Beurteilung der erwarteten Ertragslage und Umsätze 2012 durch den Vorstand

Bitte lesen Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen.

Unser Gesamtumsatz ist 2011 leicht auf 103,6 Mrd € gesunken, was intern gerechnet einem Rückgang um 2,1 % entspricht. Damit lag der Umsatz zwar über dem Niveau von 2009, aber insbesondere im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft machte sich der Einfluss der aktuellen Instabilität an den Finanzmärkten auf die Nachfrage nach anlageorientierten Produkten bemerkbar. Außerdem hatte – in geringerem Umfang – die Wechselwirkung zwischen Umsatzvolumen und Margen einen Effekt. Letztendlich wird der Gesamtumsatz vom Marktzyklus, den Entwicklungen an den Finanzmärkten und unserer Fähigkeit abhängen, neue Geschäftschancen zu nutzen, die wir im Abschnitt Chancen geschildert haben.

Unser Produktportfolio weist länderspezifische Unterschiede auf; deshalb sind Angaben über künftige Absatzmärkte und über Produkteinführungen regional unterschiedlich. Die Zusammensetzung unseres Produktportfolios und unsere Absatzmärkte werden sich voraussichtlich nicht wesentlich ändern.

2011 lagen wir mit unserem operativen Ergebnis von 7,9 Mrd € im Zielkorridor. Das Ergebnis litt darunter, dass die Schäden aus Naturkatastrophen über den Erwartungen lagen. Außerdem fiel das Finanzanlageergebnis wegen der europäischen Staatsschuldenkrise schlechter aus.

Angesichts der zuvor beschriebenen grundlegenden Unsicherheiten und der Empfindlichkeit unseres nichtoperativen Ergebnisses gegenüber ungünstigen Entwicklungen am Kapitalmarkt geben wir keine Prognose zum Jahresüberschuss ab. Da wir aber keine weiteren Verwerfungen an den Kapitalmärkten erwarten, sollte sich – vom niedrigen Stand 2011 ausgehend – der Jahresüberschuss wieder leicht erholen.

In diesem Szenario erwarten wir für 2012 ein operatives Ergebnis von 8,2 Mrd € plus oder minus 0,5 Mrd €. Voraussetzung dafür ist, dass es zu keinen wesentlichen Abweichungen von den hier dargelegten Annahmen und den unten angeführten segmentspezifischen Abhängigkeiten kommt. Dieser Schwankungsbreite liegt die Abhängigkeit des operativen Ergebnisses von Änderungen der Zinssätze und Wechselkurse zugrunde:

  • Ein Zinsanstieg (Zinsrückgang) um 100 Basispunkte würde das operative Ergebnis um circa 0,2 Mrd € steigern (verringern). Darin sind die Zeitwertanpassungen zinssensitiver Positionen nicht berücksichtigt, die in unserer Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden.
  • Eine zehnprozentige Abwertung (Aufwertung) des durchschnittlichen US-Dollars gegenüber dem Euro-Richtkurs von 1,36 hätte einen negativen (positiven) Effekt von 0,3 Mrd €.
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Schaden- und Unfallversicherung

Die Bruttobeiträge sollten 2012 – gestützt durch günstige Preis- und Volumeneffekte – moderat innerhalb des Korridors von 2,0 % bis 3,0 % wachsen. Für 2013 erwarten wir eine weitere Beschleunigung des Umsatzwachstums. Gemäß dieser geplanten Entwicklung sollte sich das Wachstum, das wir im Jahr 2011 verzeichnen konnten, nochmals beschleunigen (intern gerechnet).

Treiber hinter dem voraussichtlichen Wachstum werden 2012 vor allem unsere Global Insurance Lines & Anglo Markets sein. Auch in einigen unserer Kernmärkte wie Italien und Frankreich sollte es zu Ergebnisverbesserungen kommen. Wir gehen davon aus, dass das 2011 zu beobachtende, allgemein bessere Umfeld für Preissteigerungen weiterhin an Dynamik gewinnt. In Ländern mit fortgesetzt schwachen Marktbedingungen werden wir auch künftig auf Risikoauswahl und unsere Pricingtools setzen. Allerdings wollen wir kein Wachstum um jeden Preis erreichen. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, ein herausragendes versicherungstechnisches Ergebnis zu erreichen, indem wir an unserer strengen Zeichnungspolitik festhalten. Bei unzureichenden Margen sind wir bereit, auf Umsatzwachstum zu verzichten.

Das operative Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung belief sich 2011 auf 4,2 Mrd €. Die Combined Ratio lag bei 97,8 %. Das Ergebnis litt unter außerordentlich hohen Schäden aus Naturkatastrophen, die mit 1,8 Mrd € höher ausfielen als je zuvor und sogar 0,5 Mrd € über den Schäden des Vorjahres lagen. Trotz zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit außergewöhnlich hohen Schäden durch Naturkatastrophen, der Sprunghaftigkeit ihres Auftretens und ihres Schadenvolumens, halten wir an unseren Langzeitprognosen zum durchschnittlich zu erwartenden Ausmaß derartiger Schäden für 2012 und 2013 fest.

