2 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungsgrundsätze

Konsolidierungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

Der Abschluss des Allianz Konzerns enthält die Jahresabschlüsse der Allianz SE, ihrer Tochtergesellschaften sowie bestimmter Investmentfonds und Zweckgesellschaften. Tochtergesellschaften, Investmentfonds und Zweckgesellschaften (nachfolgend „Konzernunternehmen“) werden konsolidiert, wenn sie direkt oder indirekt vom Allianz Konzern kontrolliert werden. Kontrolle besteht, wenn der Allianz Konzern die Möglichkeit hat, die Finanz- und Geschäftspolitik der Konzernunternehmen zu steuern. Kontrolle kann vorliegen, wenn der Allianz Konzern direkt oder indirekt mehr als die Hälfte der Stimmrechte des Tochterunternehmens besitzt oder wenn Kontrolle anderweitig durch Vereinbarungen mit anderen Investoren oder durch die Satzung rechtlich nachgewiesen werden kann. Bei der Beurteilung, ob Kontrolle besteht, sind potenzielle Stimmrechte, die gegenwärtig ausgeübt oder umgewandelt werden können, zu berücksichtigen. Sofern Kontrolle aus rechtlicher Sicht nicht gegeben ist, ist zu prüfen, ob Kontrolle aus wirtschaftlicher Sicht gegeben ist, wie im Falle von Zweckgesellschaften.

Konzernunternehmen werden ab dem Tag konsolidiert, an dem der Allianz Konzern die Kontrolle über sie erhält. Konzernunternehmen werden so lange konsolidiert, bis der Allianz Konzern die Kontrolle über diese verliert. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Tochterunternehmen wurden, soweit notwendig, angepasst, um eine einheitliche Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen im Allianz Konzern sicherzustellen. Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle wurden eliminiert.

Vermögenswerte Dritter, die der Allianz Konzern treuhänderisch oder kommissarisch hält, sind keine Vermögenswerte des Allianz Konzerns und werden nicht im Konzernabschluss gezeigt.

Unternehmenszusammenschlüsse einschliesslich Zukäufen und Abgängen von Anteilen anderer Gesellschafter

Ein Unternehmenszusammenschluss liegt dann vor, wenn der Allianz Konzern die Beherrschung über ein Unternehmen erhält.

Unternehmenszusammenschlüsse ab dem 1. Januar 2010 werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten bemessen sich nach der Summe aus der hingegebenen Gegenleistung, bewertet zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbsstichtag, und dem Betrag der Anteile, die auf andere Gesellschafter entfallen. Kosten in Zusammenhang mit dem Erwerb werden grundsätzlich als Aufwand erfasst. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss hat der Allianz Konzern ein Bewertungswahlrecht, nach dem Anteile anderer Gesellschafter entweder direkt zum beizulegenden Zeitwert oder zum beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens, das auf Anteile anderer Gesellschafter entfällt, bewertet werden können.

Der Wertansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bemisst sich nach dem Unterschiedsbetrag aus den Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Reinvermögens. Bereits vor dem Erwerbsstichtag vom Erwerber gehaltene Anteile am erworbenen Unternehmen werden zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung auf den beizulegenden Zeitwert umbewertet; ein Differenzbetrag zu ihrem ursprünglichen Wertansatz wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wenn der Anteil des Allianz Konzerns am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens die Anschaffungskosten übersteigt, beurteilt der Allianz Konzern die Identifizierung und die Bewertung von identifizierbaren Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden sowie die Bemessung der Anschaffungskosten neu und erfasst nach der erneuten Beurteilung einen noch verbleibenden Überschuss sofort erfolgswirksam.

Bedingte Gegenleistungen, die vom Erwerber zu entrichten sind, werden mit dem beizulegenden Zeitwert am Erwerbsstichtag angesetzt. Liegen nach dem Erwerbsstichtag Tatsachen vor, die den beizulegenden Zeitwert der bedingten Gegenleistung, die zum Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld führen, ändern, werden die Änderungen im Einklang mit den einschlägigen IFRS erfasst. Sofern die bedingte Gegenleistung im Eigenkapital zu erfassen ist, wird der ursprüngliche Betrag nicht neu bewertet, und Differenzen zum späteren Erfüllungsbetrag werden direkt im Eigenkapital erfasst.

Jeder weitere Anteil, der nach Erreichung des beherrschenden Einflusses erworben wurde, beeinflusst den zuvor angesetzten Geschäfts- oder Firmenwert nicht. Der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen anderer Gesellschafter, wie beispielsweise Veränderungen in der Anteilsquote des Mutterunternehmens, ohne dass die Beherrschung verloren geht, werden als Transaktionen zwischen Eigenkapitalgebern behandelt. Verluste werden den Anteilen anderer Gesellschafter zugewiesen, selbst wenn sie den Eigenkapitalanteil, der auf andere Gesellschafter entfällt, übersteigen. In dem Zeitpunkt, in dem der beherrschende Einfluss verloren geht, werden alle zurückbehaltenen Anteile anderer Gesellschafter zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet.

Erwirbt der Allianz Konzern ein Unternehmen, werden für eine zutreffende Klassifizierung und Kennzeichnung aller übernommenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden Vertragsbedingungen sowie ökonomische und andere einschlägige, im Erwerbszeitpunkt bestehende Gegebenheiten herangezogen.

Unternehmenszusammenschlüsse vor dem 1. Januar 2010 werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Bilanzierung nach der Erwerbsmethode erfordert, dass der Allianz Konzern die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses zum Erwerbszeitpunkt verteilt, indem die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt werden. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses entsprechen den beizulegenden Zeitwerten der entrichteten Vermögenswerte, der emittierten Eigenkapitalinstrumente und der eingegangenen oder übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt zuzüglich sämtlicher dem Erwerb direkt zurechenbarer Kosten. Falls die Anschaffungskosten den beizulegenden Zeitwert des vom Allianz Konzern gehaltenen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens übersteigen, wird die Differenz in der Position Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Alle Anteile anderer Gesellschafter werden zum anteiligen beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Unternehmens erfasst.

Für Unternehmenszusammenschlüsse, die vor dem 31. März 2004 abgeschlossen wurden, werden Anteile anderer Gesellschafter mit deren Anteilen an den Vermögenswerten und Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die der Allianz Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann und die weder Tochterunternehmen noch Gemeinschaftsunternehmen sind. Ein maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an der Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens mitzuwirken, ohne diese zu kontrollieren. Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn der Allianz Konzern mindestens 20 %, aber nicht mehr als 50 % der Stimmrechte hält, es sei denn, dies kann eindeutig widerlegt werden. Bei einem gehaltenen Stimmrechtsanteil von weniger als 20 % wird vermutet, dass kein signifikanter Einfluss besteht, es sei denn, dass dieser Einfluss eindeutig nachgewiesen werden kann. Investitionen in Limited Partnerships mit 20 % oder höherem Anteilsbesitz werden im Allianz Konzern im Allgemeinen nach der At-Equity-Methode bilanziert, gemäß der widerlegbaren Vermutung, dass der beschränkt haftende Gesellschafter keine Kontrolle über die Limited Partnership hat. Gemeinschaftsunternehmen sind Unternehmen, über die der Allianz Konzern zusammen mit einem oder mehreren anderen Unternehmen gemeinsam die Kontrolle ausübt.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden im Allgemeinen nach der At-Equity-Methode bilanziert. Bei dieser Methode entsprechen die Ergebniswirkungen und der Buchwert der Finanzanlage dem auf den Konzern entfallenden Anteil am Ergebnis und am Nettovermögen des Unternehmens. Die Anteile werden bei Zugang zu Anschaffungskosten angesetzt. In den Folgeperioden erhöht oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil des Allianz Konzerns am Periodenergebnis des Beteiligungsunternehmens. Die Anteile werden auf Wertminderung getestet, wenn die entsprechenden auslösenden Ereignisse für einen Wertminderungstest eintreten. Falls zutreffend, bestimmt sich die Höhe der Wertminderung aus der Differenz zwischen dem Buchwert und dem realisierbaren Wert. Die entsprechenden auslösenden Ereignisse ähneln denen für den Wertminderungstest von Finanzinstrumenten, wobei die Vorgehensweise zur Ermittlung eines Abwertungsbedarfs der für übrige Vermögenswerte vergleichbar ist.

Anteilige Ergebnisse aller wesentlichen Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden mit einer Verzögerung von nicht mehr als drei Monaten erfasst. Ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligung und dem Anteil des Allianz Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens stellt einen Geschäfts- oder Firmenwert dar, der im Buchwert der Beteiligung enthalten ist. Erträge aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, ausgenommen Gewinnausschüttungen, werden gesondert als Zinserträge und ähnliche Erträge behandelt. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen dem Allianz Konzern und dem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen eliminiert. Die Bilanzierungsgrundsätze der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wurden, soweit erforderlich, angepasst, um eine einheitliche Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen im Allianz Konzern zu gewährleisten.

Im Falle des Verlustes des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinsamen Kontrolle über ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen wird folgender Differenzbetrag als Gewinn oder Verlust in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst: (i) die Summe bestehend aus Erlösen aus der Veräußerung von Anteilen, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile und dem Wert der Beträge, die aus dem Eigenkapital umzugliedern sind, abzüglich (ii) dem Buchwert der Beteiligung im Zeitpunkt des Verlustes des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinsamen Kontrolle.

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Währungsumrechnung

Umrechnung von Fremdwährungen in die funktionale Währung

Die Einzelabschlüsse jeder Tochtergesellschaft des Allianz Konzerns werden in der Währung erstellt, die im Umfeld der ordentlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens vorherrscht (funktionale Währung). Geschäftsvorfälle, die in einer Währung notieren, die von der funktionalen Währung abweicht, werden mit dem Währungskurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Zum Stichtag werden monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die in Fremdwährung notieren, in die funktionale Währung mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Nichtmonetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die in Fremdwährung notieren und mit Anschaffungskosten bewertet werden, werden zum historischen Wechselkurs umgerechnet. Nichtmonetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die in Fremdwährung notieren und zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Kursgewinne und -verluste aus Fremdwährungsgeschäften werden in den Erträgen aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva (netto) ausgewiesen, außer wenn die Gewinne oder Verluste von nichtmonetären Vermögenswerten oder nichtmonetären Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesem Fall wird die Komponente des Kursgewinns oder -verlusts auch direkt im Eigenkapital erfasst.

Umrechnung von der funktionalen Währung in die Berichtswährung

Im Konzernabschluss werden Vermögens-, Finanz- und Ertragslage jeder Tochtergesellschaft des Allianz Konzerns in Euro, der Berichtswährung des Allianz Konzerns, dargestellt. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Tochtergesellschaften, die nicht in Euro berichten, werden zum Stichtagskurs umgerechnet, während Erträge und Aufwendungen mit dem Quartalsdurchschnittskurs umgerechnet werden. Umrechnungsdifferenzen, auch soweit sie sich aus der Bilanzierung nach der At-Equity-Methode ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst und unter der Position Währungsänderungen ausgewiesen.

