Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis im Segment Schaden- und Unfallversicherung analysieren wir hinsichtlich des versicherungstechnischen Ergebnisses, des operativen Kapitalanlageergebnisses und des sonstigen Ergebnisses1.

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
Versicherungstechnisches Ergebnis 701 999 866
Operatives Kapitalanlageergebnis 3 394 3 218 3 117
Sonstiges Ergebnis 101 87 81
Operatives Ergebnis 4 196 4 304 4 064

Das Operative Ergebnis betrug 4 196 Mio € und ging damit um 108 Mio € zurück.

Unser Versicherungstechnisches Ergebnis sank um 298 Mio € auf 701 Mio €. Hauptsächlich war dieser Rückgang auf deutlich höhere Belastungen aus Naturkatastrophen zurückzuführen, der teilweise durch positive Preisentwicklungen und eine Erholung unseres Geschäfts in Italien und Frankreich ausgeglichen wurde.

Unser Operatives Kapitalanlageergebnis verbesserte sich, begünstigt durch höhere Dividendenerträge, um 176 Mio € auf 3 394 Mio €.

Die Combined Ratio lag bei 97,8 %, nach 97,2 % im Jahr 2010. Dabei wurden deutlich höhere Belastungen aus Naturkatastrophen durch eine positive Preisentwicklung, ein günstigeres Abwicklungsergebnis und niedrigere Abschluss-und Verwaltungsaufwendungen teilweise kompensiert.

Unsere auf das Schadenjahr bezogene Schadenquote betrug 74,1 %, wobei sich Naturkatastrophen mit 4,4 Prozentpunkten auswirkten. Die Nettoschadenaufwendungen aus Naturkatastrophen – unsere höchsten jemals – beliefen sich auf 1 764 Mio €, was größtenteils auf die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Überschwemmungen in Thailand zurückzuführen war. Das Jahr 2010 im Vergleich: Damals waren 3,2 Prozentpunkte der auf das Schadenjahr bezogenen Schadenquote in Höhe von 73,0 % auf Schäden durch Naturkatastrophen entfallen.

Versicherungstechnisches Ergebnis

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
1Enthält den versicherungstechnischen Anteil (Deckungsrückstellungen für Versicherungsverträge und übrige versicherungstechnische Rückstellungen) der „Veränderungen der Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge (netto)“. Weitere Informationen finden Sie unter Angabe 34 im Konzernanhang.
Verdiente Beiträge (netto) 39 898 39 303 37 828
Auf das Schadenjahr bezogene Schadenaufwendungen –29 580 –28 685 –27 387
Auflösungen von Schadenrückstellungen aus den vergangenen Jahren 1 660 1 544 1 067
Schadenaufwendungen (netto) –27 920 –27 141 –26 320
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) –11 115 –11 044 –10 540
Veränderungen der Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge (netto) (ohne Aufwendungen für Beitragsrückerstattungen)1 –162 –119 –102
Versicherungstechnisches Ergebnis 701 999 866

Lässt man Naturkatastrophen unberücksichtigt, so verbesserte sich die auf das Schadenjahr bezogene Schadenquote geringfügig. Die insgesamt höhere jährliche Durchschnittsprämie, das geringere Volumen an Großschäden und die günstige Entwicklung bei Schadenhäufigkeit und -höhe wurden durch zwei Effekte zum Teil kompensiert: Zum einen durch das starke Wachstum unserer Ernteausfallversicherung in den USA, die strukturell eine höhere Schadenquote aufweist, zum anderen durch Verschlechterungen in unserem Kreditgeschäft, wobei dessen Rentabilitätsniveau immer noch außerordentlich hoch ist.