Wir streben weiterhin eine Combined Ratio von 96 % an. 2012 sollten wir uns diesem Ziel weiter nähern. Die Gesamtwirkung der besseren Preisstruktur, des besseren Schadenmanagements und der gesteigerten Produktivität sollte den Einfluss der grundlegenden Schadeninflation übertreffen. Eine Veränderung der Combined Ratio um einen Prozentpunkt würde sich mit 0,4 Mrd € auf unser Ergebnis 2012 auswirken. Wir weisen aber darauf hin, dass wegen der kurzen Haltefristen bei Kapitalanlagen in der Schaden- und Unfallversicherung sowie aufgrund der Niedrigzinsumgebung die Kapitalanlageerträge weiter unter Druck stehen werden. Wir streben aber stets danach, unsere Anlagestrategie den aktuellen Marktbedingungen anzupassen.

Insgesamt erwarten wir für 2012 ein operatives Ergebnis zwischen 4,0 und 5,0 Mrd €. 2013 sollte sich das Ergebnis noch weiter verbessern.

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Lebens- und Krankenversicherung

Die Umsätze gingen 2011 um 4,2 Mrd € auf 52,9 Mrd € zurück. Nach außerordentlich hohen Umsätzen im Jahr 2010 machte sich der Rückgang vor allem in Deutschland, Italien, Frankreich und Asien-Pazifik bemerkbar. Die Umsatzentwicklung litt 2011 unter den niedrigen Zinsen und der allgemein problematischen Marktlage. Darüber hinaus hat unser Fokus auf angemessene Margen dazu geführt, dass sich unser Geschäftsschwerpunkt auf Produkte mit höheren Margen und laufenden Beiträgen verlagert hat. Da wir von einem Andauern der schwierigen Marktverhältnisse ausgehen, sollte der Umsatz 2012 stabil bleiben. Wir erwarten für 2013 einen moderaten Anstieg der Beiträge sowohl bei traditionellen Lebensversicherungen als auch bei anlageorientierten Produkten.

Das operative Ergebnis von 2,4 Mrd € wurde 2011 durch die extremen Entwicklungen an den Märkten in Mitleidenschaft gezogen und lag am unteren Ende unseres Zielkorridors zwischen 2,2 und 2,8 Mrd €. 2012 sollte das operative Ergebnis wieder in der Größenordnung zwischen 2,2 und 2,8 Mrd € liegen. Für 2013 erwarten wir weiterhin einen moderaten Anstieg mit einem Wachstum unseres grundlegenden Kapitalanlagebestands. Das Kapitalanlageergebnis sollte 2012 im Vergleich zu 2011 besser ausfallen. Wir werden 2012 wieder Maßnahmen in Reaktion auf die schwierige Marktlage – insbesondere die niedrigen Zinsen – ergreifen. Dazu zählen Maßnahmen in der Produkt- und Preisgestaltung, im Kostenmanagement, im Asset Liability Management und bei der Optimierung der Kapitalausstattung. Wir weisen aber darauf hin, dass die Marktvolatilität und das Ausmaß der Gewinnmitnahmen (netto) einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis des Lebens- und Krankenversicherungsgeschäfts haben können. Eine genaue Prognose wird dadurch erschwert.

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Asset Management

2011 setzte sich die Erfolgsgeschichte unseres Asset-Management-Geschäfts fort. Es war weiterhin eine starke Entwicklung der Nettomittelzuflüsse und Markteffekte aufgrund der Rentenanlagen zu verzeichnen. Sie blieben aber leicht hinter dem herausragenden Jahr 2010 zurück.

Das operative Ergebnis verbesserte sich weiter um 9,5 % auf 2,3 Mrd €. Der Zuwachs war vor allem getrieben durch den gestiegenen Provisions- und Dienstleistungsüberschuss um 11,0 % (intern gerechnet 15,3 %).

Für 2012 rechnen wir mit ähnlich hohen Nettomittelzuflüssen für Rentenprodukte wie 2011. Wir erwarten außerdem – in Abhängigkeit der Marktentwicklung – einen Zuwachs der Nettomittelzuflüsse bei Aktienprodukten. Unter der Annahme einer günstigen Marktentwicklung und Anlegerstimmung in den Jahren 2012 und 2013 sollte der Anstieg der Nettomittelzuflüsse 2013 andauern.

Obwohl das operative Ergebnis voraussichtlich nicht wieder so außerordentlich stark wächst wie 2010 und 2011, erwarten wir, dass es 2012 in einer Größenordnung zwischen 2,0 und 2,4 Mrd € liegen wird. Je nachdem, wie die Entwicklung 2012 verläuft, sollte ein weiteres moderates Wachstum des operativen Ergebnisses im Jahr 2013 möglich sein.

Insgesamt ist das operative Ergebnis stark von den Finanzmärkten, dem US-Dollar-Wechselkurs, der Wertentwicklung unserer Kapitalanlagen und der Stimmung bei Investoren abhängig. Insbesondere die Provisions- und Dienstleistungserträge einschließlich der erfolgsabhängigen Provisionen ist eng an Marktbewertungen, die Anlageperformance und das Geschäftsportfolio gekoppelt.

Wir gehen davon aus, unsere Cost-Income Ratio in den Jahren 2012 und 2013 deutlich unter 65 % zu halten.

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Corporate und Sonstiges

Im Segment Corporate und Sonstiges haben wir 2011 einen operativen Verlust von 0,9 Mrd € ausgewiesen. Die aktuell niedrigen Zinssätze, Wertschwankungen in den Zeitwerten von Forderungen und Verbindlichkeiten und unsere steigenden Pensionsaufwendungen lassen uns für 2012 im Segment Corporate und Sonstiges (einschließlich Konsolidierung) einen operativen Verlust in der Größenordnung von 0,9 bis 1,1 Mrd € erwarten. Wir erwarten eine Verbesserung des Ergebnisses für 2013.

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