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Barreserve und andere liquide Mittel

In dieser Position sind täglich fällige Guthaben bei Kreditinstituten, Guthaben bei Zentralnotenbanken, Kassenbestand, Schatzwechsel, sofern sie nicht unter den Handelsaktiva ausgewiesen werden, sowie Schecks und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Notenbanken zugelassen sind, ausgewiesen; die maximale Laufzeit beträgt drei Monate ab dem Erwerbszeitpunkt.

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Fremdgenutzter Grundbesitz

Fremdgenutzter Grundbesitz (Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken) wird mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Fremdgenutzter Grundbesitz wird linear über die erwartete Nutzungsdauer und maximal über 50 Jahre abgeschrieben. Zu jedem Bilanzstichtag oder immer dann, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert nicht erzielbar sein könnte, wird der fremdgenutzte Grundbesitz auf Wertminderung hin überprüft, indem dessen beizulegender Zeitwert nach der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt wird. Ausgaben werden aktiviert, wenn sie zu einer Werterhöhung des fremdgenutzten Grundbesitzes führen oder die wirtschaftliche Nutzungsdauer verlängern, ansonsten werden sie unmittelbar als Aufwand erfasst.

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Finanzinstrumente

Klassifizierung, Ansatz und erstmalige Bewertung

Finanzaktiva gemäß IAS 39 werden entweder als

  • erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet,
  • jederzeit veräußerbare Wertpapiere,
  • bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere,
  • Forderungen an Kreditinstitute und Kunden oder als
  • derivative Finanzinstrumente, welche die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen,

klassifiziert. Darüber hinaus umfassen Finanzaktiva die Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft und Finanzaktiva aus fondsgebundenen Verträgen.

Finanzpassiva gemäß IAS 39 werden entweder als

  • erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet,
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden,
  • Investmentverträge mit Versicherungsnehmern,
  • derivative Finanzinstrumente, welche die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen,
  • Verbindlichkeiten für kündbare Eigenkapitalinstrumente,
  • verbriefte Verbindlichkeiten oder als
  • Genussrechtskapital und nachrangige Verbindlichkeiten

klassifiziert. Darüber hinaus umfassen die Finanzpassiva die Finanzpassiva aus fondsgebundenen Verträgen.

Die Klassifizierung ist abhängig von Art und Verwendungszweck der Finanzinstrumente und wird bei Zugang bestimmt.

Finanzinstrumente werden bei erstmaligem Ansatz zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, erfolgt dies unter Einschluss von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Emission zuzurechnen sind.

Finanzinstrumente werden grundsätzlich am Handelstag angesetzt und ausgebucht, wenn der Allianz Konzern sich verpflichtet, Wertpapiere zu kaufen, zu verkaufen oder eine Verbindlichkeit zu übernehmen.

Beizulegen der Zeitwert von Finanzinstrumentens

Der Allianz Konzern bestimmt den beizulegenden Zeitwert (Fair Value) von Finanzinstrumenten gemäß den Regelungen des IAS 39 zur Fair-Value-Bewertung.

Aktiver Markt – Notierter Preis: Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die an einem aktiven Markt gehandelt werden, wird von notierten Marktpreisen oder Preisquotierungen der Händler abgeleitet, die am letzten Handelstag vor dem Stichtag sowie am Stichtag festgestellt werden. Der notierte Marktpreis, der für Finanzaktiva des Allianz Konzerns herangezogen wird, ist der aktuelle Geldkurs. Der notierte Marktpreis für Finanzpassiva ist der aktuelle Briefkurs.

Kein aktiver Markt – Bewertungsmethoden: Der beizulegende Zeitwert der Finanzinstrumente, die nicht an einem aktiven Markt gehandelt werden, wird durch die Anwendung von Bewertungsmethoden bestimmt. Es werden Bewertungsmethoden verwendet, die auf am Markt beobachtbaren Inputgrößen basieren, sofern diese verfügbar sind. Solche Marktinputgrößen umfassen Verweise auf ehemals notierte Preise für identische Instrumente auf aktiven Märkten, notierte Preise für identische Instrumente auf nichtaktiven Märkten, notierte Preise für ähnliche Instrumente auf aktiven Märkten sowie notierte Preise für ähnliche Instrumente auf nichtaktiven Märkten. Auf dem Markt beobachtbare Inputgrößen umfassen auch Zinsertragskurven, Volatilitäten von Optionen und Währungsumrechnungskurse. Wenn beobachtbare Inputgrößen nicht verfügbar sind, wird der beizulegende Zeitwert auf der Basis angemessener Bewertungsmethoden ermittelt, die auf dem Markt nicht beobachtbare Inputgrößen verwenden. Bewertungsmethoden umfassen die Barwertmethode, die Discounted-Cashflow-Methode, den Vergleich mit ähnlichen Finanzinstrumenten, für die ein beobachtbarer Marktpreis existiert, und andere Bewertungsmodelle. Im Bewertungsprozess werden geeignete Anpassungen bezüglich Kreditrisiken vorgenommen. Insbesondere wenn auf dem Markt beobachtbare Inputgrößen nicht zur Verfügung stehen, wird die Bewertung wesentlich von der Verwendung von Schätzungen und Annahmen beeinflusst. In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

Kein aktiver Markt – Eigenkapitalinstrumente: Eigenkapitalinstrumente mit Anteilsbesitz unter 20 % werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern keine wesentliche Einflussmöglichkeit besteht und der beizulegende Zeitwert verlässlich ermittelbar ist. Nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, sowie Derivate auf solche nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumente werden solange zu Anschaffungskosten bewertet, bis der beizulegende Zeitwert verlässlich bewertet werden kann. Diese Finanzinstrumente unterliegen den normalen Wertminderungstests.

Fortgeführte Anschaffungskosten von Finanzinstrumenten

Als fortgeführte Anschaffungskosten eines Finanzinstruments wird der Betrag bezeichnet, mit dem ein Finanzinstrument bei erstmaligem Ansatz bewertet wurde, abzüglich Tilgungen, zuzüglich oder abzüglich der kumulierten Amortisation einer etwaigen Differenz zwischen dem ursprünglichen Betrag und dem bei Endfälligkeit rückzahlbaren Betrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie abzüglich etwaiger Beträge für Wertminderungen oder Uneinbringlichkeit.

Erfassung von „Day-One-Gewinnen oder -Verlusten“

Ein „Day-One-Gewinn oder -Verlust“ wird erfasst, sofern der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments von seinem Transaktionspreis bei Zugang abweicht. In diesem Fall wird der beizulegende Zeitwert durch Vergleich mit anderen beobachtbaren aktuellen Marktpreisen desselben Instruments abgeleitet oder es wird eine Bewertungsmethode verwendet, die nur auf am Markt beobachtbaren Inputgrößen basiert.

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Folgebewertung von Finanzinstrumenten

Die Folgebewertung von Finanzinstrumenten hängt von ihrer Klassifizierung wie folgt ab:

Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva und Finanzpassiva

Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva und Finanzpassiva umfassen die Handelsaktiva und die Handelspassiva sowie die als „erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet“ klassifizierten Finanzaktiva und Finanzpassiva.

Finanzaktiva, die als Handelsaktiva klassifiziert werden, umfassen festverzinsliche Wertpapiere und Aktien, sofern diese hauptsächlich mit der Absicht zur Gewinnerzielung aus kurzfristigen Preisschwankungen oder zum kurzfristigen Verkauf erworben wurden, sowie derivative Finanzinstrumente, welche die Kriterien der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting) nicht erfüllen und positive beizulegende Zeitwerte aufweisen.

Finanzpassiva, die als Handelspassiva klassifiziert werden, umfassen vor allem derivative Finanzinstrumente mit negativen beizulegenden Zeitwerten, die nicht die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen.

Derivative Finanzinstrumente der Handelsaktiva und -passiva schließen eingebettete Derivate ein, die als Bestandteil von strukturierten Finanzinstrumenten, getrennt vom Basisvertrag, bilanziert werden.

Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva und Finanzpassiva werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Aus der Bewertung resultierende Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die erfassten Nettogewinne und -verluste enthalten Dividenden und Zinsen der entsprechenden Finanzinstrumente. Die Klassifizierung als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet kann nur bei Zugang vorgenommen und in nachfolgenden Perioden nicht geändert werden.

Jederzeit veräusserbare Wertpapiere

Jederzeit veräußerbare Wertpapiere umfassen festverzinsliche Wertpapiere und Aktien, die als jederzeit veräußerbare Wertpapiere klassifiziert werden oder die nicht als bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere, Forderungen an Kreditinstitute und Kunden oder als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva klassifiziert sind. Jederzeit veräußerbare Wertpapiere werden zum Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Nichtrealisierte Gewinne und Verluste, die sich als Unterschiedsbetrag zwischen beizulegendem Zeitwert und fortgeführten Anschaffungskosten ergeben, werden nach Abzug latenter Steuern und der Beträge, die bei Realisierung aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Regelungen den gewinnbeteiligungsberechtigten Versicherungsnehmern zustünden und somit der latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt werden, als gesonderter Eigenkapitalposten erfasst. Werden jederzeit veräußerbare Wertpapiere ausgebucht oder als wertgemindert betrachtet, wird der vorher im Eigenkapital ausgewiesene kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Ermittlung der realisierten Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich unter Anwendung der Durchschnittskostenmethode auf der Ebene der Konzernunternehmen.

Jederzeit veräußerbare Aktien mit einem Anteilsbesitz unter 20 % werden zum beizulegendem Zeitwert bewertet, sofern keine wesentliche Einflussmöglichkeit besteht und der beizulegende Zeitwert verlässlich ermittelbar ist. Jederzeit veräußerbare Aktien enthalten Investitionen in Limited Partnerships (z. B. Kommanditgesellschaften). Der Allianz Konzern bilanziert seine Investitionen in Limited Partnerships mit Anteilsbesitz unter 20 % zu Anschaffungskosten, sofern Limited Partnerships nicht über einen notierten Marktpreis verfügen und der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelbar ist.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere

Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapiere enthalten festverzinsliche Wertpapiere mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und fester Laufzeit, die in Daueranlageabsicht bis zur Endfälligkeit gehalten werden können und sollen. Sie werden über die Laufzeit mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode abzüglich Abschreibungen wegen Wertminderungen auf den erzielbaren Betrag angesetzt. Die Tilgung von Agio und Disagio wird unter Zinserträge und ähnliche Erträge ausgewiesen.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden umfassen nichtderivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert und auch nicht als bis zur Endfälligkeit gehaltene oder jederzeit veräußerbare Finanzanlagen, als Handelsaktiva oder als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva klassifiziert sind. Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert erfasst. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten gemäß der Effektivzinsmethode angesetzt. Die Zinserträge werden auf den noch ausstehenden Nominalwert ohne Ausbuchungen abgegrenzt. Abgegrenzte Gebühren sowie Agien oder Disagien werden durch Verwendung der Effektivzinsmethode als Zinserträge oder Zinsaufwendungen über die Laufzeit der betreffenden Darlehen berücksichtigt.

