichten wir 2011 nicht, da keine der hier dargestellten operativen Einheiten sowohl negative Preiseffekte als auch negative Volumeneffekte verzeichnete.

Bruttobeiträge nach operativen Einheiten – interne Wachstumsraten 1, 2 in %


Bruttobeiträge nach operativen Einheiten – interne Wachstumsraten <sup>1, 2</sup>
1vor Bereinigung länder- und segmentübergreifender Transaktionen zwischen Gesellschaften der Allianz Gruppe 2Allianz Risk Transfer (ART) wird nun in der AGCS ausgewiesen. Die vergangenen Jahre wurden entsprechend angepasst.
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Kategorie 1

In Südamerika verbuchten wir Bruttobeiträge in Höhe von 1 846 Mio €. Das interne Wachstum betrug 19,8 %, wozu alle Länder dieser Region beitrugen. Den höchsten Beitrag zur positiven Entwicklung leistete Brasilien, vor allem durch die Geschäftsbereiche „Marine Insurance“, Luftfahrt- und Transportversicherungen sowie die Auto- und Krankenversicherungen. Daneben wirkten sich auch neu gewonnene große Firmenkunden positiv auf das Wachstum aus.

In Grossbritannien verbesserten sich die Bruttobeiträge auf 2 111 Mio €, und das trotz negativer Wechselkurseffekte in Höhe von 25 Mio €. Dank des Aufschwungs in unserem Autoversicherungsgeschäft sowohl mit Privat- als auch mit Firmenkunden erzielten wir ein deutliches Wachstum von 10,1 %, das zudem von Tarifanhebungen (hauptsächlich in unserem Autoversicherungsgeschäft) in dem wieder anziehenden Markt profitierte. Dies führte zu einem positiven Preiseffekt von circa 4,1 %.

In den USA erhöhten sich die Bruttobeiträge auf 3 415 Mio €, trotz negativer Wechselkurseffekte in Höhe von 223 Mio €. Das starke interne Wachstum von 9,8 % resultierte aus einem positiven Volumeneffekt in unserer Ernteausfallversicherung aufgrund höherer Rohstoffpreise. Unser Firmenkunden- und Privatkundengeschäft hingegen verlor an Volumen, was dem anhaltend schwachen Markt geschuldet ist. Preiserhöhungen in allen Geschäftsbereichen führten allerdings insgesamt zu einem positiven Preiseffekt von etwa 1,7 %.

In Australien beliefen sich die Bruttobeiträge auf 2 508 Mio €. Selbst um die positiven Wechselkurseffekte in Höhe von 156 Mio € bereinigt, verzeichneten wir noch ein robustes internes Wachstum von 8,1 %. Dabei profitierten wir davon, dass das Geschäftsvolumen sowohl mit Privat- als auch mit Firmenkunden über unsere Vertreter- und Brokervertriebskanäle erheblich zunahm. Der Preiseffekt war mit rund 2,1 % insgesamt positiv.

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Kategorie 2

In der Region Asien-Pazifik beliefen sich die Bruttobeiträge dank der starken Entwicklung unserer Geschäftsbereiche in Malaysia auf 486 Mio €. Das interne Wachstum betrug 10,9 %. Die Übertragungen unseres Geschäfts in Singapur und Hongkong von Asien-Pazifik in die AGCS sowie unserer chinesischen Geschäftsstelle von Deutschland auf Asien-Pazifik sind dabei bereits berücksichtigt. Der negative Preiseffekt wurde auf 0,2 % geschätzt.

In unserem Kreditversicherungsgeschäft betrugen die Bruttobeiträge 1 902 Mio € – eine Verbesserung um 7,6 %. Das Plus resultierte aus dem Anstieg des Geschäftsvolumens unserer Kunden, der sich im vierten Quartal 2011 jedoch verlangsamte. Der Preiseffekt war mit rund 4,4 % insgesamt negativ, da wir aufgrund rückläufiger Schäden unseren Kunden höhere Nachlässe gewährten.

