Gesamte Beitragseinnahmen1

Im Jahr 2011 verzeichneten wir Beitragseinnahmen von 52 863 Mio €, und damit einen Rückgang von intern gerechnet 3 953 Mio € beziehungsweise 6,9 %. Das traditionelle Versicherungsgeschäft hingegen entwickelte sich insgesamt stabil und ging intern gerechnet um nur 0,5 % zurück. Insgesamt war das Beitragswachstum vor allem in Belgien, der Schweiz sowie Mittel- und Osteuropa nicht ausreichend, um die Rückgänge auf den anderen wichtigen Märkten – Italien, Asien-Pazifik, Frankreich und Deutschland – auszugleichen. Teilweise waren diese Rückgänge auch auf einen außerordentlich starken Prämienanstieg im Jahr 2010 zurückzuführen, den wir Produktneueinführungen und steuerlichen Anreizen in einigen Märkten zu verdanken hatten und 2011 nicht wiederholen konnten.

Wie vielen anderen Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche machte uns im Berichtsjahr auch die anhaltende Krise zu schaffen. Unsere Umsätze litten zudem unter dem hohen Wettbewerbsdruck – vor allem der Bankenvertrieb von Produkten mit niedrigerer Marge war davon betroffen. Darüber hinaus bewirkten die allgemein niedrigen Zinssätze einen Prämienrückgang bei anlageorientierten Produkten. Durch verbesserte Produkte und Programme zur Gewinnoptimierung versuchen wir die Auswirkungen, die durch die niedrigen Zinssätze hervorgerufen werden, aktiv zu begrenzen. Der gestiegene Anteil des Geschäfts gegen laufende Prämie gegenüber dem Einmalbeitragsgeschäft im Vergleich zu 2010 unterstreicht darüber hinaus die Konzentration auf margenstärkere Produkte. Um unsere Ertragskraft nicht zu gefährden, entschlossen wir uns daher, Geschäfte mit geringen Margen beziehungsweise unprofitable Geschäfte aufzugeben, wie zum Beispiel in Japan.

Gesamte Beitragseinnahmen nach Regionen/Ländern zum 31. Dezember 2011 [31. Dezember 2010]2 in %


Gesamte Beitragseinnahmen nach Regionen/Ländern zum 31. Dezember 2011
[31. Dezember 2010]<sup>2</sup>
2nach Bereinigung länder- und segmentübergreifender Transaktionen zwischen Gesellschaften der Allianz Gruppe

Gesamte Beitragseinnahmen – Interne Wachstumsraten in ausgewählten Märkten3 in %


Gesamte Beitragseinnahmen – Interne Wachstumsraten in ausgewählten Märkten<sup>3</sup>
3vor Bereinigung länder- und segmentübergreifender Transaktionen zwischen Gesellschaften der Allianz Gruppe 4Ab dem ersten Quartal 2010 wurde Luxembourg Life für die Finanzberichterstattung in Belgien konsolidiert.

In Südamerika verzeichneten wir ein Prämienwachstum von intern gerechnet 32,1 % und erzielten Beitragseinnahmen von insgesamt 72 Mio €. Da wir in dieser Region keine anlageorientierten Produkte anbieten, ist das gesamte Wachstum unserem traditionellen Versicherungsgeschäft zu verdanken, vor allem der positiven Entwicklung bei Risikolebensversicherungs- und Rentenprodukten.

Die Beitragseinnahmen in Belgien und Luxemburg betrugen 1 275 Mio €; das interne Wachstum belief sich auf 102 Mio €, von denen 88 Mio € aus anlageorientierten Produkten stammten. Das belgische Lebensversicherungsgeschäft (+ 77 Mio €) profitierte hauptsächlich vom guten Verlauf des Privatkundengeschäfts. Darüber hinaus trieb ein frisch eingeführtes Online-Tool die Neuabschlüsse bei Pensions- und Versicherungsschutzprodukten in die Höhe. Das Lebensversicherungsgeschäft in Luxemburg leistete einen Wachstumsbeitrag in Höhe von 29 Mio €.

Die Beitragseinnahmen in Mittel- und Osteuropa stiegen von 1 057 Mio € auf 1 113 Mio €. Dies entspricht einer internen Wachstumsrate von 6,1 %. Erhöht haben sich dabei vorwiegend die Einnahmen in Russland (um 36 Mio €) und Polen (um 17 Mio €). Der Großteil des Wachstums ist unserem traditionellen Geschäft zu verdanken. Doch auch die anlageorientierten Produkte legten zu: Vor allem in Polen stieg die Nachfrage nach fondsgebundenen Produkten.

In Spanien erhöhten sich die Beitragseinnahmen sowohl nominal als auch intern gerechnet um 39 Mio €, oder 4,2 %, auf 965 Mio €. Die schwache Konjunktur, eine hohe Arbeitslosenquote und der intensive Wettbewerb durch Banken, die hohe Zinsen für kurzfristige Einlagen anboten, erwiesen sich als echte Herausforderungen. Trotz dieser schwierigen Marktsituation ist unser Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen auch in Spanien beachtlich gewachsen: In erster Linie legten die anlageorientierten Produkte zu (um 30 Mio €), doch auch unser traditionelles Geschäft entwickelte sich besser als im Vorjahr. Den größten Beitrag dazu leisteten kurzfristige Anlage-, Renten- und Individualversicherungsprodukte.

Die Beitragseinnahmen in der Schweiz beliefen sich auf 1 707 Mio €, bei einem internen Wachstum von 48 Mio € oder 3,3 %. Dabei stammte die positive Entwicklung zum einen aus unserem Geschäft mit Gruppenlebensversicherungen, das einen Anstieg aus laufenden Prämien verzeichnete, zum anderen von Einzellebensversicherungen mit hohen Einmalbeiträgen. Aber auch bei anlageorientierten Produkten verbuchten wir einen Prämienanstieg.