Ein Teil der Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sind noch nicht abgewickelte Reverse-Repo-Geschäfte und gegebene Sicherheiten im Rahmen von Wertpapierleihgeschäften. Bei einem Reverse-Repo-Geschäft werden Wertpapiere mit der gleichzeitigen Verpflichtung erworben, diese Wertpapiere an den ursprünglichen Veräußerer zu einem späteren Termin zu einem vereinbarten Preis wieder zu verkaufen. Wenn die mit dem Wertpapier verbundenen Chancen und Risiken während der gesamten Laufzeit des Geschäfts im Wesentlichen beim Veräußerer verbleiben, werden die betreffenden Wertpapiere nicht als Vermögenswerte in der Konzernbilanz ausgewiesen. Der gezahlte Kaufpreis wird unter Forderungen an Kreditinstitute und Kunden ausgewiesen. Zinsen aus Reverse-Repo-Geschäften werden erfolgswirksam über die Laufzeit abgegrenzt und unter Zinserträge und ähnliche Erträge ausgewiesen.

Im Rahmen von Wertpapierleihgeschäften muss der Allianz Konzern grundsätzlich eine Barsicherheit beim Verleiher hinterlegen. Gezahlte Entleihgebühren werden unter Zinsaufwendungen ausgewiesen.

Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft

Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft sind dem Allianz Konzern zustehende Bareinlagen, die jedoch vom Erstversicherer als Sicherheit für künftige Leistungen des Allianz Konzerns einbehalten werden. Die Depotforderungen werden zum Nennwert abzüglich Wertminderungen für Forderungen ausgewiesen, die als nicht vollständig einbringbar erachtet werden.

Finanzaktiva aus fondsgebundenen Verträgen

Finanzaktiva aus fondsgebundenen Verträgen werden zum Bilanzstichtag mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Wertschwankungen werden, saldiert mit den Wertschwankungen der entsprechenden Finanzpassiva aus fondsgebundenen Verträgen, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden gehören auch Repo-Geschäfte und Wertpapierleihgeschäfte. Repo-Geschäfte umfassen den Verkauf von Wertpapieren des Allianz Konzerns an eine Gegenpartei bei gleichzeitiger vertraglicher Vereinbarung des Rückkaufs dieser Wertpapiere zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem vereinbarten Preis. Wenn die mit dem Wertpapier verbundenen Chancen und Risiken während der gesamten Laufzeit des Geschäfts im Wesentlichen beim Allianz Konzern verbleiben, werden die betreffenden Wertpapiere im Allianz Konzern nicht ausgebucht. Die erhaltenen Geldzahlungen werden als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Kunden in der Konzernbilanz ausgewiesen. Zinsaufwendungen aus solchen Repo-Geschäften werden über die Vertragslaufzeit abgegrenzt und unter Zinsaufwendungen ausgewiesen.

Bei Wertpapierleihgeschäften erhält der Allianz Konzern in der Regel Barsicherheiten, die unter Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Kunden ausgewiesen werden. Erhaltene Wertpapierleihgebühren werden unter Zinserträge und ähnliche Erträge ausgewiesen.

Investmentverträge mit Versicherungsnehmern

Die beizulegenden Zeitwerte von Investment- und Rentenversicherungsverträgen werden mittels Rückkaufswerten für Versicherungsnehmer und Kontensalden von Versicherungsnehmern bestimmt.

Finanzpassiva aus fondsgebundenen Verträgen

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Finanzpassiva aus fondsgebundenen Verträgen entspricht der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Finanzaktiva aus fondsgebundenen Verträgen.

Verbindlichkeiten für kündbare Eigenkapitalinstrumente

Verbindlichkeiten für kündbare Eigenkapitalinstrumente enthalten die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital bestimmter konsolidierter Investmentfonds. Diese Anteile sind deshalb als Verbindlichkeit des Allianz Konzerns zu klassifizieren, weil sie den Inhaber zur Rückgabe an den Emittenten gegen flüssige Mittel oder andere finanzielle Vermögenswerte berechtigen (kündbares Instrument). Verbindlichkeiten für kündbare Eigenkapitalinstrumente sind mit ihrem Rückkaufswert zu bilanzieren und die Veränderung ist grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Verbriefte Verbindlichkeiten, Genussrechtskapital und nachrangige Verbindlichkeiten

Verbriefte Verbindlichkeiten, Genussrechtskapital und nachrangige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Agio-/Disagiobeträge werden nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt.

Finanzgarantien

Vom Allianz Konzern ausgegebene Finanzgarantien sind solche, die zur Leistung einer Zahlung verpflichten, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den ursprünglichen oder geänderten Bedingungen eines Schuldinstruments nicht fristgerecht nachkommt. Finanzgarantien, die nicht als Versicherungsverträge bilanziert werden, sind bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert zu erfassen. In den Folgeperioden hat der Allianz Konzern die Finanzgarantie mit dem höheren Wert aus der bestmöglichen Schätzung für die Ausgabe, die für die Begleichung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlich ist, und dem ursprünglich angesetzten Betrag abzüglich kumulierter Abschreibungen, sofern angebracht, zu bewerten, es sei denn, die Finanzgarantie wurde bei Zugang als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifiziert.

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Wertminderungen von Finanzaktiva

Wertminderungen von bis zur Endfälligkeit gehaltenen und jederzeit veräusserbaren festverzinslichen Wertpapieren sowie von Krediten

Wertminderungen auf festverzinsliche Wertpapiere, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden oder jederzeit veräußerbar sind, sowie auf Kredite werden dann ergebniswirksam erfasst, wenn objektive Hinweise vorliegen, dass zwischen der erstmaligen Erfassung des Wertpapiers und dem relevanten Konzernbilanzstichtag ein Verlustereignis eingetreten ist, das die erwarteten Zahlungsströme reduziert; d. h., wenn aus den Vertragsbedingungen des Wertpapiers hervorgehende Ansprüche als uneinbringlich betrachtet werden müssen.

Falls bei einem bis zur Endfälligkeit gehaltenen festverzinslichen Wertpapier oder einem Kredit eine Wertminderung vorliegt, wird der entsprechende Verlust aus der Wertminderung in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert seiner erwarteten zukünftigen Zahlungsströme, abgezinst mit dem ursprünglichen effektiven Zinssatz des Wertpapiers, erfasst.

Falls bei einem jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapier eine Wertminderung vorliegt, wird der entsprechende Verlust in Höhe der Differenz zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten des Wertpapiers und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich der Wertminderungen aus Vorperioden, erfasst.

Erhöht oder verringert sich die Wertminderung bei einem bis zur Endfälligkeit gehaltenen festverzinslichen Wertpapier oder einem Kredit in folgenden Berichtsperioden aufgrund eines Ereignisses, das auf einen nach der Erfassung der Wertminderung eingetretenen Sachverhalt zurückzuführen ist, wird die Veränderung der Wertminderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Erhöht sich bei jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapieren in folgenden Berichtsperioden der beizulegende Zeitwert und der Anstieg kann objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung eingetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden (wie beispielsweise die Verbesserung des Bonitätsratings eines Schuldners), wird die früher erfasste Wertminderung um diesen Betrag in den Wertminderungen Finanzanlagen (netto) zurückgenommen.

In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherstellen, erklärt.

Wertminderung von jederzeit veräusserbaren Aktien

Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung jederzeit veräußerbarer Aktien vor, ist diese erfolgswirksam zu erfassen. Objektive Hinweise auf eine Wertminderung umfassen neben qualitativen Wertminderungskriterien einen signifikanten oder dauerhaften Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter die Anschaffungskosten. Der Allianz Konzern geht von einem signifikanten Rückgang aus, wenn der beizulegende Zeitwert um mehr als 20 % unter die gewichteten durchschnittlichen Anschaffungskosten gefallen ist. Ein dauerhafter Rückgang wird angenommen, wenn der beizulegende Zeitwert länger als neun Monate unter den gewichteten durchschnittlichen Anschaffungskosten liegt.

Wurde eine Wertminderung auf jederzeit veräußerbare Aktien vorgenommen, so ist jeder weitere Rückgang des beizulegenden Zeitwertes in den darauffolgenden Perioden ebenfalls als Wertminderung zu erfassen. Folglich ist zu jedem Bilanzstichtag für jederzeit veräußerbare Aktien eine Wertminderung in Höhe der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert und den ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich der Wertminderungen aus Vorperioden zu erfassen. Ergebniswirksam erfasste Wertminderungen für jederzeit veräußerbare Aktien dürfen nicht ergebniswirksam rückgängig gemacht werden, sondern werden aus dem Eigenkapital erfolgswirksam in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, wenn das Wertpapier verkauft wird.

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Umklassifizierungen von Finanzinstrumenten

Wird ein Finanzinstrument bei der erstmaligen Erfassung einer bestimmten Kategorie zugeordnet, so kann es für bestimmte Kategorien nicht und für andere nur unter bestimmten Voraussetzungen umklassifiziert werden.

Die im Oktober 2008 veröffentlichten Änderungen zu IAS 39 erlauben einem Unternehmen die Umklassifizierung bestimmter nichtderivativer finanzieller Vermögenswerte aus der Kategorie Handelsaktiva (erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet) und der Kategorie jederzeit veräußerbar, sofern die unten aufgeführten bestimmten Bedingungen erfüllt sind.

  • Festverzinsliche Wertpapiere der Kategorien Handelsaktiva (erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet) oder jederzeit veräußerbar können in die Kategorie Kredite und Forderungen umklassifiziert werden, wenn sie die Definition der Kategorie Kredite und Forderungen zum Umklassifizierungszeitpunkt erfüllen und der Allianz Konzern die Absicht und Möglichkeit hat, die Vermögenswerte bis in absehbare Zukunft oder bis zur Endfälligkeit zu halten.
  • Alle übrigen festverzinslichen Wertpapiere und alle Eigenkapitalinstrumente der Kategorie Handelsaktiva (erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet) können in seltenen Fällen (z. B. die Verwerfungen auf den weltweiten Finanzmärkten im Jahr 2008) in die Kategorie bis zur Endfälligkeit gehalten (festverzinsliche Wertpapiere) oder in die Kategorie jederzeit veräußerbar umklassifiziert werden, wenn der Allianz Konzern diese Vermögenswerte nicht länger kurzfristig handeln oder verkaufen will.