Folgende Einheiten wirkten sich günstig auf die Entwicklung der auf das Schadenjahr bezogenen Schadenquote aus:

  • Italien: 0,6 Prozentpunkte. Hier profitierte die Schadenquote von Preiserhöhungen, vor allem in der Autoversicherung (Haftpflicht), sowie von strengen Maßnahmen zur Sicherung der Rentabilität. Der insgesamt stark positive Trend bei der Schadenhäufigkeit glich den Anstieg der Schadenhöhe, vor allem in der Autoversicherung (Haftpflicht), mehr als aus.
  • Frankreich: 0,5 Prozentpunkte, die vor allem auf die hohen Belastungen aus Naturkatastrophen im Jahr 2010 sowie auf eine positive Entwicklung der Großschäden zurückzuführen waren. Da sich der französische Markt wieder erholte, konnten wir zudem auch von Tariferhöhungen, vor allem im Privatkundengeschäft, profitieren.
  • Mittel- und Osteuropa: 0,4 Prozentpunkte. Im Jahr 2010 hatten Überschwemmungen in der Tschechischen Republik, in Ungarn, Polen und der Slowakei erhebliche Schäden verursacht, während wir 2011 in dieser Region keine wesentlichen Belastungen aus Naturkatastrophen verzeichneten. Zudem verbesserten wir die Basisschadenquote in den meisten unserer Gesellschaften, vor allem im Nicht-Kraftfahrtgeschäft.

Belastet wurde die auf das Schadenjahr bezogenen Schadenquote von folgenden Einheiten:

  • Rückversicherung: 1,1 Prozentpunkte. Sie resultierten ausschließlich aus den außerordentlich hohen Schäden aus Naturkatastrophen im Jahr 2011.
  • AGCS: 0,7 Prozentpunkte. Hier verzeichneten wir in einem ohnehin weichen Marktumfeld höhere Belastungen aus Naturkatastrophen und Großschäden.
  • USA: 0,6 Prozentpunkte. Vor allem die vergleichsweise höheren Belastungen durch den Hurrikan „Irene“ und weitere Unwetterereignisse wirkten sich hier negativ aus. Darüber hinaus nahmen die Schäden in unserer Berufsunfallversicherung zu, was aber auch der allgemeinen Marktentwicklung entsprach. Negativ wirkte sich zudem der höhere Anteil der Bruttobeiträge aus der Ernteausfallversicherung aus, die strukturell höhere Schadenquoten bei gleichzeitig niedrigeren Kostenquoten hat.
  • Deutschland: 0,2 Prozentpunkte. Ausschlaggebend war eine Serie von Unwetterereignissen im August und September, die zu einem höheren Volumen und höheren Schadenkosten führte als die Naturkatastrophen im Jahr 2010. Darüber hinaus stiegen auch die durchschnittlichen Schadenkosten hauptsächlich aufgrund der Schadeninflation. Wir verbesserten weiterhin unsere Schadenbearbeitungsprozesse. Preiserhöhungen kompensierten die oben genannten Effekte nur zum Teil.

Unser Abwicklungsergebnis profitierte 2011 zum einen von der günstigen Entwicklung der Rückstellungen für nichtamerikanische asbestbedingte Schäden in Höhe von 130 Mio €, zum anderen von der positiven Entwicklung eines Großschadens aus einem früheren Geschäftsjahr in Höhe von 163 Mio €. Erforderliche Reserveverstärkungen für Schäden aus der Berufsunfallversicherung in den USA wurden durch günstige Entwicklungen – der Auflösung von Rückstellungen in Folge von Neubewertungen in einigen unserer operativen Einheiten (wie zum Beispiel Italien und Spanien) – kompensiert, wovon das Abwicklungsergebnis profitierte.

Im Jahr 2011 beliefen sich die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen auf insgesamt 11 115 Mio €, nach 11 044 Mio € im Vorjahr. Mehrere Sondereffekte in den Jahren 2010 und 2011 verbesserten unsere Kostenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 27,9 %. Der zugrunde liegende Trend blieb unverändert.

Operative Anlageerträge1

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
1Die operativen Anlageerträge für unser Segment Schaden-und Unfallversicherung umfassen das operative Kapitalanlageergebnis, wie in Angabe 6 im Konzernanhang angegeben, und die Aufwendungen für Beitragsrückerstattungen (netto) (Überschussbeteiligung), wie in Angabe 34 im Konzernanhang angegeben. 2Bezieht sich auf die Überschussbeteiligung, vor allem aus dem UBR-Geschäft (Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung), und enthält den anlagebezogenen Teil der Veränderungen der Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge (netto). Weitere Informationen finden Sie unter Angabe 34 im Konzernanhang.
Zinserträge und ähnliche Erträge (bereinigt um Zinsaufwendungen) 3 717 3 588 3 508
Operative Erträge aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und -passiva (netto) 48 18 118
Operative realisierte Gewinne/Verluste (netto) 21 42 57
Operative Wertminderungen auf Finanzanlagen (netto) –46 –9 –75
Aufwendungen für Finanzanlagen –236 –240 –238
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung (netto)2 –110 –181 –253
Operative Anlageerträge 3 394 3 218 3 117

Die Operativen Anlageerträge beliefen sich auf 3 394 Mio € und erzielten damit – vor allem aufgrund höherer Zinserträge und ähnlicher Erträge (bereinigt um Zinsaufwendungen) – ein Plus von 176 Mio €.

