Liquiditätsmanagement der Allianz SE

Liquiditätsmanagement der Allianz SE Aufgabe der Allianz SE ist es, den Liquiditätsbedarf der Allianz Gruppe zu ermitteln, den Zugang zu Finanzierungsquellen zu optimieren und die Kapitalkosten gleichzeitig möglichst gering zu halten.

top

Liquiditätsausstattung und Liquiditätsnutzung

Die Allianz SE stellt sicher, dass ihre Tochtergesellschaften über eine angemessene Liquiditäts- und Kapitalausstattung verfügen. Die liquiden Mittel stammen in erster Linie aus Dividendeneinnahmen von Tochtergesellschaften der Allianz SE und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Mitteln. Der Begriff „Liquiditätsausstattung“ bezeichnet dabei jene Vermögenswerte, die kurzfristig verfügbar sind, also Barmittel, Geldmarktpapiere und hochliquide Staatsanleihen. Verwendet werden die Mittel vornehmlich für Zinszahlungen auf Fremdkapital, Betriebskosten, interne und externe Wachstumsinvestitionen und Dividendenzahlungen an unsere Aktionäre. Der Zugang der Allianz Gruppe zu externen Finanzierungsquellen hängt von verschiedenen Faktoren ab: den allgemeinen Kapitalmarktbedingungen, der Verfügbarkeit von Bankkrediten, aber auch von unserer Bonitätseinstufung und Kreditfähigkeit.

top

Finanzierungsquellen

Die Quellen der Allianz SE zur Deckung des kurz- und langfristigen Finanzierungsbedarfs werden nachfolgend näher beschrieben. In der Regel geben wir zur Deckung des mittel- und langfristigen Finanzierungsbedarfs vor- und nachrangige Anleihen oder Stammaktien aus.

Eigenmittelausstattung

Zum 31. Dezember 2011 betrug das im Handelsregister eingetragene gezeichnete Kapital 1 165 568 000 €, eingeteilt in 455 300 000 vinkulierte Namensaktien. Zum 31. Dezember 2011 hielt die Allianz SE 2 754 556 (2 832 789) eigene Aktien.

Darüber hinaus kann die Allianz SE ihre Eigenkapitalausstattung durch die Ausgabe neuer Aktien erhöhen. Die folgende Tabelle zeigt die zum 31. Dezember 2011 bestehenden entsprechenden Kapitalermächtigungen der Allianz SE :

Kapitalermächtigung Nominalwert Fälligkeit
Genehmigtes Kapital 2010/I 550 000 000 € (214 843 750 Aktien) 4.5.2015
Genehmigtes Kapital 2010/II 11 416 000 € (4 459 375 Aktien) 4.5.2015
Genehmigte Anleiheemissionen mit Wandel- und/oder Optionsrechten 9 500 000 000 € (Nennwert) 4.5.2015 (Emission von Anleihen)
Bedingtes Kapital 2010 250 000 000 € (97 656 250 Aktien) Bedingtes Kapital 2010 unbefristet (Emission bei Ausübung von Options- oder Wandelrechten)

