Wirtschaftlicher Ausblick

Bitte lesen Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen.

Nach einem leichten Einbruch um die Jahreswende 2011/2012 dürfte die Weltwirtschaft im weiteren Jahresverlauf wieder an Fahrt aufnehmen. Ein moderater Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung von 2,8 % für das Jahr 2012 und von 3,3 % für das Folgejahr (2011: 2,8 %) ist zu erwarten. Die Tatsache, dass sich sowohl Staatshaushalte als auch der Privatsektor auf beiden Seiten des Atlantiks an die hohen Schuldenniveaus anpassen müssen, wird die Wirtschaftsaktivität weiterhin beeinträchtigen. Die in den USA, Japan und Europa indes nach wie vor lockere Geldpolitik sowie günstige Finanzierungsbedingungen lassen allerdings wirtschaftliche Impulse für Privathaushalte und für den Unternehmenssektor erwarten. Eine Straffung der Geldpolitik im Euroraum dürfte kaum vor dem Jahr 2013 eintreten. In den USA dürfte dieser Schritt sogar noch länger auf sich warten lassen. Die Schwellenmärkte sind weiterhin ein bedeutender Wachstumsmotor der Weltwirtschaft und nehmen eine immer wichtigere Rolle ein. Für die Schwellenmärkte erwarten wir in diesem Jahr ein Wachstum von 5,3 % und von 5,9 % im nächsten Jahr.

Die US-Wirtschaft dürfte sich 2012 stabilisieren und höhere Wachstumsraten als 2011 vorweisen. Für dieses und das nächste Jahr erwarten wir ein Wachstum zwischen 2,0 % und 2,3 % (2011: 1,7 %). Im Euroraum dürfte die Wirtschaftsleistung 2012 nur geringfügig zunehmen. Während fiskalische Sparmaßnahmen hinderlich wirken werden, dürften der globale Aufschwung, eine schwächere Währung und unterstützende Geldpolitik für Wachstumsimpulse sorgen. Die Wirtschaftsleistung von Volkswirtschaften mit einem höheren Konsolidierungsbedarf könnte stagnieren oder schrumpfen. Für die Jahre 2012 und 2013 wird für den Euroraum insgesamt jedoch ein BIP-Wachstum von 0,3 % beziehungsweise 1,3 % erwartet. Die deutsche Wirtschaft wird ein für den Euroraum überdurchschnittliches Wachstum erzielen – positiv beeinflusst durch die gesunde Binnennachfrage, den stabilen Arbeitsmarkt und einen vergleichsweise geringen Bedarf zur Konsolidierung des Haushalts. Nach einem realen BIP-Wachstum von 1,0 % in diesem Jahr dürfte im kommenden Jahr mit einem Anstieg von 1,8 % zu rechnen sein.

Der Wachstumsmotor in Europa wird nur dann wirklich in Schwung kommen, wenn die europäische Staatsschuldenkrise nicht bis zu dem Punkt eskaliert, an dem Staaten den Bankrott erklären oder aus der Eurozone ausgeschlossen werden müssen. Selbst auf diese nachteiligen Szenarien müssen wir vorbereitet sein. Wir haben daher verschiedene Maßnahmen getroffen, um derlei Effekte zu begrenzen. Im Verlauf dieses Jahres dürfte die Staatsschuldenkrise allmählich an Brisanz verlieren, wenn die auf dem EU-Gipfel getroffenen Entscheidungen umgesetzt werden, die Staatshaushalte ihren Sparkurs fortsetzen und die Maßnahmen der EZB, eine Kreditklemme zu verhindern, Wirkung zeigen. (siehe hier)

Weitere Risiken, die den wirtschaftlichen Ausblick erheblich eintrüben könnten, liegen in einer möglichen Unterbrechung der weltweiten Ölversorgung aufgrund von geopolitischen Spannungen, einem erneuten Aufflammen der Bankenkrise und sozialen Unruhen.

Obgleich sich die Finanzmärkte im Hinblick auf die europäische Staatsschuldenkrise nun etwas beruhigt haben, werden deutsche Staatsanleihen nach wie vor als „sicherer Hafen“ angesehen. Renditen auf zehnjährige Bundesanleihen liegen daher bei unter 2,0 %. Wenn dieser Fluchteffekt wieder etwas abklingt, dürften die Renditen auf deutsche Staatsanleihen im Jahr 2012 allmählich die 2,5 bis 3,0 % ansteuern – ein Niveau, das eher den makroökonomischen Fundamentaldaten entspricht. Am Aktienmarkt stehen die Zeichen für eine kräftige Erholung gut. Hierfür sorgen solide Unternehmensgewinne, niedrige Zinssätze und vergleichsweise attraktive Kurs-Gewinn-Verhältnisse. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Risikoscheu wieder steigt und die Aktienmärkte dann wieder an Boden verlieren.

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