Zum Zeitpunkt der Umklassifizierung müssen die nichtderivativen Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert umklassifiziert werden. Abhängig von der Umklassifizierung stellt der Zeitwert dann die Anschaffungskosten oder fortgeführten Anschaffungskosten dar. In Vorperioden erfasste Gewinne und Verluste können nicht rückgängig gemacht werden. Nach der Umklassifizierung sind die entsprechenden Bewertungsvorschriften gemäß IAS 39 für zu Anschaffungskosten oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte anzuwenden.

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Saldierung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden werden nur dann saldiert und als Nettobeträge in der Bilanz ausgewiesen, wenn ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und die Absicht besteht, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des Vermögenswertes die Verbindlichkeit abzulösen.

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Ausbuchung von Finanzaktiva und Finanzpassiva

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder wenn der Allianz Konzern den Vermögenswert und alle wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt. Eine finanzielle Schuld wird ausgebucht, wenn sie getilgt ist.

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Derivative Finanzinstrumente

Im Allianz Konzern werden derivative Finanzinstrumente wie Swaps, Optionen und Futures zur Absicherung gegen Marktrisiken (d. h. Zins-, Aktien- oder Währungskursschwankungen) oder Kreditrisiken in den jeweiligen Anlageportfolios eingesetzt.

Derivative Finanzinstrumente, die nicht die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen, werden zum beizulegenden Zeitwert unter den Handelsaktiva erfasst, sofern der beizulegende Zeitwert positiv ist, oder als Handelspassiva, wenn der beizulegende Zeitwert negativ ist. Die Gewinne oder Verluste, die aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultieren, sind im Handelsergebnis enthalten. Diese Vorgehensweise ist auch für separierte eingebettete Derivate hybrider Finanzinstrumente anwendbar.

Ein Bestandteil eines Basisvertrags, der die Definition eines Derivats erfüllt, ist abzuspalten und wie ein freistehendes Derivat zu bewerten, sofern dessen wirtschaftliche Merkmale nicht eng mit denjenigen des Basisvertrags verbunden sind.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten, die zu Absicherungszwecken gehalten werden und die Kriterien für Hedge Accounting erfüllen, unterscheidet der Allianz Konzern die Derivate hinsichtlich ihrer Zweckbestimmung zwischen Fair Value Hedges, Cashflow Hedges und Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb. Der Allianz Konzern dokumentiert die Sicherungsbeziehung ebenso wie seine Risikomanagementziele und die Strategie für den Abschluss der Hedge-Transaktion. Der Allianz Konzern überprüft sowohl zu Beginn der Sicherungsbeziehung als auch auf fortlaufender Basis, ob die für die Hedge-Transaktionen verwendeten derivativen Finanzinstrumente Schwankungen des beizulegenden Zeitwertes oder des Cashflows des abgesicherten Grundgeschäfts mit hoher Effektivität ausgleichen. Derivative Finanzinstrumente, die Teil des Hedge Accounting sind, werden wie folgt ausgewiesen:

Fair Value Hedges

Mittels eines Fair Value Hedge werden bilanzierte Aktiva oder Passiva oder eine feste Verpflichtung gegen ein näher beschriebenes Risiko von Schwankungen des beizulegenden Zeitwertes abgesichert. Wertänderungen des beizulegenden Zeitwertes des derivativen Sicherungsinstruments werden zusammen mit der anteiligen Wertänderung des beizulegenden Zeitwertes des abgesicherten Grundgeschäfts, bezogen auf das abgesicherte Risiko, in Erträgen aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva (netto) erfasst.

Cashflow Hedges

Cashflow Hedges beseitigen das Risiko von Schwankungen in erwarteten zukünftigen Zahlungsströmen, das einem bestimmten Risiko in Zusammenhang mit einem bereits bilanzierten Vermögenswert, einer Verbindlichkeit oder einer geplanten Transaktion (Forecasted Transaction) zugeordnet werden kann. Wertänderungen des beizulegenden Zeitwertes eines derivativen Sicherungsinstruments, das eine effektive Absicherung darstellt, werden in der Position Nichtrealisierte Gewinne und Verluste im Eigenkapital ausgewiesen und erst dann in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, wenn der gegenläufige Gewinn oder Verlust aus dem abgesicherten Grundgeschäft realisiert und erfasst wird. Die dem ineffektiven Teil der Absicherung zuzuschreibende Wertänderung des Zeitwertes des Sicherungsinstruments wird direkt in Erträgen aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva (netto) erfasst.

Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb

Hedge Accounting kann auch zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb angewandt werden. Der Teil der Gewinne oder Verluste aus der Bewertung des derivativen Sicherungsinstruments, der als effektive Absicherung zu betrachten ist, wird in der Position Währungsänderungen im Eigenkapital erfasst, während der ineffektive Teil direkt in die Erträge aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva (netto) einfließt.

Bei allen Fair Value Hedges, Cashflow Hedges und Absicherungen einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb werden die derivativen Finanzinstrumente unter Übrige Aktiva oder Andere Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Der Allianz Konzern beendet das Hedge Accounting prospektiv, wenn festgestellt wird, dass das derivative Finanzinstrument keine hocheffektive Absicherung mehr darstellt, das derivative Finanzinstrument oder das abgesicherte Grundgeschäft ausläuft, verkauft, gekündigt oder ausgeübt wird, oder wenn der Allianz Konzern feststellt, dass die Klassifizierung des derivativen Finanzinstruments als Sicherungsinstrument nicht mehr gerechtfertigt ist. Mit Beendigung eines Fair Value Hedge wird das derivative Finanzinstrument weiterhin zum beizulegenden Zeitwert bilanziert; Veränderungen im beizulegenden Zeitwert des abgesicherten Grundgeschäfts werden jedoch nicht mehr ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Mit Beendigung eines Cashflow Hedge wird das derivative Finanzinstrument weiterhin zum beizulegenden Zeitwert bilanziert; alle direkt im Eigenkapital erfassten nichtrealisierten Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam umgebucht, wenn sich die geplante Transaktion in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung niederschlägt. Mit Beendigung eines Hedge zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird das derivative Finanzinstrument weiterhin zum beizulegenden Zeitwert bilanziert; alle im Eigenkapital ausgewiesenen nichtrealisierten Gewinne und Verluste bleiben bis zur Veräußerung der ausländischen Einheit Bestandteil des Eigenkapitals.

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Anhangsangaben bezüglich Finanzinstrumenten

Gemäß IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben, sind Finanzinstrumente in Klassen zusammenzufassen, die der Wesensart der anzugebenden Informationen Rechnung tragen und die Charakteristika dieser Finanzinstrumente berücksichtigen. Nach IFRS 7 sind angesetzte Finanzinstrumente (im Anwendungsbereich von IAS 39) wie auch nicht angesetzte Finanzinstrumente, wie z. B. Darlehenszusagen (außerhalb des Anwendungsbereichs von IAS 39, aber im Anwendungsbereich des IFRS 7), zu berücksichtigen. Die Klassen von Finanzinstrumenten, die im Allianz Konzern gebildet wurden, sind im Wesentlichen im Einklang mit jenen nach IAS 39.

Die Angabeanforderungen von IFRS 7 zu Risiken von Finanzinstrumenten und die Angaben von IAS 1, Darstellung des Abschlusses, bezüglich Eigenkapital sind im Risikobericht im Konzernlagebericht enthalten.

Der Risikobericht ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Die folgende Tabelle stellt die Zusammenhänge zwischen den Bilanzpositionen und den Klassen von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 dar. Die Bilanzpositionen stellen gleichzeitig die Kategorien gemäß IAS 39 dar, falls nicht in Klammern anderweitig angegeben.

Bilanzpositionen, IAS 39 Kategorien und Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 Bewertungsgrundlage
1 Enthält in einen Trust ausgegliederte Forderungen und Verbindlichkeiten aus Entgeltumwandlungen.
Finanzaktiva
Barreserve und liquide Mittel Nominalwert
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva
– Handelsaktiva Zeitwert
– Als „erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet“ klassifizierte Finanzaktiva Zeitwert
Finanzanlagen
– Jederzeit veräußerbare Wertpapiere Zeitwert
– Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (Forderungen) Fortgeführte Anschaffungskosten
Finanzaktiva aus fondsgebundenen Verträgen Zeitwert
Übrige Aktiva
– Derivative Finanzinstrumente, welche die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen, und feste Verpflichtungen Zeitwert
Treuhänderisch verwaltete Vermögenswerte1 Zeitwert
Finanzpassiva
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzpassiva
– Handelspassiva Zeitwert
– Als „erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet“ klassifizierte Finanzpassiva Zeitwert
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden (Übrige Verbindlichkeiten) Fortgeführte Anschaffungskosten
Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge
– Nicht fondsgebundene Investmentverträge Fortgeführte Anschaffungskosten
Finanzpassiva aus fondsgebundenen Verträgen Zeitwert
Andere Verbindlichkeiten
– Derivative Finanzinstrumente, welche die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen, und feste Verpflichtungen Zeitwert
– Verbindlichkeiten für kündbare Eigenkapitalinstrumente Rückzahlungsbetrag
Verbriefte Verbindlichkeiten (Übrige Verbindlichkeiten) Fortgeführte Anschaffungskosten
Genussrechtskapital und nachrangige Verbindlichkeiten (Übrige Verbindlichkeiten) Fortgeführte Anschaffungskosten
Treuhänderisch verwaltete Verbindlichkeiten1 Zeitwert
Ausserbilanzielles Geschäft
Finanzgarantien Nominalwert
Unwiderrufliche Kreditzusagen Nominalwert
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Versicherungs-, Investment- und Rückversicherungsverträge

Versicherungs- und Investmentverträge

Alle von Versicherungsgesellschaften des Allianz Konzerns abgeschlossenen Verträge werden gemäß IFRS 4 entweder als Versicherungsverträge oder als Investmentverträge klassifiziert. Bei Versicherungsverträgen handelt es sich um Verträge, durch die der Allianz Konzern ein signifikantes Versicherungsrisiko vom Versicherungsnehmer übernimmt. Verträge ohne signifikantes Versicherungsrisiko werden als Investmentverträge klassifiziert. Bestimmte Investmentverträge enthalten eine ermessensabhängige Überschussbeteiligung. Alle Versicherungsverträge und Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung werden nach den maßgeblichen Bestimmungen der US GAAP bilanziert, wenn IFRS 4 keine spezifischen Regelungen zur Bilanzierung derartiger Verträge enthält. Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert.