Die Beitragseinnahmen in den USA beliefen sich auf 7 786 Mio €; damit verzeichnete die Allianz ein internes Wachstum von 41 Mio € oder 0,5 %. Diese stabile Entwicklung resultierte aus zwei gegenläufigen Effekten: steigende Umsätze mit Variable-Annuity-Produkten einerseits und sinkende Verkaufszahlen bei indexgebundenen Rentenprodukten andererseits. So stiegen die Umsätze mit Variable-Annuity-Produkten mit einem Plus von 19,9 % auch im Jahr 2011 mit anhaltender Dynamik und setzten damit den Wachstumstrend seit ihrer Wiedereinführung Ende 2009 fort. Die außerordentlich hohen Verkaufszahlen bei indexgebundenen Rentenprodukten in 2010 hingegen konnten wir im Berichtszeitraum nicht wiederholen. In der ersten Jahreshälfte 2011 sanken sie zunächst auf ein normales Niveau, fielen aufgrund von Produkt-und Preisänderungen ab Jahresmitte dann jedoch stark ab.

Unser Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland erwirtschaftete 2011 Beitragseinnahmen von 15 673 Mio €, was intern gerechnet einem Rückgang von 1,8 % entspricht. Der leichte Anstieg bei anlageorientierten Produkten konnte den Rückgang im traditionellen Versicherungsgeschäft nicht ausgleichen. Unser Geschäft mit laufenden Beiträgen legte zwar zu, doch das Geschäft mit Einmalprämien entwickelte sich schwierig, was dazu führte, dass die Beitragseinnahmen für das Neugeschäft insgesamt zurückgingen. Erfreulicherweise sank 2011 auch die Stornorate weiter, um 17 Basispunkte auf 4,2 %. Mit 3 204 Mio € zeigten sich die Beitragseinnahmen im deutschen Krankenversicherungsgeschäft stabil (– 0,2 %), wobei die Anzahl der versicherten Einzelpersonen dank Zusatzversicherungen um 1,9 % anstieg. Sowohl die laufenden Prämien als auch die Zahl der Versicherten profitierten von der niedrigeren Stornorate.

Frankreich verzeichnete einen Prämienrückgang von 8 014 Mio € auf 7 705 Mio €, oder intern gerechnet ein Minus von 5,9 %. Vor dem Hintergrund eines allgemein rückläufigen Marktes für Lebensversicherungen ging unser Geschäft mit Vertriebspartnern sowohl bei den Investmentprodukten als auch im Bereich der Einzellebensversicherung zurück. Dafür gab es mehrere Ursachen: Erstens trug bereits die Ankündigung einer neuen Steuer auf Lebensversicherungen im Jahr 2011 zur Kaufzurückhaltung der Kunden bei, auch wenn diese Steuer letztendlich von der französischen Regierung nicht eingeführt wurde. Zweitens investierten französische Sparer zunehmend lieber in kurzfristige Produkte mit attraktiven Zinssätzen als in anlageorientierte Lebensversicherungen. Drittens hatten unsere Umsätze 2010 von zusätzlichen, zeitlich begrenzten Aktionsangeboten profitiert, die 2011 geringer ausfielen. Insgesamt gesehen entwickelte sich das Geschäft gegen Einmalprämie rückläufig, während das Geschäft gegen laufende Prämie leicht zulegte.

Unser Versicherungsgeschäft in Italien wurde 2011 von verschiedenen Faktoren stark negativ beeinflusst. In der Folge ging das Prämienaufkommen intern gerechnet um 22,6 % zurück. Die gesamten Beitragseinnahmen beliefen sich auf 6 915 Mio €. Neben der stagnierenden Konjunktur wirkte sich vor allem die Entwicklung des Bankassurance-Geschäfts mit niedrigen Margen negativ aus, da die Banken eigene Produkte mit höheren Zinssätzen auf Einlagen anboten, um mehr Liquidität zu generieren. Zudem hatte die Allianz in Italien 2010 von Steueranreizen für Auslandsinvestitionen und dadurch von außergewöhnlich hohen Beitragseinnahmen profitiert, die 2011 ausblieben. Dies ließ die Beitragseinnahmen aus anlageorientierten Produkten massiv einbrechen, während die Rückgänge im traditionellen Geschäft vergleichsweise geringer ausfielen.

Die Beitragseinnahmen in der Region Asien-Pazifik gingen von 6 487 Mio € auf 4 970 Mio € deutlich zurück. Intern gerechnet verringerten sie sich – vor allem wegen Taiwan, Japan und Südkorea – um 23,7 % oder 1 535 Mio €. Taiwan verzeichnete einen Rückgang um 889 Mio €, hauptsächlich wegen hoher steuerliche Anreize im Jahr 2010. Das Neugeschäft fiel dort aber auch deshalb schwächer aus, weil fondsgebundene Produkte aufgrund der unsicheren Weltwirtschaft an Attraktivität verloren. Zum Schutz unserer Marge haben wir uns im September 2011 entschieden, in Japan keine neuen Verträge mehr abzuschließen. Infolgedessen sanken die Beitragseinnahmen dort um 735 Mio €. In Südkorea gingen die Beitragseinnahmen um 168 Mio € zurück; dies resultierte im Wesentlichen aus dem schrumpfenden Bankassurance-Markt, für den seit April 2011 neue Vorschriften gelten.

1Um Informationen besser vergleichbar zu machen, kommentieren wir die Entwicklung unserer Bruttobeiträge intern gerechnet, das heißt bereinigt um Wechselkurs- und (Ent-)Konsolidierungseffekte.

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