Im Juli 2011 hat eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Allianz SE, die Allianz Finance II B.V., nachrangige Wandelschuldverschreibungen auf Allianz Aktien im Nennbetrag von 500 000 000 € gegen bar ausgegeben, die von der Allianz SE auf nachrangiger Basis garantiert sind. Die Wandelschuldverschreibungen wurden von der Nippon Life Insurance Company erworben. Durch die Emission wurde das regulatorische Kapital erhöht und unsere Kapitalbasis weiter gestärkt. Angesichts der Volatilität der Finanzmärkte zum Zeitpunkt der Emission wäre ein Bezugsrechtsangebot an die Allianz Aktionäre mit einem deutlich erhöhten Durchführungsrisiko verbunden gewesen. Daher wurden die Bezugsrechte der Aktionäre auf die Wandelschuldverschreibungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen, gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2010, die den Bezugsrechtsausschluss für den Fall erlaubt, dass die Schuldverschreibungen gegen bar ausgegeben werden, der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht wesentlich unterschreitet und auf die zu begebenden Aktien, zusammen mit Aktien, die ebenfalls unter Ausschluss des Bezugsrechtes gemäß § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG begeben oder veräußert werden, ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von insgesamt nicht mehr als 10 % des Grundkapitals entfällt. Die bei Wandlung aus dem Bedingten Kapital 2010 zu begebenden Aktien werden diese Grenze nicht überschreiten. Der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen von 100 % des Nennbetrags entspricht dem theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen, der unter Berücksichtigung des Allianz Aktienkurses bei Begebung, des Wandlungszeitraums, der Volatilität des Aktienkurses sowie der damaligen Zinssätze und der Bonität der Allianz nach anerkannten finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt wurde. In den ersten zehn Jahren nach der Begebung kann es bei Eintritt bestimmter Ereignisse zu einer Pflichtwandlung in Allianz Aktien zum dann gültigen Aktienkurs kommen, wobei der Wandlungspreis jedoch mindestens 75,39 € je Aktie betragen muss. Im gleichen Zeitraum haben die Anleihegläubiger das Recht, die Schuldverschreibungen zu einem Preis von 188,47 € je Aktie in Allianz Aktien zu wandeln. In beiden Fällen kann der genannte Wandlungspreis durch Verwässerungsschutzbestimmungen angepasst werden. Durch die Zulassung einer ersten Tranche von bis zu 8 000 000 Aktien – entsprechend 1,76 % des Grundkapitals zum 31. Dezember 2011 – zum Börsenhandel soll die Lieferbarkeit von handelbaren Aktien bei Wandlung sichergestellt werden.

Im November 2011 wurden 800 000 neue Aktien gegen Bareinlage aus dem Genehmigten Kapital 2010/II zum Ausgabepreis von 65,21 € je Aktie ausgegeben, um den Allianz Mitarbeitern zu ermöglichen, 651 613 Aktien zu Preisen zwischen 45,65 € und 54,34 € je Aktie zu erwerben. Das Genehmigte Kapital 2010/II wurde geschaffen, um der Allianz SE die Ausgabe von neuen Aktien zu dem Zweck solcher Mitarbeiterangebote zu ermöglichen. Um die neuen Aktien den Mitarbeitern anbieten zu können, musste das Bezugsrecht der Aktionäre gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 5. Mai 2010 ausgeschlossen werden. Der Ausgabepreis von 65,21 € je Aktie entspricht dem Xetra-Schlusskurs der Allianz Aktie vom 7. September 2011 und ist gleichzeitig der Referenzpreis für die Bestimmung der ermäßigten Angebotspreise.

Zu den Ermächtigungen für genehmigtes Kapital und Aktienrückkauf siehe hier.

Laufzeitstruktur vor- und nachrangiger Anleihen der Allianz SE zum 31. Dezember 2011 Nennwert | in Mrd €


Laufzeitstruktur vor- und nachrangiger Anleihen der Allianz SE zum 31. Dezember 2011

Langfristige Fremdfinanzierung

Zum 31. Dezember 2011 hatte die Allianz SE vor- und nachrangige Anleihen mit unterschiedlichsten Laufzeiten ausstehen, wobei unser Schwerpunkt auf einer langfristig orientierten Finanzierung liegt. Die allgemeinen Kapitalmarktbedingungen sowie andere Umstände, die entweder die Finanzdienstleistungsbranche insgesamt oder die Allianz Gruppe betreffen, können sich nachteilig auf die Finanzierungskosten und die Verfügbarkeit von Fremdkapital auswirken. Unser Ziel ist es deshalb, Refinanzierungsrisiken durch die aktive Steuerung unserer Finanzierungsstruktur möglichst gering zu halten.

Der Zinsaufwand für vorrangige Anleihen lag mit 262,5 (262,2) Mio € auf Vorjahresniveau. Für nachrangige Anleihen erhöhte er sich, durch Ausgabe zusätzlicher Anleihen in 2011, auf 624,2 (543,8) Mio €.

