4 Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und der Darstellung des Konzernabschlusses

Kürzlich übernommene Rechnungslegungsvorschriften

erstmalige Anwendung zum 1. Januar 2011

Die folgenden geänderten und überarbeiteten Standards sowie Interpretationen wurden vom Allianz Konzern zum 1. Januar 2011 übernommen:

  • IAS 32, Finanzinstrumente: Darstellung – Änderungen bezüglich Klassifizierung von Bezugsrechten
  • IFRIC 19, Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente
  • IAS 24, Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen – Überarbeitung
  • IFRIC 14, IAS 19, Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung – Änderungen
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRSs 2010

Der Allianz Konzern hat diese Änderungen und Interpretationen zum 1. Januar 2011 übernommen. Die Übernahme der Änderungen und Interpretationen hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Allianz Konzerns.

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Kürzlich überarbeitete bzw. veröffentlichte Rechnungslegungsvorschriften

erstmalige Anwendung zum oder nach dem 1. Januar 2012 und keine vorzeitige Anwendung

IFRS 9, Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung

Im November 2009, hat das IASB IFRS 9, Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung, veröffentlicht. Der Standard ist Teil des Projekts, IAS 39 mit einem neuen Rechnungslegungsstandard zu ersetzen. Das Projekt besteht aus vier Komponenten, Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, Wertminderung und Abschreibung, Absicherungsgeschäfte sowie Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. Im Jahr 2011 hat das IASB die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 9 vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 verabschiedet. Darüber hinaus hat das IASB beschlossen, IFRS 9 wieder zu öffnen, um Ergebnisse aus dem Projekt zu Versicherungsverträgen sowie aus dem Klassifizierungs- und Bewertungsmodell des FASB berücksichtigen zu können. Der Allianz Konzern evaluiert aktuell die Auswirkungen von IFRS 9 auf den Konzernabschluss. Eine vorzeitige Anwendung ist grundsätzlich erlaubt, vom Allianz Konzern jedoch nicht beabsichtigt.

IFRS 10, 11, 12, Änderungen von IAS 27 und 28 Konsolidierung

Das IASB hat IFRS 10, 11 und 12 ebenso wie Änderungen zu IAS 27 und 28 als Teil des Konsolidierungsprojekts verabschiedet. Diese neuen Standards und Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Ziel des Konsolidierungsprojekts war es, ein einheitliches Konsolidierungsmodell zu entwickeln, das für Unternehmen dieselben Kriterien ansetzt. In diesem Zusammenhang hat das IASB das Kontrollkonzept als Basis für die Bestimmung des Konsolidierungskreises bestätigt und in diesem Zuge die Definition von „Beherrschung“ ebenso wie die Offenlegungsanforderungen überarbeitet. IFRS 10, Konzernabschlüsse, ersetzt die Anforderungen von IAS 27, Konzern- und Einzelabschlüsse, in Bezug auf die Regelungen zu Konzernabschlüssen ebenso wie SIC 12, Konsolidierung – Zweckgesellschaften. Regelungen in Bezug auf Einzelabschlüsse sind mit der überarbeiteten Version des IAS 27 abgedeckt. Die überarbeitete Version von IAS 28, Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, ersetzt den bestehenden IAS 28, Anteile an assoziierten Unternehmen. Der überarbeitete Standard definiert den Begriff „maßgeblicher Einfluss”, stellt die Anwendung der Equity-Methode dar und beschreibt die Bestimmung des Wertminderungsbedarfs bei assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. IFRS 11, Gemeinschaftliche Vereinbarungen, ersetzt IAS 31, Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, ebenso wie SIC-13, Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – Nicht-monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen. Der Standard verpflichtet Unternehmen, ihre Rechte und Pflichten zu bestimmen, die aus gemeinschaftlichen Vereinbarungen wie gemeinschaftlichen Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen hervorgehen, und stellt die Bilanzierung dieser Rechte und Pflichten dar. IFRS 12, Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen, enthält die Offenlegungspflichten, die bislang in IAS 27, 28 und 31 geregelt sind. Der Allianz Konzern evaluiert aktuell die Auswirkungen von IFRS 10, 11 und 12, sowie von IAS 28 auf den Konzernabschluss. Eine vorzeitige Anwendung ist grundsätzlich erlaubt, vom Allianz Konzern jedoch nicht beabsichtigt.

IFRS 13 Fair-Value-Bewertung

IFRS 13, Fair-Value-Bewertung, wurde im Mai 2011 veröffentlicht und ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Der Standard definiert den Begriff „beizulegender Zeitwert“ (Fair Value), enthält das Konzept für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ebenso wie für die Offenlegungsanforderungen, die bei Anwendung des beizulegenden Zeitwerts zu erfüllen sind. Allerdings legt der Standard, abgesehen von ein paar Ausnahmen, nicht fest, wann ein Vermögenswert, eine Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden darf oder muss. Die Anforderungen von IFRS 13 bezüglich Bewertung und Offenlegung finden dann Anwendung, wenn ein anderer Standard die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfordert oder erlaubt. Es wird erwartet, dass die Übernahme dieses Standards keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Allianz Konzerns haben wird. Eine vorzeitige Anwendung ist grundsätzlich erlaubt, vom Allianz Konzern jedoch nicht beabsichtigt.

Änderungen von IAS 19–Leistungen an Arbeitnehmer

In Juni 2011 hat das IASB eine überarbeitete Version von IAS 19 veröffentlicht, die für Geschäftsjahre anzuwenden ist, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Durch die Änderungen entfällt die Korridormethode als Möglichkeit zur Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste. Diese sind künftig ausschließlich im „Other Comprehensive Income“ (OCI) als Teil des Eigenkapitals abzubilden. Während alle Bewertungsänderungen im Eigenkapital (OCI) zu erfassen sind, müssen Dienstzeit- und Zinsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Langfristige Erträge aus dem Planvermögen müssen unter Anwendung desselben Zinsfußes ermittelt werden, der auch zur Ermittlung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung herangezogen wird. Die Änderungen von IAS 19 führen darüber hinaus zu erweiterten Offenlegungspflichten, z. B. in Bezug auf Planeigenschaften und Cash-Flow-Schwankungen. Es wird erwartet, dass die Übernahme dieser Änderungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Allianz Konzerns haben wird. Eine vorzeitige Anwendung ist grundsätzlich erlaubt, aber vom Allianz Konzern nicht beabsichtigt.

Weitere Änderungen und Interpretationen

Zusätzlich zu den oben genannten kürzlich veröffentlichten Rechnungslegungsvorschriften wurden folgende Änderungen von Standards und Interpretationen vom IASB veröffentlicht, die jedoch noch nicht in Kraft getreten sind oder vorzeitig vom Allianz Konzern angewendet wurden:

Standard/Interpretation Zeitpunkt des Inkrafttretens
IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben – Änderungen in Bezug auf die Übertragung finanzieller Vermögenswerte Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen
IAS 12, Ertragsteuern – Änderungen in Bezug auf latente Steuern: Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen
IAS 1, Darstellung des Abschlusses: Änderungen in Bezug auf die Darstellung der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses (OCI) Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen

Es wird erwartet, dass die Übernahme dieser Änderungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Allianz Konzerns haben wird. Eine vorzeitige Anwendung ist grundsätzlich erlaubt, aber vom Allianz Konzern nicht beabsichtigt.

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Sonstige Umgliederungen

Bestimmte Positionen des Vorjahres wurden umgegliedert, um mit der derzeitigen Darstellung übereinzustimmen.

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