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Rückversicherungsverträge

Der Konzernabschluss des Allianz Konzerns gibt die Auswirkungen abgegebener und übernommener Rückversicherungsverträge wieder. Übernommenes Rückversicherungsgeschäft bezieht sich auf die Übernahme bestimmter Versicherungsrisiken durch den Allianz Konzern, die andere Unternehmen gezeichnet haben. Zediertes Rückversicherungsgeschäft bezieht sich auf die Übertragung von Versicherungsrisiken, zusammen mit den entsprechenden Prämien, auf einen oder mehrere Rückversicherer, die sich an den Risiken beteiligen. Wenn Rückversicherungsverträge kein wesentliches Versicherungsrisiko in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Reglungen unter US GAAP übertragen, werden diese Verträge gemäß der Depotbilanzierung in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Regelungen unter US GAAP bzw. in Übereinstimmung mit IAS 39 abgebildet.

Übernommene Rückversicherungsprämien, Provisionen und Schadenregulierungen sowie übernommene Teile der versicherungstechnischen Rückstellungen werden entsprechend den Bedingungen der Rückversicherungsverträge unter Berücksichtigung der ursprünglichen Verträge, für die die Rückversicherung abgeschlossen wurde, bilanziert.

Abgegebene Rückversicherungsbeiträge und Vergütungen aus Rückversicherungsverträgen auf eingetretene Leistungen und Schäden werden von den verdienten Beiträgen und Leistungen aus Versicherungs- und Investmentverträgen abgezogen. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit abgegebener Rückversicherung werden auf Bruttobasis ausgewiesen. Die rückversicherten Teile der Rückstellungen werden konsistent mit den auf das rückversicherte Risiko entfallenden Rückstellungen geschätzt. Entsprechend werden Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit Rückversicherungsverträgen konsistent mit dem zugrunde liegenden Risiko des rückversicherten Geschäfts ausgewiesen.

In dem Maße, wie die übernehmenden Rückversicherer ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können, haftet der Allianz Konzern weiterhin gegenüber seinen Versicherungsnehmern für den rückversicherten Anteil. Folglich werden Wertberichtigungen auf die Forderungen von Rückversicherungsverträgen vorgenommen, die als uneinbringlich eingestuft werden.

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Aktivierte Abschlusskosten

Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen aktivierten Abschlusskosten enthalten aktivierte Abschlusskosten, den Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben und aktivierte Kosten, die bei der Verkaufsförderung von Versicherungsverträgen anfallen (Deferred Sales Inducements).

Kosten, die einen direkten Bezug zu Abschluss oder Verlängerung von Versicherungsverträgen haben und sich variabel zu diesen verhalten, werden als Vermögenswert „aktivierte Abschlusskosten“ abgegrenzt. Aktivierte Abschlusskosten enthalten in erster Linie gezahlte Provisionen sowie die Kosten für die Antragsbearbeitung und die Ausfertigung des Versicherungsscheins. Bei Vertragsbeginn wird der Vermögenswert „aktivierte Abschlusskosten“ überprüft, um die Rückgewinnbarkeit über die Laufzeiten der Verträge sicherzustellen. Anschließend stellen Werthaltigkeitstests am Ende jeder Bilanzierungsperiode sicher, dass von den aktivierten Abschlusskosten ausschließlich der durch zukünftige Gewinne gedeckte Betrag weiterhin in der Bilanz erfasst wird.

Bei kurz- und langfristigen traditionellen Versicherungsverträgen und Versicherungsverträgen mit abgekürzter Beitragszahlungsdauer werden die aktivierten Abschlusskosten proportional zu den Prämieneinnahmen amortisiert. Bei Universal-Life-Type-Verträgen, Lebensversicherungsverträgen mit natürlicher Überschussbeteiligung und Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung werden die aktivierten Abschlusskosten jeweils über die Vertragslaufzeit des Vertragsbestands entsprechend erwarteter Bruttogewinne oder erwarteter Bruttomargen, die auf Erfahrungswerten und zukünftigen Erwartungen beruhen und am Ende jeder Bilanzierungsperiode überprüft werden, abgeschrieben.

Für fondsgebundene Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung, die gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert abzubilden sind, werden Abschlusskosten in Übereinstimmung mit IAS 18, Umsatzerlöse, dann aktiviert, wenn sie dem Vertrag direkt zurechenbar sind. Abschlusskosten sind dem Vertrag direkt zurechenbar, wenn die Kosten ohne Vertragsausstellung nicht entstanden wären. Für Investmentverträge, die weder fondsgebunden sind noch eine ermessensabhängige Überschussbeteiligung enthalten und die gemäß IAS 39 zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, werden Abschlusskosten, die die Voraussetzungen von Transaktionskosten gemäß IAS 39 erfüllen, in die Bewertung der Deckungsrückstellung einbezogen.

Der Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben ist der Barwert der erwarteten zukünftigen Netto-Zahlungsströme aus bestehenden Versicherungsverträgen zum Zeitpunkt des Hinzuerwerbs. Er wird über die Laufzeit der damit verbundenen Verträge abgeschrieben. Der Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben wurde unter Verwendung von Diskontierungszinssätzen zwischen 8,0 % und 12,0 % ermittelt. Zinsen für den Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben werden in Höhe der Verzinsung der entsprechenden Rückstellungen oder der vertraglich vereinbarten Verzinsung vereinnahmt. Es ergeben sich derzeit Zinssätze auf den Bestandswert zwischen 2,0 % und 6,5 %.

Kosten, die bei der Verkaufsförderung von Versicherungsverträgen anfallen (Sales Inducements), werden mit der gleichen Methode und den gleichen Annahmen wie aktivierte Abschlusskosten abgegrenzt und abgeschrieben, sofern sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie sind als Teil der Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge erfasst.
  • Sie sind ausdrücklich im Vertrag zu Vertragsbeginn als solche identifiziert.
  • Es handelt sich um Beträge, die der Allianz Konzern zusätzlich zu Zahlungen bei vergleichbaren Verträgen ohne Sales Inducements zahlt.
  • Sie erhöhen die Gutschrift für den Versicherungsnehmer gegenüber vergleichbaren Verträgen ohne Sales Inducement.

In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

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Schattenbilanzierung (Shadow Accunting)

Für Versicherungs- und Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung wird die Schattenrechnung auf aktivierte Abschlusskosten, den Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben und aktivierbare Kosten, die bei der Verkaufsförderung von Versicherungs- und Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung anfallen, angewandt. In die Bewertung dieser Aktiva werden erwartete Bruttogewinne oder erwartete Bruttomargen einbezogen, die ausschließlich realisierte Gewinne und Verluste berücksichtigen. Die Schattenrechnung wird angewandt, um nicht realisierte Gewinne und Verluste in gleicher Weise wie realisierte Gewinne und Verluste einzubeziehen. Die entsprechenden Anpassungen der Aktiva werden in den direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen als Komponente der zugehörigen nicht realisierten Gewinne oder Verluste erfasst. Im Falle der Realisierung von Gewinnen oder Verlusten werden die entsprechenden Beträge mittels des sogenannten Recycling in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und vorhergehende Anpassungen, die aus der Schattenrechnung resultieren, zurückgenommen.

Die Schattenrechnung im weiteren Sinne wird darüber hinaus auf alle Bewertungsunterschiede zwischen statutorischer Bilanzierung, die Grundlage für die Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer ist, und IFRS-Bilanzierung angewandt. Diese Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich als latente Beitragsrückerstattung (RfB) bilanziert. Wertminderungen, die von den Versicherungsnehmern in künftigen Perioden getragen werden, werden in der entsprechenden Rückstellung für Versicherungs- und Investmentverträge berücksichtigt. Weitere Informationen hierzu sind in dem Abschnitt Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge enthalten.

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Beitragsüberträge

Bei kurzfristigen Versicherungsverträgen, wie beispielsweise den meisten Schaden- und Unfallversicherungen, werden die auf künftige Jahre entfallenden Beiträge in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Regelungen unter US GAAP als Beitragsüberträge ausgewiesen. Die Höhe dieser Beitragsüberträge entspricht dem in künftigen Perioden gewährten Versicherungsschutz.

Beträge, die bei Abschluss bestimmter langfristiger Verträge erhoben werden (z. B. Vorabgebühren), werden als Beitragsüberträge ausgewiesen. In Übereinstimmung mit den maßgeblichen Regelungen unter US GAAP werden diese Gebühren nach der gleichen Methode wie die Abschreibungen aktivierter Abschlusskosten erfasst.

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Entflechtung von Versicherungs- und Einlagenkomponenten (Unbundling)

Die Einlagenkomponente eines Versicherungsvertrags wird von der Versicherungskomponente dieses Versicherungsvertrags getrennt, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die Einlagenkomponente (einschließlich aller eingebetteten Rückkaufsrechte) kann getrennt bewertet werden (d. h. ohne Berücksichtigung der Versicherungskomponente).
  2. Der Ansatz aller Verpflichtungen und Rechte, die aus der Einlagenkomponente resultieren, ist in den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Allianz Konzerns nicht vorgeschrieben.

Der Allianz Konzern erfasst in Übereinstimmung mit seinen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen alle Rechte und Verpflichtungen aus eingegangenen Versicherungsverträgen. Folglich hat der Allianz Konzern die Einlagenkomponente nicht getrennt von der Versicherungskomponente der Versicherungsverträge erfasst und keine zugehörige Rückstellung im Konzernabschluss gebildet.

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Abtrennung von Derivaten in Versicherungsverträgen (Bifurcation)

Bestimmte Universal-Life-Type- und Investmentverträge enthalten Vertragsbestandteile, die nicht in einem engen Zusammenhang mit dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag stehen. Diese Bestandteile werden von dem Versicherungsvertrag getrennt als Derivate gemäß IFRS 4 und IAS 39 bilanziert.

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Rückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die Rückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle werden für Zahlungsverpflichtungen aus Versicherungsfällen gebildet, die eingetreten, aber noch nicht abgewickelt sind. Rückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle werden unterteilt in Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle und in Rückstellungen für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle.

Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle basieren auf Schätzungen für künftige Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten. Diese Schätzungen werden auf Einzelfallbasis vorgenommen und beruhen auf Tatsachen und Gegebenheiten, wie sie zum Zeitpunkt der Rückstellungsbildung bekannt sind. Die Schätzungen werden von Schadensachbearbeitern fallweise unter Berücksichtigung allgemeiner Grundsätze der Versicherungspraxis sowie der jeweiligen Schadensituation und Versicherungsdeckung vorgenommen. Die Rückstellungen werden während der Schadenabwicklung unter Einbeziehung neuer Informationen regelmäßig neu bewertet, und Anpassungen werden vorgenommen, wenn neue Informationen zur Verfügung stehen. R ückstellungen für bis zum Stichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle werden in der Absicht gebildet, die geschätzten Schadenaufwendungen zu berücksichtigen, die bereits eingetreten sind, aber dem Allianz Konzern noch nicht mitgeteilt wurden. Rückstellungen für bis zum Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle werden, ähnlich wie Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle, gebildet, um die geschätzten Aufwendungen und Schadenregulierungskosten zu berücksichtigen, die bis zur endgültigen Schadenabwicklung voraussichtlich nötig sein werden. In die Schätzung der Rückstellungen des Allianz Konzerns fließen Erfahrungswerte ein, die gemäß aktuellen Trends und anderen relevanten Faktoren angepasst werden. Die Rückstellungen für eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer und statistischer Modelle der erwarteten Kosten für die endgültige Abwicklung und die Verwaltung von Schäden gebildet. Die Analysen basieren auf aktuell bekannten Fakten und Gegebenheiten, Prognosen künftiger Ereignisse, Schätzungen der künftigen Inflationsentwicklung und weiteren sozioökonomischen Faktoren. Beispiele für die zur Rückstellungsbildung für eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle herangezogenen Faktoren sind Entwicklungen bei der Schadenhäufigkeit, Schadenhöhe und der Zeitverzögerung von gemeldeten Schäden. Die Rückstellungen für eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle werden regelmäßig geprüft und zusätzliche Informationen und tatsächliche Schadenmeldungen entsprechend berücksichtigt.

Aufgrund der großen Anzahl von Variablen, die die endgültigen Schadensummen beeinflussen, ist das Verfahren zur Schätzung von Rückstellungen naturgemäß unsicher. Der Allianz Konzern reduziert die mit der Schätzung von Rückstellungen verbundenen Unsicherheiten, indem verschiedene versicherungsmathematische Reservierungsmethoden verwendet werden sowie durch bestimmte gruppenweite Prozesse und Kontrollen. Für weitere Informationen siehe Angabe 3.

Für einige Risiken aus dem Haftpflichtbereich wie Umwelt- und Asbestoseschäden ebenso wie für einzelne Großschäden liegen keine ausreichenden statistischen Daten vor, weil einige Eigenschaften dieser Schäden mitunter sehr langsam bekannt werden und sich entwickeln. In solchen Fällen wurden nach Analysen des mit diesen Risiken behafteten Portfolios angemessene Rückstellungen gebildet. Diese Rückstellungen berücksichtigen Schadenentwicklungen und entsprechen bestmöglichen Schätzungen des Allianz Konzerns. Die Rückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für Asbestose- und Umweltschäden wurden 2011 überprüft. Aus dieser resultiert die günstige Entwicklung der Reserven um 130 Mio € für Asbestreserven außerhalb der USA, teilweise ausgeglichen von einer gegenläufigen Entwicklung der Umweltschäden in den USA. Die gesamte günstige Entwicklung von 24 Mio € oder 0,7 % der Rückstellungen zum 31. Dezember 2010 bestärkt das bisherige Niveau der Rückstellungen für A&U-Schäden. Zusätzlich analysieren die operativen Versicherungsunternehmen regelmäßig die Asbestose- und Umwelthaftpflichttrends.

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Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge

Die Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge enthalten die Deckungsrückstellung, die Rückstellung für Beitragsrückerstattung sowie die übrigen versicherungstechnischen Rückstellungen.

Deckungsrückstellung für Lebensversicherungsverträge mit Gewinnbeteiligung

Die Deckungsrückstellung für Versicherungsverträge mit natürlicher Überschussbeteiligung wird in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Regelungen unter US GAAP nach der Net-Level-Premium-Methode berechnet. Diese Methode stützt sich auf Annahmen für Sterblichkeit, Invalidität und die Verzinsung, die vertraglich garantiert ist oder der Bestimmung der Überschussbeteiligung (oder Beitragsrückerstattung) zugrunde liegt. Die aktivierten Abschlusskosten und der Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben für Versicherungsverträge mit natürlicher Überschussbeteiligung werden über die erwartete Vertragslaufzeit im Verhältnis zu den erwarteten Bruttomargen basierend auf Erfahrungswerten und zukünftigen Erwartungen abgeschrieben. Diese Erfahrungswerte werden ihrerseits am Ende jeder Bilanzierungsperiode gemäß bester Schätzung ermittelt und überprüft. Der Barwert der erwarteten Bruttomargen errechnet sich mittels der erwarteten Finanzanlagerendite. Die erwarteten Bruttomargen enthalten Prämien, Erträge aus Finanzanlagen einschließlich realisierter Gewinne und Verluste, Versicherungsleistungen, Verwaltungskosten, Änderungen der Deckungsrückstellung und die Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer. Die Auswirkungen der Veränderung der erwarteten Bruttomargen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen.

Deckungsrückstellung für traditionelle langlaufende Versicherungsverträge

Die Deckungsrückstellung für traditionelle langlaufende Versicherungsverträge, wie beispielsweise traditionelle Lebens- und Krankenversicherungsverträge, wird in Übereinstimmung mit den maßgeblichen Regelungen unter US GAAP nach der Net-Level-Premium-Methode ermittelt. Sie stellt die Differenz aus dem Barwert erwarteter künftiger Versicherungsleistungen einschließlich der künftigen Schadenbearbeitungskosten sowie Verwaltungsgebühren und dem Barwert erwarteter künftiger Nettobeiträge dar, die vom Versicherungsnehmer einzubringen sind. Die Methode stützt sich auf Annahmen gemäß bester Schätzung für Sterblichkeit, Invalidität, erwartetes Finanzanlageergebnis, Rückkauf und Abschlussaufwendungen unter Einschluss einer Marge für ungünstige Abweichungen. Diese Annahmen werden für die Folgezeit festgeschrieben, es sei denn, ein Prämiendefizit (drohender Verlust) tritt ein. Aktivierte Abschlusskosten und der Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben für traditionelle langfristige Versicherungsverträge werden über die Laufzeit der Prämienzahlungen für die betreffenden Verträge im Verhältnis zum verdienten Beitrag abgeschrieben, wobei mit der Berechnung der Deckungsrückstellung übereinstimmende Annahmen gelten.

Deckungsrückstellung für Verträge vom Typ Universal Life

In Übereinstimmung mit den maßgeblichen Regelungen unter US GAAP entspricht die Deckungsrückstellung für Verträge vom Typ Universal Life dem Saldo aus den eingenommenen Beiträgen und dem den Versicherungsnehmern gutgeschriebenen Finanzanlageergebnis abzüglich der Aufwendungen für Sterbefälle und anderer Aufwendungen. Die Deckungsrückstellung für Verträge vom Typ Universal Life enthält ebenfalls Deckungsrückstellungen für fondsgebundene Versicherungsverträge sowie für Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Die aktivierten Abschlusskosten und der Bestandswert von Versicherungsbeständen aus Erwerben für Universal-Life-Versicherungsverträge werden über die erwartete Vertragsdauer im Verhältnis zu den erwarteten Bruttogewinnen basierend auf Erfahrungswerten und zukünftigen Erwartungen gemäß bester Schätzung ermittelt und am Ende jeder Bilanzierungsperiode überprüft. Der Barwert der erwarteten Bruttogewinne wird unter Verwendung der auflaufenden Zinsen für die Versicherungsnehmer oder der vertraglich vereinbarten Verzinsung ermittelt. Die erwarteten Bruttogewinne enthalten Gewinnspannen aus Sterblichkeit, Verwaltung, Finanzanlagen einschließlich realisierter Gewinne und Verluste sowie Rückkaufkosten. Die Auswirkungen der Veränderung der erwarteten Bruttogewinne werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen.

Die versicherungstechnischen Rückstellungen enthalten auch Verbindlichkeiten für garantierte Mindestleistungen im Todesfall und ähnliche Todesfall- und Invaliditätsleistungen im Zusammenhang mit nichttraditionellen Verträgen mit Verrentungsoptionen. Diese Rückstellungen werden auf der Basis vertraglicher Verpflichtungen unter Verwendung versicherungsmathematischer Annahmen berechnet.

Zugrundeliegende Annahmen für die Ermittlung von Deckungsrückstellungen für Lebensversicherungsverträge mit Gewinnbeteiligung, traditionelle langlaufende Versicherungsverträge und für Verträge vom Typ Universal Life

Aktuelle und historische Kundendaten sowie Branchendaten werden zur Ermittlung dieser Annahmen herangezogen.

Zinsschätzungen reflektieren erwartete Erträge aus Finanzanlagen, welche die künftigen Leistungen an die Versicherungsnehmer decken. Die von den Versicherungsmathematikern des Allianz Konzerns für die Annahmen verwendeten Daten umfassen unter anderem Annahmen aus der Prämienkalkulation, verfügbare Erfahrungsstudien und Rentabilitätsanalysen.

Die der Berechnung der aktivierten Abschlusskosten und der Deckungsrückstellung als Annahme zugrunde liegenden Zinssätze sind folgende:

  Traditionelle Lebens- und Traditionelle überschussberechtigte
  Krankenversicherungsprodukte Versicherungsprodukte
Aktivierte Abschlusskosten 2,5 - 6,0 % 2,2 - 5,0 %
Deckungsrückstellung 2,5 - 6,0 % 1,5 - 4,3 %

Entsprechende Informationen zu Verwendung und Schätzung von Annahmen sind in Angabe 3 enthalten.

Rückstellung für Beitragsrückerstattung

Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) umfasst die Beträge, die gemäß den jeweiligen nationalen gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen den Versicherungsnehmern zugewiesen werden, sowie die Beträge, die aus Unterschiedsbeträgen zwischen dem Konzernabschluss nach IFRS und den lokalen Jahresabschlüssen resultieren (latente RfB) und sich auf die künftigen Berechnungen der Überschussbeteiligung auswirken. Nichtrealisierte Gewinne und Verluste jederzeit veräußerbarer Finanzanlagen werden zu dem Anteil der latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt, mit dem im Fall ihrer Realisierung die Versicherungsnehmer aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Regelung partizipieren werden. Die den überschussberechtigten Versicherungsnehmern zugewiesene und ausgezahlte Überschussbeteiligung mindert die Rückstellung.

In den wichtigsten Ländern sind die Bezugsgrößen und die entsprechenden Prozentsätze zur Ermittlung der latenten Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer wie folgt bestimmt:

Land Basis Prozentsatz
Deutschland
Leben Alle Gewinnquellen 90 %
Kranken Alle Gewinnquellen 80 %
Frankreich
Leben Alle Gewinnquellen 85 %
Italien
Leben Kapitalanlageergebnis 85 %
Schweiz
Gruppe Leben Alle Gewinnquellen 90 %
Einzel Leben Alle Gewinnquellen 100 %

Deckungsrückstellung für nicht fondsgebundene Investmentverträge

Die Deckungsrückstellung für nicht fondsgebundene Investmentverträge, die keine ermessensabhängige Überschussbeteiligung enthalten, werden gemäß IAS 39 bilanziert. Die Deckungsrückstellung für diese Verträge wird anfangs mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder dem Guthaben des Versicherungsnehmers, vermindert um Abschlusskosten, die direkt dem Abschluss des Vertrags zugeordnet werden können, angesetzt. Anschließend werden diese Verträge mit den fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet.

Liability-Adequacy-Tests

Die einzelnen Versicherungsbestände werden sogenannten Liability-Adequacy-Tests unterzogen, die drohende Verluste frühzeitig aufzeigen sollen. In die Tests fließen Erwartungswerte zu Schäden, Kosten, verdienten Beiträgen und anteiligem Finanzanlageergebnis ein. Für kurzfristige Verträge wird eine Rückstellung für drohende Verluste ausgewiesen, wenn die Summe von erwartetem Schaden- und Schadenregulierungsaufwand, erwarteter Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer, nicht getilgten aktivierten Abschlusskosten und Verwaltungskosten das entsprechende nicht verdiente Beitragsaufkommen zuzüglich künftiger Finanzanlageerträge übersteigt. Für traditionelle langfristige und Versicherungsverträge mit abgekürzter Beitragszahlungsdauer wird eine Rückstellung für drohende Verluste ausgewiesen, wenn die tatsächlichen Erfahrungen hinsichtlich Anlageerträgen, Sterblichkeit, Invalidität, Storno oder Kosten darauf hindeuten, dass bestehende existierende Reserven zusammen mit dem Barwert künftiger Bruttobeiträge nicht ausreichend sein werden, um den Barwert künftiger Leistungen und die aktivierten Abschlusskosten zu decken. Für andere langfristige Verträge wird eine Rückstellung für drohende Verluste ausgewiesen, wenn der Barwert erwarteter künftiger Bruttogewinne oder Gewinnmargen und gegebenenfalls bestimmte Rückstellungen für Beitragsüberträge nicht ausreichend sein werden, um den Barwert künftiger Leistungen und die aktivierten Abschlusskosten zu decken.

In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

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Übrige Aktiva

Die übrigen Aktiva enthalten im Wesentlichen Forderungen, aktive Rechnungsabgrenzungsposten, derivative Finanzinstrumente, die zur Absicherung gehalten werden und die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen, sowie feste Verpflichtungen, Sachanlagen und sonstige Vermögenswerte.

Forderungen werden grundsätzlich mit dem Nennwert abzüglich erhaltener Forderungseingänge und Wertberichtigungen angesetzt.

Die Sachanlagen enthalten den eigengenutzten Grundbesitz, die Software, die Geschäftsausstattung und das Anlagevermögen der vollkonsolidierten Private-Equity-Beteiligungen und Alternativen Investments.

Eigengenutzter Grundbesitz (z. B. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken) wird mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Gebäude werden, ausgehend von den Anschaffungskosten und entsprechend ihren erwarteten Nutzungsdauern, längstens über 50 Jahre linear abgeschrieben. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag dieser Aktiva niedriger als ihr Buchwert ist. Wenn es nicht möglich ist, separate Cashflows eines Vermögenswertes zu identifizieren, um dessen erzielbaren Betrag zu schätzen, wird der erzielbare Betrag auf Basis des erzielbaren Betrags der „Cash Generating Unit“ geschätzt, welcher der Vermögenswert zugeordnet ist.

Software enthält erworbene und selbst erstellte Software. Software wird bei Zugang mit den Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer, grundsätzlich über 3 bis 5 Jahre, abgeschrieben.

Die Geschäftsausstattung wird zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen, ausgewiesen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt grundsätzlich linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswertes. Die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer beträgt bei der Geschäftsausstattung 2 bis 10 Jahre, mit Ausnahme erworbener IT-Anlagen, bei denen die wirtschaftliche Nutzungsdauer 2 bis 8 Jahre beträgt.

Der Allianz Konzern erfasst auch das Anlagevermögen seiner vollkonsolidierten Private-Equity-Beteiligungen und Alternativen Investments, z. B. Windparks, Solarparks und Automaten, in den Sachanlagen. Diese Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Die planmäßige Abschreibung erfolgt grundsätzlich linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte. Die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer für Windparks beträgt zwischen 20 und 25 Jahren und für Automaten zwischen 4 und 8 Jahren.

Kosten für Wartung und Instandhaltung werden unmittelbar als Aufwand erfasst, während Ausgaben für die Verlängerung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer, für zusätzliche Funktionalitäten oder eine anderweitige Werterhöhung des Vermögenswertes aktiviert werden.

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Als zur Veräusserung gehalten klassifizierte langfristige Vermögenswerte und Veräusserungsgruppen

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Dies erfordert, dass der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar und eine solche Veräußerung höchstwahrscheinlich ist. Die zuständige Managementebene muss einen Plan für den Verkauf des Vermögenswertes oder der Veräußerungsgruppe beschlossen haben, und die Veräußerung muss erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung für eine Erfassung als abgeschlossener Verkauf in Betracht kommen.

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden, sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen. Ein späterer Anstieg des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten ist als Gewinn zu erfassen, jedoch nur bis zur Höhe des bisher erfassten kumulierten Wertminderungsaufwands. Ein langfristiger Vermögenswert wird nicht planmäßig abgeschrieben, solange er als zur Veräußerung gehalten klassifiziert ist. Ein Gewinn oder Verlust, der bis zum Tag der Veräußerung bisher nicht erfasst wurde, wird am Tag der Ausbuchung erfasst.

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Geschäfts- oder Firmenwert sowie immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte umfassen immaterielle Vermögenswerte mit nicht bestimmbarer Nutzungsdauer wie den Geschäfts- oder Firmenwert und Markennamen sowie immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer wie langfristige Vertriebsvereinbarungen und Kundenbeziehungen.

Der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten, vermindert um aufgelaufene Wertminderungen, ausgewiesen. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Geschäftsoder Firmenwert jener Cash Generating Unit des Allianz Konzerns zugeordnet, von der erwartet wird, dass sie von der Unternehmensübernahme profitiert.

Der Allianz Konzern nimmt hinsichtlich des Geschäfts- oder Firmenwertes im 4. Quartal eine Überprüfung der Werthaltigkeit vor oder öfter, wenn Anzeichen einer Wertminderung vorliegen. Die Überprüfung der Werthaltigkeit enthält den Vergleich des realisierbaren Wertes jeder bedeutsamen Cash Generating Unit mit ihrem Buchwert in der Konzernbilanz, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes. Übersteigt der Buchwert der Cash Generating Unit den realisierbaren Wert dieser Einheit, wird eine Wertminderung vorgenommen. Die Wertminderung wird zuerst mit dem Geschäfts- oder Firmenwert und anschließend mit den Buchwerten der übrigen nicht finanziellen Vermögenswerte der Cash Generating Unit verrechnet. Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwertes werden bei anschließender Wertaufholung nicht rückgängig gemacht. In der Berechnung der Gewinne oder der Verluste aus Veräußerungen von Konzernunternehmen findet der noch nicht abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwert Berücksichtigung. In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

Gesondert erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei Zugang mit ihren Anschaffungskosten, die gewöhnlich den Kaufpreis und direkt zurechenbare Kosten umfassen, bewertet. Immaterielle Vermögenswerte, die bei Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt erfasst, wenn der immaterielle Vermögenswert separierbar ist oder aus vertraglichen oder gesetzlichen Rechten entsteht und wenn sein beizulegender Zeitwert verlässlich bewertet werden kann. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden bei Zugang mit ihren Anschaffungskosten, die der Summe der Kosten entsprechen, die ab dem Zeitpunkt anfallen, wenn die entsprechenden Ansatzkriterien in der Entwicklungsphase erfüllt sind, erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte mit nicht bestimmbarer Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt öfter, wenn es Hinweise darauf gibt, dass der Vermögenswert nicht werthaltig ist. Immaterielle Vermögenswerte mit zeitlich bestimmbarer Nutzungsdauer werden über diese abgeschrieben und zu Anschaffungskosten, vermindert um aufgelaufene Abschreibungen und Wertminderungen, ausgewiesen. Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der erzielbare Betrag dieser Aktiva niedriger als ihr Buchwert ist. Wenn es nicht möglich ist, separate Cashflows eines Vermögenswertes zu identifizieren, um dessen erzielbaren Betrag zu schätzen, wird der erzielbare Betrag auf Basis des erzielbaren Betrags der Cash Generating Unit geschätzt, welcher der Vermögenswert zugeordnet ist.

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Andere Verbindlichkeiten

Die anderen Verbindlichkeiten enthalten Abrechnungsverbindlichkeiten, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Rückstellungen, einbehaltene Einlagen aus dem abgegebenen Rückversicherungsgeschäft, derivative Finanzinstrumente, die zu Absicherungszwecken gehalten werden und die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen, sowie feste Verpflichtungen, Verbindlichkeiten für kündbare Eigenkapitalinstrumente sowie die übrigen Verbindlichkeiten. Diese Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Steuerverbindlichkeiten sind gemäß den jeweiligen nationalen Steuervorschriften ermittelt.

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Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital entspricht dem rechnerischen Nennwert je Aktie, der bei der Emission der Aktien erreicht wurde.

Die Kapitalrücklage stellt den Betrag dar, der bei der Ausgabe der Aktien über den rechnerischen Nennwert hinaus eingenommen wurde (zusätzliche Kapitaleinzahlung).

Gewinnrücklagen umfassen den Jahresüberschuss des aktuellen Jahres, die noch nicht ausgeschütteten Gewinne vorheriger Jahre, eigene Aktien sowie Sachverhalte, die nach IFRS direkt im Eigenkapital ausgewiesen werden. Eigene Aktien werden vom Eigenkapital abgezogen. Bei Verkauf, Ausgabe, Kauf oder Kündigung dieser Aktien wird kein Gewinn oder Verlust erfasst. Jede gezahlte oder erhaltene Leistung wird direkt im Eigenkapital erfasst.

Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährungsumrechnung, auch soweit sie sich aus der Bilanzierung nach der At-Equity-Methode ergeben, werden als Anpassungen aus Währungsänderungen ergebnisneutral mit dem Eigenkapital verrechnet.

Die nichtrealisierten Gewinne und Verluste (netto) enthalten nichtrealisierte Gewinne und Verluste aus der Marktbewertung jederzeit veräußerbarer Wertpapiere und derivativer Finanzinstrumente, welche die Kriterien des Hedge Accounting erfüllen. Hierzu gehören Cashflow Hedges und Hedges zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb.

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital stellen die proportionalen Minderheitenanteile am Eigenkapital der Tochtergesellschaften dar.