Vergrößern

Von der Allianz SE ausgegebene oder garantierte vor- und nachrangige Anleihen:1

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Nennwert Buchwert Zinsaufwand Durchschnittlicher Zinssatz2 Nennwert Buchwert Zinsaufwand Durchschnittlicher Zinssatz2
  Mio € Mio € Mio € % Mio € Mio € Mio € %
1Weitere Informationen über die (ausgegebenen oder garantierten) Verbindlichkeiten der Allianz SE zum 31. Dezember 2011 finden Sie unter den Angaben 23 und 24 im Anhang zum Konzernabschluss. 2auf Basis des Nennwerts
Vorrangige Anleihen 5 400 5 343 262,5 4,9 5 400 5 336 262,2 4,9
Nachrangige Anleihen 10 741 10 456 624,2 5,8 8 564 8 301 543,8 6,3
Summe 16 141 15 799 886,7 5,5 13 964 13 637 806,0 5,8

In der folgenden Tabelle sind die langfristigen Schuldverschreibungen zusammengestellt, die in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 von der Allianz SE ausgegeben oder getilgt wurden:

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Emissionen1 Tilgungen1 Saldo aus Emissionen und Tilgungen Emissionen1 Tilgungen1 Saldo aus Emissionen und Tilgungen
  Mio € Mio € % Mio € Mio € %
1auf Basis des Nennwerts
Vorrangige Anleihen
Nachrangige Anleihen 2 500 378 2 122

Unsere Finanzierungsaktivitäten in Fremdwährungen ermöglichen es uns, den Kreis unserer Investoren zu diversifizieren oder günstige Finanzierungskonditionen zu nutzen. Von uns aufgenommene Mittel, die nicht auf den Euro lauten, werden in unserer allgemeinen Absicherungsstrategie berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2011 lauteten circa 9,5 % (13,3 %) der durch die Allianz SE ausgegebenen oder garantierten langfristigen Schuldverschreibungen auf eine andere Währung als den Euro.

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Euro (Nennwert) Nicht Euro (Nennwert) Summe (Nennwert) Euro (Nennwert) Nicht Euro (Nennwert) Summe (Nennwert)
  € mn € mn € mn € mn € mn € mn
Vor- und nachrangige Anleihen 14 600 1 541 16 141 12 100 1 864 13 964

Kurzfristige Fremdfinanzierung

Kurzfristigen Finanzierungsbedarf kann die Allianz SE über das Medium-Term-Note-Programm und das Commercial-Paper-Programm decken.

Zum 31. Dezember 2011 belief sich der Buchwert der von der Allianz SE ausgegebenen Geldmarktpapiere auf 1 119 Mio €. Damit verringerte sich das Emissionsvolumen von Commercial Papers im Vergleich zum Vorjahr um 672 Mio €. Der Zinsaufwand für Geldmarktpapiere fiel wegen des geringeren Emmissionsvolumens auf 13,0 (13,9) Mio €, wobei höhere kurzfristige Zinssätze einen nahezu ausgleichenden Effekt hatten.

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Buchwert Zinsaufwand Durchschnittlicher Zinssatz Buchwert Zinsaufwand Durchschnittlicher Zinssatz
  € mn € mn % € mn € mn %
Geldmarktpapiere 1 119 13,0 1,2 1 791 13,9 0,8

Mit A-1+/Prime-1 blieb das Rating für kurzfristige Emissionen der Allianz Gruppe unverändert. Daher können wir unseren Liquiditätsbedarf im Rahmen des Euro-Commercial-Paper-Programms weiterhin zu einem Zinssatz finanzieren, der im Durchschnitt unter dem Euribor liegt. Dasselbe gilt für das USD-Commercial-Paper-Programm: Auch hier fällt der Zinssatz im Durchschnitt niedriger aus als der US-Libor.

Als weitere kurzfristige Finanzierungsquellen stehen uns Kreditlinien von Banken sowie Akkreditive zur Verfügung, mit denen wir die Kapitalstruktur der Allianz Gruppe bei Bedarf weiter optimieren können.

Emissionen der Allianz SE zum 31. Dezember, 20111

    Zinsaufwand 2011
1| Diese beinhalten, unter anderem, nicht die im Juli 2011 begebene 30-jährige nachrangige Wandelanleihe über 0,5 Mrd €. Weitere Informationen über die (ausgegebenen oder garantierten) Verbindlichkeiten der Allianz SE zum 31. Dezember 2011 finden sich unter den Angaben 23 und 24 im Anhang zum Konzernabschluss. 2Für nicht nachrangige Schuldverschreibungen (Senior Bonds) bestehen vorzeitige Kündigungsrechte im Falle der Nichtzahlung von Zins und Hauptforderung sowie im Fall der Insolvenz. Dies gilt auch für eine nachrangige Anleihe, die wir im Jahr 2002 emittiert haben. 3Bei den nachrangigen Schuldverschreibungen (mit Ausnahme der unter Fußnote 2 genannten nachrangigen Schuldverschreibung) sehen die Anleihebedingungen keine Gläubigerkündigungsrechte vor. Zinszahlungen stehen unter besonderen Bedingungen, die unter anderem auf das laufende Jahresergebnis Bezug nehmen. Diese Bedingungen können zu einer Aussetzung vereinbarter Zinszahlungen führen. In diesen Fällen greift ein alternativer Zahlungsmechanismus, der uns die Zahlung von Zinsen aus den Erlösen der Emission definierter Instrumente erlaubt.
1. Anleihen (Senior bonds)2    
5 625 %-Anleihe der Allianz
Finance II B.V., Amsterdam
   