Bei der AGCS stiegen die Bruttobeiträge auf 4 918 Mio €. Unter Berücksichtigung mehrerer Geschäftsübertragungen auf die AGCS betrug unser internes Wachstum 6,2 %. Das Wachstum resultierte aus dem höheren Umsatz bei Vermögensschadenhaftpflicht, „Marine Insurance“ und Haftpflichtversicherungen sowie aus unseren Geschäften in Brasilien. Wir schätzen den negativen Preiseffekt auf insgesamt 0,5 %.

In Frankreich nahmen die Bruttobeiträge um 0,4 % auf 3 313 Mio € zu. Angesicht der anziehenden Märkte wurden die Tarife über das gesamte Portfolio erhöht, insbesondere in unserem Privatkundengeschäft. Dies führte insgesamt zu einem positiven Preiseffekt von circa 3,4 %. Unser Firmenkundengeschäft hingegen entwickelte sich aufgrund der Portfolioanpassungen, besonders im Flottengeschäft, weiterhin rückläufig.

In Spanien blieben die Bruttobeiträge mit 2 011 Mio € stabil. Erneut gelang es uns dort, in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bessere Ergebnisse zu erzielen als der Markt. Das interne Wachstum belief sich auf 0,3 %, wobei die Übertragung der Geschäftsbereiche „Marine Insurance“, Luftfahrt- und Transportversicherungen an die AGCS bereits berücksichtigt wurde. Besonders hart wirkte sich die Rezession auf unser Firmenkundengeschäft aus und führte zu einem negativen Preiseffekt von rund 2,3 %.

In Italien betrugen die Bruttobeiträge 3 990 Mio €. Hier erzielten wir mit 0,1 % ein leichtes Wachstum: Deutliche Preiserhöhungen in unserem Autoversicherungsgeschäft und ein zweistelliges Wachstum unserer direkten Kanäle glichen die sonstigen Volumenverluste mehr als aus. Unser Nicht-Kraftfahrtgeschäft hingegen war angesichts des schwierigen Geschäftsumfelds und unserer strengen Vorschriften zur Zeichnung von Neugeschäft leicht rückläufig. Wir schätzen den positiven Preiseffekt auf insgesamt 3,4 %.

In Deutschland verbuchten wir Bruttobeiträge in Höhe von 8 979 Mio €. Bereinigt um die Übertragung unserer chinesischen Geschäftsstelle auf Asien-Pazifik stiegen die Bruttobeiträge um 0,1 %. Zwar profitierten wir von einem positiven Preiseffekt in Höhe von circa 1,5 %, insbesondere aus unserem Nicht-Kraftfahrtgeschäft, doch wurde dieser durch Volumenverluste in unserem Autoversicherungsgeschäft und in unserem Nicht-Kraftfahrtgeschäft nahezu ausgeglichen.

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Kategorie 3

In Mittel- und Osteuropa verringerten sich die Bruttobeiträge auf 2 563 Mio €, negative Wechselkurseffekte in Höhe von 34 Mio € inbegriffen. Der Gesamtrückgang in unserem ungarischen und rumänischen Autoversicherungsgeschäft konnte nur teilweise durch eine Erholung in Russland, Polen und der Tschechischen Republik ausgeglichen werden. Dies führte zu einem negativen internen Wachstum von 1,2 %; davon entfielen circa 3,6 % auf den negativen Preiseffekt, der aus Tarifreduzierungen bei Vertragserneuerung resultierte, und zwar insbesondere in unserem ungarischen und rumänischen Autoversicherungsgeschäft.

1Um Informationen besser vergleichbar zu machen, kommentieren wir die Entwicklung unserer Bruttobeiträge intern gerechnet, das heißt bereinigt um Wechselkurs- und (Ent-)Konsolidierungseffekte. 2Basierend auf dem vierteljährlichen durchschnittlichen Wechselkurs von 2011 im Vergleich zu 2010.

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