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Verdiente Beiträge und Schadenaufwendungen

Beiträge für kurzfristige Versicherungsverträge, wie z. B. für kurzfristige Lebens- und Krankenversicherungsverträge oder für Schaden- und Unfallversicherungsverträge, werden über die Laufzeit der Versicherungsverträge im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz vereinnahmt. Nicht verdiente Beiträge werden einzeln für jeden Versicherungsvertrag berechnet zu dem Zweck, den nicht erfolgswirksamen Teil des Beitragsaufkommens zu ermitteln. Für diese Versicherungsverträge werden Versicherungsleistungen bei Eintritt des Versicherungsfalls gebucht.

Langfristige Versicherungsverträge sind vom Versicherungsunternehmen unkündbare, zu garantierten Bedingungen verlängerbare Verträge, die voraussichtlich über einen langen Zeitraum im Bestand bleiben werden. Beiträge für langfristige Versicherungsverträge werden bei Fälligkeit als verdient und als Ertrag gebucht. Langfristige Versicherungsverträge umfassen Schaden-Unfall- sowie Lebens- und Krankenversicherungsverträge.

Beiträge aus Universal-Life-Type-Verträgen und variablen Rentenversicherungsverträgen („Variable Annuities“) setzen sich zusammen aus Risikobeiträgen, Kosten- und Stornobeiträgen sowie dem Saldo vorausbezahlter Gebühren und der Veränderung der abgegrenzten Gewinnreserve. Diese werden vom Kontensaldo des Versicherungsnehmers abgezogen und in Verdiente Beiträge (netto) erfasst.

Als Aufwand werden in der Berichtsperiode entstandene Leistungsansprüche gebucht, die den Saldo der betreffenden Versicherungsvertragskonten übersteigen, sowie Zinsen, die dem entsprechenden Versicherungsvertragskonto gutgeschrieben werden.

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Zinserträge und ähnliche Erträge/Aufwendungen

Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt. Zinserträge werden nach der Effektivzinsmethode erfasst. Die laufenden Erträge enthalten auch Dividenden aus jederzeit veräußerbaren Aktien, aus Finanzierungsleasing resultierende Zinserträge und Erträge aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Dividendenerträge werden dann erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung entstanden ist. Zinserträge aus Finanzierungsleasing werden so über die Grundmietzeit vereinnahmt, dass eine konstante Periodenrendite aus der Nettobarinvestition erzielt wird.

Erträge aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (netto) enthalten den anteiligen Jahresüberschuss von Unternehmen, die nach der At-Equity-Methode bilanziert werden.

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Erträge aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva (netto)

Erträge aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva umfassen alle Investmenterträge sowie die realisierten und die nichtrealisierten Gewinne und Verluste aus den zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva. Darüber hinaus sind Provisionen sowie Zinsaufwendungen und Refinanzierungskosten aus Anlagen des Handelsbestandes und Transaktionskosten in dieser Position enthalten. Gewinne und Verluste aus Fremdwährungstransaktionen werden ebenfalls in der Position Erträge aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva (netto) ausgewiesen.

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Provisions- und Dienstleistungserträge sowie -aufwendungen

Provisions- und Dienstleistungserträge werden bei Erbringung von Finanzdienstleistungen erfasst. Diese Erträge umfassen Provisionseinnahmen für Wertpapiergeschäfte, Finanzberatung, Treuhand- und Verwahrgeschäfte, Vermittlung von Versicherungspolicen und Leistungen mit Bezug auf Kreditkarten, Hypothekendarlehen, Sparverträge und Immobilien.

Die vom Allianz Konzern treuhänderisch verwalteten Vermögenswerte und Schulden, die im eigenen Namen, aber für fremde Rechnung gehalten werden, sind nicht in der Konzernbilanz ausgewiesen. Die Vergütungen aus diesen Geschäften werden als Provisions- und Dienstleistungserträge ausgewiesen.

Anlageberatungsvergütungen werden zum Zeitpunkt der Erbringung der Dienstleistung erfasst. Diese Vergütungen basieren in erster Linie auf Prozentsätzen des Zeitwertes von Assets under Management. Die für Privatkonten vereinnahmten Anlageberatungsvergütungen werden in der Regel vierteljährlich berechnet. Auf Privatkonten können auch an die Investmentperformance gebundene Vergütungen anfallen, die bei Erreichen der vereinbarten Performanceziele am Ende der jeweiligen Vertragsperiode erfasst werden.

Distributions-, Service- und Verwaltungsvergütungen werden bei Erbringung der Leistung erfasst. Diese Vergütungen basieren grundsätzlich auf Prozentsätzen des Zeitwertes der Assets under Management.

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Erträge und Aufwendungen aus voll konsolidierten Private-Equity-Beteiligungen

Alle Erträge und Aufwendungen aus vollkonsolidierten Private-Equity-Beteiligungen werden in separaten Positionen für Erträge und Aufwendungen ausgewiesen. Umsatzerlöse aus vollkonsolidierten Private-Equity-Beteiligungen werden ausgewiesen, wenn die Kunden die gelieferten Waren abgenommen haben und die zugehörigen Dienstleistungen erbracht wurden.

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Ertragsteuern

Der Steueraufwand enthält die tatsächliche Steuerbelastung auf Unternehmensgewinne für einzelne Konzernunternehmen sowie Veränderungen der aktiven und der passiven latenten Steuern. Aufwand und Ertrag aus Zinsen und Strafen, die an die Steuerbehörden gezahlt werden, sind im tatsächlichen Steueraufwand enthalten. Die Berechnung der aktiven und der passiven Steuerabgrenzung beruht auf steuerlichen Verlustvorträgen, ungenutzten Steuergutschriften und temporären Unterschiedsbeträgen zwischen den Buchwerten von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz des Allianz Konzerns und deren Steuerwerten. Die Berechnung der latenten Steuerabgrenzung erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen Steuersätzen; am oder vor dem Bilanzstichtag bereits beschlossene Steuersatzänderungen sind berücksichtigt. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden nur in dem Maße angesetzt, indem es wahrscheinlich ist, dass künftig zu versteuernde Einkommen in ausreichender Höhe zur Realisierung verfügbar sind.

In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

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Leasingverhältnisse

Die für die Nutzung anfallenden Zahlungen an den Leasinggeber im Rahmen eines Operating-Leasing-Verhältnisses werden in Form linearer Leasingraten über die Laufzeit in den Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt. Wird ein Leasingverhältnis vor Ablauf des Leasingzeitraums beendet, werden etwaige Vertragsstrafen zum Beendigungszeitpunkt in voller Höhe aufwandswirksam erfasst.

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Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Beiträge zu beitragsorientierten Plänen werden als Aufwand erfasst, wenn der Arbeitnehmer Arbeitsleistungen erbracht hat, die ihn zu diesen Beiträgen berechtigen.

Für leistungsorientierte Pläne wendet der Allianz Konzern für die versicherungsmathematische Berechnung des Barwertes der erdienten Pensionsansprüche, des Netto-Pensionsaufwands sowie gegebenenfalls der Mehrkosten aus Änderungen leistungsorientierter Pensionspläne die Projected Unit Credit Method an. Die wesentlichen Bewertungsprämissen sind in Angabe 48 dargestellt. Die Erhebung der personenbezogenen Daten erfolgt in der Regel im Zeitraum Oktober bis November, mit Fortschreibung bei wesentlichen Änderungen jeweils auf den 31. Dezember.

Der Allianz Konzern hat sich für das Korridorverfahren entschieden, d. h., für jeden einzelnen leistungsorientierten Pensionsplan erfasst der Allianz Konzern im Geschäftsjahr einen Teil der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste als Erträge oder Aufwendungen, sofern die zum 31. Dezember des Vorjahres bislang nicht berücksichtigten versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste den größeren der beiden folgenden Beträge übersteigen:

a) 10 % des Barwertes der erdienten Pensionsansprüche zum 31. Dezember des Vorjahres oder

b) 10 % des beizulegenden Zeitwertes des separierten Fondsvermögens zum 31. Dezember des Vorjahres.

Die den höheren der beiden genannten Beträge übersteigenden, bislang nicht berücksichtigten versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste werden grundsätzlich über die erwartete durchschnittlich verbleibende Restdienstzeit der Begünstigten verteilt als Ertrag oder Aufwand erfasst.

In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

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Aktienbasierte Vergütungspläne

Die aktienbasierten Vergütungspläne des Allianz Konzerns werden entweder als in Aktien oder als in bar zu erfüllende Vergütungspläne klassifiziert. In Aktien zu erfüllende Pläne werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Gewährungsstichtag bewertet. Dieser Zeitwert wird über den Erdienungszeitraum aufwandswirksam verteilt, mit einer damit einhergehenden Zunahme des Eigenkapitals. Darüber hinaus ist bei in Aktien zu erfüllenden Plänen ein Aufwand zu erfassen, der auf der bestmöglichen Schätzung der Anzahl der erwarteten ausübbaren Eigenkapitalinstrumente basiert. Bei in bar zu erfüllenden Vergütungsplänen des Allianz Konzerns wird der beizulegende Zeitwert des Plans als Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Danach wird jede Änderung des beizulegenden Zeitwertes von nicht ausgeübten Plänen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

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Rückstellungen für Restrukturierungsmassnahmen

Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden dann angesetzt, wenn der Allianz Konzern einen detaillierten formellen Plan für die Restrukturierungsmaßnahmen besitzt und bei den Betroffenen eine gerechtfertigte Erwartung geweckt hat, dass die Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden, entweder durch den Beginn der Umsetzung des Plans oder durch die Ankündigung seiner wesentlichen Bestandteile. Der detaillierte Plan umfasst die betroffenen Geschäftsbereiche, die ungefähre Anzahl der Mitarbeiter, die im Fall einer betriebsbedingten Kündigung entschädigt werden müssen, die damit verbundenen Kosten und den Zeitraum, in dem die Restrukturierungsmaßnahme durchgeführt werden soll. Der detaillierte Plan muss in einer Art und Weise kommuniziert werden, dass die Betroffenen mit seiner Verwirklichung rechnen können. Die Bewertung der Restrukturierungsrückstellung enthält nur direkte Kosten, die durch die Restrukturierung entstehen, d. h. diejenigen Beträge, die zwangsweise durch die Restrukturierung entstehen und nicht mit den laufenden Aktivitäten des Unternehmens in Zusammenhang stehen. Die Position Restrukturierungsaufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung enthält weitere im Zusammenhang mit Restrukturierungen stehende Aufwendungen, die zwangsweise im Zuge der Restrukturierung entstehen und nicht mit den laufenden Aktivitäten des Unternehmens in Zusammenhang stehen, aber nicht in der Restrukturierungsrückstellung enthalten sind, wie z. B. Wertminderungen von Vermögenswerten, die von der Restrukturierung betroffen sind.

In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

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