Volumen 0,9 Mrd €  
Ausgabejahr 2002  
Fällig 29.11.2012  
ISIN XS 015 879 238 1  
Zinsaufwand   50,6 Mio €
     
5,0 %-Anleihe der Allianz
Finance II B.V., Amsterdam
   
Volumen 1,5 Mrd €  
Ausgabejahr 2008  
Fällig 6.3.2013  
ISIN DE 000 A0T R7K 7  
Zinsaufwand   76,3 Mio €
     
4,0 %-Anleihe der Allianz
Finance II B.V., Amsterdam
   
Volumen 1,5 Mrd €  
Ausgabejahr 2006  
Fällig 23.11.2016  
ISIN XS 027 588 026 7  
Zinsaufwand   62,1 Mio €
     
4,75 %-Anleihe der Allianz
Finance II B.V., Amsterdam
   
Volumen 1,5 Mrd €  
Ausgabejahr 2009  
Fällig 22.7.2019  
ISIN DE 000 A1A KHB 8  
Zinsaufwand   73,5 Mio €
Summe Zinsaufwand Anleihen   262,5 Mio €
2. Nachrangige Anleihen3    
6 125 %-Anleihe der Allianz
Finance II B. V., Amsterdam
   
Volumen 2,0 Mrd €  
Ausgabejahr 2002  
Fällig 31.5.2022  
ISIN XS 014 888 756 4  
Interest expense   112,4 Mio €
     
6,5 %-Anleihe der Allianz
Finance II B. V., Amsterdam
   
Volumen 1,0 Mrd €  
Ausgabejahr 2002  
Fällig 13.1.2025  
ISIN XS 015 952 750 5  
Zinsaufwand   66,3 Mio €
     
5,5 %-Anleihe der Allianz
SE
   
Volumen 1,5 Mrd €  
Ausgabejahr 2004  
Fällig Perpetual Bond  
ISIN XS 018 716 232 5  
Zinsaufwand   84,5 Mio €
     
4 375 %-Anleihe der Allianz
Finance II B. V., Amsterdam
   
Volumen 1,4 Mrd €  
Ausgabejahr 2005  
Fällig Perpetual Bond  
ISIN XS 021 163 783 9  
Zinsaufwand   63,5 Mio €
     
5 375 %-Anleihe der Allianz
Finance II B. V., Amsterdam
   
Volumen 0,8 Mrd €  
Ausgabejahr 2006  
Fällig Perpetual Bond  
ISIN DE 000 A0C NPZ 3  
Zinsaufwand   43,6 Mio €
     
8 375 %-Anleihe der Allianz
SE
   
Volumen 2,0 Mrd USD  
Ausgabejahr 2008  
Fällig Perpetual Bond  
ISIN US 018 805 200 7  
Zinsaufwand   132,1 Mio €
     
5,75 %-Anleihe der Allianz
Finance II B. V., Amsterdam
   
Volumen 2,0 Mrd €  
Ausgabejahr 2011  
Fällig 7/8/2041  
ISIN DE 000 A1CNAH1  
Zinsaufwand   95,2 Mio €
Summe Zinsaufwand Nachrangige Anleihen   597,6 Mio €
3. In 2011 ausgelaufene Anleihen    
7,25 %-Anleihe der Allianz
Finance II B. V., Amsterdam
   
Volumen 0,5 Mrd USD  
Ausgabejahr 2002  
Fällig Perpetual Bond  
ISIN XS 015 915 072 0  
Zinsaufwand   11,3 Mio €
     
Summe Zinsaufwand   871,4 Mio €
ShareThis: