20 Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Mio € Mio €
Deckungsrückstellung 338 318 324 189
Rückstellung für Beitragsrückerstattung 22 868 24 802
Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen 768 802
Summe 361 954 349 793

Deckungsrückstellung

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Mio € Mio €
Lebensversicherungsverträge mit Gewinnbeteiligung 141 776 138 588
Traditionelle langlaufende Versicherungsverträge 56 520 54 860
Verträge vom Typ Universal Life 138 846 129 680
Nicht fondsgebundene Investmentverträge 1 176 1 061
Summe 338 318 324 189

Die Deckungsrückstellungen aus Lebensversicherungsverträgen mit Gewinnbeteiligung und aus traditionellen langlaufenden Versicherungsverträgen haben sich in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wie folgt entwickelt:

  2011 2010
  Lebens-
versicherungs-
verträge mit
Gewinnbeteiligung
Traditionelle
langlaufende
Versicherungs-
verträge
Lebens-
versicherungs-
verträge mit
Gewinnbeteiligung
Traditionelle
langlaufende
Versicherungs-
verträge
  Mio € Mio € Mio € Mio €
1 Enthält für das zum 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr Veränderungen der Schattenbilanzierung in Höhe von – 26 (2010: – 9) Mio €.
Stand 1.1. 138 588 54 860 132 774 50 948
Währungsänderungen 151 124 748 1 220
Veränderungen Konsolidierungskreis –67
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Veränderungen 2 037 1 170 4 265 929
Zugewiesene Dividenden 1 023 123 1 135 461
Zugänge und Abgänge 3 47 4 –47
Sonstige Veränderungen1 –26 196 –338 1 416
Stand 31.12. 141 776 56 520 138 588 54 860

Die Deckungsrückstellungen aus Verträgen vom Typ Universal Life und aus nicht fondsgebundenen Investmentverträgen haben sich in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wie folgt entwickelt:

  2011 2010
  Verträge vom Typ
Universal Life
Nicht
fondsgebundene
Investmentverträge
Verträge vom Typ
Universal Life
Nicht
fondsgebundene
Investmentverträge
  Mio € Mio € Mio € Mio €
1 Diese Übertragungen betreffen im Wesentlichen Versicherungsverträge, wenn Versicherungsnehmer von einem fondsgebundenen Vertrag zu einem Vertrag vom Typ Universal Life wechseln.  
Stand 1.1. 129 680 1 061 114 054 949
Währungsänderungen 1 912 –16 3 606 23
Veränderungen Konsolidierungskreis –513 _ –85 _
Eingenommene Beiträge 16 933 575 19 585 472
Abgetrennte, eingebettete Derivate –307 _ –321 –1
Zinszuführungen 4 647 39 4 719 28
Abgänge aufgrund von Tod, Rückkäufen und Entnahmen –13 379 –474 –11 227 –420
Kosten und Gebühren –1 245 –16 –1 303 –8
Portfoliozugänge und -abgänge –2 _ 4 _
Übertragungen1 1 120 7 648 18
Stand 31.12. 138 846 1 176 129 680 1 061

Der Bestand an überschussberechtigten Lebensversicherungen lag zum 31. Dezember 2011 bei 57 % (2010: 59 %) des Bruttoversicherungsbestands des Allianz Konzerns. Überschussberechtigte Versicherungsverträge hatten 2011 einen Anteil von 64 % (2010: 64 %) an den Bruttobeiträgen und von 63 % (2010: 63 %) an den verdienten Beiträgen in der Lebensversicherung. Rückstellungen für traditionelle Versicherungsverträge mit Gewinnbeteiligung machten etwa 48 % (2010: 49 %) der gesamten Deckungsrückstellungen zum 31. Dezember 2011 aus.

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Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
Nach nationalen Vorschriften bereits zugewiesene Beträge      
Stand 1.1. 11 565 12 409 12 458
Währungsänderungen 5 35 4
Veränderungen Konsolidierungskreis –2 –20 _
Veränderungen 556 –859 –53
Stand 31.12. 12 124 11 565 12 409
Latente RfB      
Stand 1.1. 13 237 12 021 4 737
Währungsänderungen 29 150 –6
Veränderungen Konsolidierungskreis –22 –7 _
Veränderungen aufgrund von Zeitwertschwankungen –2 886 –682 6 599
Veränderungen aufgrund ergebniswirksamer Umbewertungen 386 1 755 691
Stand 31.12. 10 744 13 237 12 021
Summe 22 868 24 802 24 430
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Konzentration des Versicherungsrisikos im Segment Leben/Kranken

Im Geschäftsbereich Leben/Kranken werden eine Vielzahl von Versicherungs- und Investmentverträgen für Einzelpersonen und Gruppen in rund 30 Ländern angeboten. Einzelverträge umfassen sowohl traditionelle als auch fondsgebundene Verträge. Ohne die Berücksichtigung der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer bergen die traditionellen Verträge generell wesentliche Kapitalanlagerisiken für den Allianz Konzern, während fondsgebundene Verträge normalerweise eine Beteiligung des Versicherungsnehmers am Kapitalanlagerisiko vorsehen. Traditionelle Verträge umfassen Versicherungen für den Todes- und den Erlebensfall, Rentenversicherungen und Krankenversicherungen. Traditionelle Rentenverträge werden mit aufgeschobener oder sofort beginnender Auszahlung angeboten. Der Allianz Konzern betreibt außerdem in erheblichem Umfang Lebensversicherungsgeschäft in den USA in Form aktienkursindizierter Renten. Zusätzlich bietet der Allianz Konzern auf bestimmten Märkten Gruppenlebens-, Gruppenkrankenund Gruppenrentenversicherungen an.

Zum 31. Dezember 2011 und 2010 setzten sich die aktivierten Abschlusskosten sowie die Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge im Segment Leben/Kranken wie folgt zusammen:

Vergrößern

 

  Aktivierte Abschluss-
kosten
Deckungs-
rückstellung
Rückstellung
für
Beitragsrück-
erstattung
Sonstige
versicherungs-
technische
Rückstellungen
Summe
nicht fonds-
gebundener
Rückstellungen
Verbindlich-
keiten aus
fonds-
gebundenen
Verträgen
Summe
Stand 31. Dezember Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio €
2011              
Deutschland Leben 6 616 139 571 15 844 80 155 495 3 483 158 978
Deutschland Kranken 1 029 16 682 5 411 14 22 107 22 107
Frankreich 1 554 50 528 1 043 208 51 779 11 586 63 365
Italien 777 26 513 –1 942 24 571 17 401 41 972
Schweiz 193 9 176 1 238 149 10 563 722 11 285
Belgien 111 7 083 –31 38 7 090 236 7 326
Spanien 20 5 695 –65 5 630 28 5 658
Österreich 206 3 362 215 3 577 608 4 185
Osteuropa 365 1 926 –5 3 1 924 1 029 2 953
Übriges West- und Südeuropa 307 2 529 15 4 2 548 4 649 7 197
USA 3 622 52 177 52 177 15 837 68 014
Südamerika 1 568 568 3 571
Südkorea 536 7 693 34 7 727 748 8 475
Taiwan 303 1 141 20 27 1 188 3 695 4 883
Übrige Asien-Pazifik 769 4 194 129 73 4 396 3 415 7 811
Übrige 20 1 211 6 1 1 218 60 1 278
Summe 16 429 330 049 21 912 597 352 558 63 500 416 058
2010
Deutschland Leben 6 290 134 431 16 127 120 150 678 3 153 153 831
Deutschland Kranken 971 15 983 4 943 16 20 942 20 942
Frankreich 1 396 50 374 1 578 186 52 138 12 715 64 853
Italien 755 25 437 –319 25 118 19 415 44 533
Schweiz 220 8 511 1 030 140 9 681 721 10 402
Belgien 110 6 522 23 38 6 583 257 6 840
Spanien 21 5 502 39 5 541 37 5 578
Österreich 190 3 307 206 1 3 514 586 4 100
Osteuropa 351 1 986 7 4 1 997 1 153 3 150
Übriges West- und Südeuropa 335 2 352 25 5 2 382 4 661 7 043
USA 4 181 47 365 47 365 14 407 61 772
Südamerika 3 491 491 3 494
Südkorea 573 7 261 35 7 296 770 8 066
Taiwan 272 1 748 26 1 774 4 171 5 945
Übrige Asien-Pazifik 785 3 799 131 37 3 967 2 737 6 704
Übrige 7 1 067 3 2 1 072 61 1 133
Summe 16 460 316 136 23 828 575 340 539 64 847 405 386

Ein wesentlicher Teil der Aktivitäten des Geschäftsbereichs Leben/Kranken des Allianz Konzerns entfällt auf Westeuropa. Gesetze und Vorschriften für Versicherungen sehen dort historisch bedingt eine gesetzliche oder vertragliche Mindestbeteiligung der Versicherungsnehmer am Ergebnis des Versicherers vor. Insbesondere Deutschland, die Schweiz und Österreich, die zum 31. Dezember 2011 und 2010 rund jeweils 48 % der Rückstellungen für Versicherungsund Investmentverträge hielten, sind durch wesentliche Beteiligungen der Versicherungsnehmer an allen Ergebnisquellen einschließlich Risiko-, Kapitalanlage- und Kostenergebnis gekennzeichnet. Als Ergebnis dieser Beteiligung von Versicherungsnehmern ist das Versicherungs-, Kapitalanlage- und Kostenrisiko des Allianz Konzerns begrenzt.

Des Weiteren erfüllen alle Rentenversicherungsverträge des Allianz Konzerns in den USA die Anforderungen für die Klassifizierung als Versicherungsvertrag nach IFRS 4, weil diese Verträge Wahlrechte für die Versicherungsnehmer enthalten, eine lebenslange Rente zu beziehen. Diese Verträge setzen den Allianz Konzern weder derzeit einem signifikanten Langlebigkeitsrisiko aus, noch wird erwartet, dass sie den Allianz Konzern in Zukunft einem solchen Risiko aussetzen werden, da sowohl die angenommenen als auch die beobachteten Verrentungsraten sehr niedrig sind. Darüber hinaus bergen zahlreiche traditionelle Verträge im Allianz Konzern, die in Frankreich und Italien vertrieben werden, kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko, ungeachtet der Tatsache, dass diese Verträge aufgrund der ermessensabhängigen Überschussbeteiligung als Versicherungsverträge bilanziert werden. Ebenso birgt ein Großteil der fondsgebundenen Verträge des Allianz Konzerns in Frankreich und Italien kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko.

Aufgrund der erheblichen Vielfalt von Vertragsarten, einschließlich der sich gegenseitig ausgleichenden Effekte wie Sterberisiko und Langlebigkeitsrisiko in kombinierten Portfolios aus Lebens- und Rentenversicherungen, der geografischen Aufteilung des Geschäftsbereichs Leben/Kranken sowie der Höhe der Beteiligung von Versicherungsnehmern am Sterbe- und Krankheitsrisiko in bestimmten westeuropäischen Ländern, ist der Allianz Konzern der Überzeugung, dass der Geschäftsbereich Leben/Kranken keine wesentlichen Versicherungsrisiken birgt und dass der Jahresüberschuss oder das Eigenkapital keinem besonderen versicherungstechnischen Risiko unterliegen.

Aufgrund der Garantieverzinsung in den meisten der nicht fondsgebundenen Verträge ist der Geschäftsbereich Leben/ Kranken des Allianz Konzerns einem wesentlichen Kapitalanlagerisiko unterworfen. Eine Übersicht über die gewichtete Durchschnittsgarantieverzinsung der wichtigsten operativen Konzerngesellschaften des Segments Leben/Kranken (die 2011 und 2010 jeweils 87 % der nicht fondsgebundenen Rückstellungen hielten) stellt sich nach Ländern wie folgt dar:

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Garantie-
verzinsung
Nicht
fonds-
gebunde
Rück-
stellungen
%-Satz der
nicht fonds-
gebundenen
Rück-
stellungen
Garantie-
verzinsung
Nicht
fonds-
gebunde
Rück-
stellungen
%-Satz der
nicht fonds-
gebundenen
Rück-
stellungen
  in % € Mrd in % in % € Mrd in %
1 Beinhaltet nicht L’Assicuratrice Italiana Vita S.p.A. (283 Mio € nicht fondsgebundener Rückstellungen).
Deutschland Leben 3,2 133,3 98,0 3,3 129,0 98,0
Frankreich 1,0 50,6 80,7 1,1 50,4 79,8
Italien1 2,5 26,2 60,1 2,6 25,2 56,7
USA 1,4 55,5 77,8 1,5 51,0 78,0
Schweiz 2,0 9,3 92,8 2,3 8,6 92,3
Südkorea 4,8 7,7 91,1 4,9 7,3 90,5
Belgien 3,6 7,6 87,0 3,6 6,9 88,9

Auf den meisten dieser Märkte übersteigt der Effektivzinssatz, der sich aus dem Investmentportfolio ergibt, die Garantieverzinsung. Zusätzlich kann die Geschäftstätigkeit in diesen Märkten wesentliche Sterblichkeits- und Kostenmargen enthalten. Aus diesem Grund ist der Allianz Konzern davon überzeugt, dass der Geschäftsbereich Leben/Kranken zum 31. Dezember 2011 und 2010 keinem wesentlichen Risiko der Unterdeckung von Reserven unterlag. Allerdings haben die Leben/Kranken-Konzerngesellschaften in der Schweiz, Belgien, Südkorea und Taiwan eine hohe Garantieverzinsung in Altverträgen und können dadurch sensibel auf ein Sinken der Investmenterträge bzw. auf ein anhaltend niedriges Zinsniveau reagieren.

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