Die Zinserträge und ähnlichen Erträge (bereinigt um Zinsaufwendungen) erhöhten sich um 129 Mio € auf 3 717 Mio €. Der Grund waren höhere Dividendenerträge, da die Dividenden im Vergleich zum Vorjahr wegen 59 Mio € höherer Sonderausschüttungen von Private-Equity-Fonds angestiegen waren. Der gesamte durchschnittliche Kapitalanlagebestand nahm um 3,7 % von 92,9 Mrd € zum 31. Dezember 2010 auf 96,3 Mrd € Ende 2011 zu.

Die operativen Erträge aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und -passiva (netto) verbesserten sich um 30 Mio € auf 48 Mio €, vor allem aufgrund des Währungsergebnisses.

Zugleich verzeichneten wir niedrigere operative realisierte Gewinne / Verluste (netto) in Höhe von 21 Mio €, gegenüber 42 Mio € im Vorjahr.

Die operativen Wertminderungen auf Finanzanlagen (netto) erhöhten sich um 37 Mio € auf 46 Mio € und spiegelten damit den Verlauf der Aktienmärkte wider.

Übriges Ergebnis

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
Provisions- und Dienstleistungserträge 1 154 1 099 1 075
Sonstige Erträge 31 22 19
Provisions- und Dienstleistungsaufwendungen –1 070 –1 024 –995
Sonstige Aufwendungen –14 –10
Kreditausfallrückstellungen –18
Übriges Ergebnis 101 87 81

Informationen zum Segment Schaden- und Unfallversicherung

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
1Im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung entspricht der gesamte Umsatz den Bruttobeiträgen. 2Verhältnis von Schadenaufwendungen (netto) zu verdienten Beiträgen (netto) 3Verhältnis von Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu verdienten Beiträgen (netto) 4Verhältnis von Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) sowie Schadenaufwendungen (netto) zu verdienten Beiträgen (netto)
Bruttobeiträge1 44 772 43 895 42 523
Abgegebene Rückversicherungsbeiträge –4 552 –4 346 –4 574
Veränderung in Beitragsüberträgen –322 –246 –121
Verdiente Beiträge (netto) 39 898 39 303 37 828
Zinserträge und ähnliche Erträge 3 771 3 680 3 612
Operative Erträge aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und -passiva (netto) 48 18 118
Operative realisierte Gewinne/Verluste (netto) 21 42 57
Provisions- und Dienstleistungserträge 1 154 1 099 1 075
Sonstige Erträge 31 22 19
Operative Erträge 44 923 44 164 42 709
     
Schadenaufwendungen (netto) –27 920 –27 141 –26 320
Veränderung der Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge (netto) –272 –300 –355
Zinsaufwendungen –54 –92 –104
Kreditausfallrückstellungen –18
Operative Wertminderungen auf Finanzanlagen (netto) –46 –9 –75
Aufwendungen für Finanzanlagen –236 –240 –238
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) –11 115 –11 044 –10 540
Provisions- und Dienstleistungsaufwendungen –1 070 –1 024 –995
Sonstige Aufwendungen –14 –10
Operative Aufwendungen –40 727 –39 860 –38 645
     
Operatives Ergebnis 4 196 4 304 4 064
     
Schadenquote2 in % 69,9 69,1 69,5
Kostenquote3 in % 27,9 28,1 27,9
Combined Ratio4 in % 97,8 97,2 97,4

1Bezieht sich auf die Überschussbeteiligung, vor allem aus dem UBR-Geschäft (Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung), und enthält den anlagebezogenen Teil der Veränderungen der Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge (netto). Weitere Informationen finden Sie unter Angabe 34 im Konzernanhang.

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