Ausblick für die Branche

Bitte lesen Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen.

Der für 2012 und 2013 erwartete weltweite Wirtschaftsaufschwung dürfte auch der Versicherungsbranche neue Dynamik verleihen. Dabei gehen wir davon aus, dass das Branchenwachstum in den Schwellenländern während des gesamten Zeitraums robust bleiben und über den Wachstumsraten in den Industrieländern liegen wird.

Weiter andauern dürften auch die finanziellen Turbulenzen der letzten Jahre – solange, bis die Märkte von einer Lösung der Staatsschuldenkrise durch die Politik überzeugt sind. Da dies noch dauern könnte, dürfte auch der Druck auf die Bilanzen der Versicherer anhalten, ebenso wie der weitere Abbau von Risiken bei Investitionen. Damit würde sich der seit einigen Jahren bestehende Trend fortsetzen – beziehungsweise beim Abbau von Risiken sogar noch weiter verstärken, falls die Solvency-II-Richtlinie in ihrer aktuellen Form umgesetzt wird. Im Anschluss an eine Übergangsphase wird die vollständige Umsetzung von Solvency II nunmehr frühestens 2014 erwartet, da derzeit immer noch zahlreiche wichtige fachliche Probleme in der Diskussion sind.

In der Schaden- und Unfallversicherung erwarten wir, dass der langsame Preisanstieg des Jahres 2011 auch 2012 und 2013 anhalten wird. Solche zyklischen Trends sind meist recht stabil und korrelieren nur in geringem Maß mit dem wirtschaftlichen und finanzpolitischen Umfeld. Vielmehr erhält diese Preisentwicklung ihre Dynamik durch eine ganze Reihe von Faktoren: Hierzu gehören einerseits versicherungstechnische Verluste aufgrund jahrelanger Preisunterbietungen und erheblicher Belastungen aus Naturkatastrophen in den Jahren 2010 und 2011, eine ungünstige Entwicklung der Schadenreserven sowie geringere Kapitalanlagerenditen. Zugleich erwarten wir andererseits eine steigende Nachfrage wegen der Einführung neuer Katastrophenmodelle in den USA und Europa, der konjunkturellen Erholung und der verstärkten Marktdurchdringung in Schwellenländern. Alles in allem gehen wir 2012 und 2013 von einer leichten Steigerung der Margen bei Neuabschlüssen aus, rechnen jedoch auch mit Nachwirkungen des anhaltend schwachen Marktes, wozu eine deutliche Preisunterbietung zählt, die sich in unterschiedlichem Maße bei den verschiedenen Unternehmen zeigen wird.

In der Lebensversicherung rechnen wir weiterhin mit relativ niedrigen Zinssätzen, was den Absatz und die Rentabilität auf etablierten Märkten beeinträchtigt. In den Schwellenmärkten erwarten wir hingegen ein solides Wachstum. Insgesamt werden traditionelle Lebensversicherungsprodukte aufgrund der hohen Bereitstellungskosten für Garantien und der strikten Kapitalanforderungen für die Versicherer immer weniger attraktiv. Außerdem gehen wir davon aus, dass der Wettbewerb zu Banken bei kurzfristigen Sparprodukten intensiv bleibt – zum Nachteil des Bankassurance-Vertriebs von Lebensversicherungen. Falls die Zinssätze ihr niedriges Niveau wie erwartet halten, könnte sich der Mix unseres Lebensversicherungsgeschäfts langsam in Richtung rentablerer fondsgebundener Produkte und Vorsorgeprodukte verlagern. Mit dieser Verschiebung dürften sich auch die Rentabilität unserer Neuabschlüsse erhöhen und unsere Ergebnisse qualitativ verbessern.

Aufgrund der beträchtlichen Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Weltwirtschaft und die politischen Rahmenbedingungen wird für die Finanzmärkte auch für das Jahr 2012 und darüber hinaus eine anhaltend hohe Volatilität erwartet. Diese unsicheren Aussichten drücken auf die Anlegerstimmung und sorgen so für gedämpfte Wachstumserwartungen für die gesamte Asset-Management-Branche. Aufgrund der hohen Staatsverschuldungen und steigender Sparneigung privater Haushalte hinken die Wachstumsraten auf den wichtigsten OECD-Märkten auch weiterhin den langfristigen Trends hinterher, sodass die kurzfristigen Wachstumsaussichten der Asset Management-Branche durch diese Marktbedingungen zumindest teilweise eingeschränkt zu sein scheinen. Das betrifft sowohl Rentenanlagen als auch den Aktienbereich. Zudem ist es schwer zu sagen, ob und inwieweit die Asset Management-Branche von potenziellen Auswirkungen der anhaltenden Unsicherheit über die Entwicklung des globalen aufsichtsrechtlichen Umfeldes betroffen sein wird (beispielsweise durch eventuell höheren Verwaltungsaufwand und Kapitalbedarf). Viel wird davon abhängen, dass wir uns weiterhin auf die Bedürfnisse unserer Kunden konzentrieren und ihre Portfolios verwalten, um Anlageresultate zu erzielen, die die Benchmark übertreffen. Zwar haben wir uns auf die aktuellen Unsicherheiten des Marktes eingestellt, bleiben aber vom Trend des generellen Anlegerverhaltens abhängig. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir dank der umfassenden Palette der von uns angebotenen Anlagelösungen in der Lage sein werden, Kapitalmittelzuflüsse auch in einem unsteten Umfeld, das von den unterschiedlichsten Anlagepräferenzen und Erwartungen geprägt ist, für uns zu gewinnen.

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