43 Ertragsteuern

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
Tatsächliche Steuern      
Inland –516 –198 299
Ausland –1 281 –1 723 –1 494
Zwischensumme –1 797 –1 921 –1 195
Latente Steuern      
Inland 188 89 500
Ausland –433 –132 155
Zwischensumme –245 –43 655
Summe –2 042 –1 964 –540

Für die Geschäftsjahre 2011, 2010 und 2009 beinhalten die Ertragsteuern, die sich auf die Bestandteile der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen beziehen, folgende Komponenten:

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
Währungsänderungen –1 41 –13
Jederzeit veräußerbare Wertpapiere 81 –146 –1 312
Cashflow Hedges 4 –9 3
Anteil des direkt im Eigenkapital erfassten Nettoertrags
von assoziierten Unternehmen
–1 –6
Sonstiges 66 23 3
Summe 149 –97 –1 319

Im tatsächlichen Steueraufwand des Geschäftsjahres 2011 sind Aufwendungen von 92 (2010: Erträge von 150; 2009: Erträge von 320) Mio € enthalten, die frühere Geschäftsjahre betreffen.

Aufgrund der im Steuersenkungsgesetz 2001 geregelten Umstellung vom Anrechnungsverfahren zum klassischen Steuersystem in Deutschland (sogenanntes „Halbeinkünfteverfahren“) hat der Allianz Konzern Steuerguthaben verloren. Dies ist durch das im Dezember 2010 veröffentlichte Jahressteuergesetz korrigiert worden und führte 2010 zu einem Steuerertrag aus Aktivierung des zusätzlichen Körperschaftsteuerminderungsguthabens von 110 Mio €. Dieser Steuerertrag ist in dem Steuerertrag von 2010 betreffend frühere Geschäftsjahre enthalten.

In 2009 wurden aufgrund der Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs (Fall Steko) und des Bundesfinanzhofs (BFH) die 2001 vorgenommenen Teilwertabschreibungen auf bestimmte Finanzanlagen als steuerlich abzugsfähig anerkannt. Diese Gerichtsentscheidungen führten 2009 zu einem Ertrag für den Allianz Konzern von 283 Mio € und für die Versicherungsnehmer von 730 Mio €. Der Steuerertrag aufgrund dieser Gerichtsentscheidungen besteht aus tatsächlichen und latenten Steuern und bezieht sich auf 2009 sowie Vorjahre.

Die latenten Steuern des Geschäftsjahres 2011 enthalten Aufwendungen von 224 (2010: Erträge von 69; 2009: Erträge von 197) Mio € aus der Veränderung latenter Steuern auf temporäre Differenzen und Erträge von 25 (2010: Aufwendungen von 117; 2009: Erträge von 452) Mio € aus der Veränderung latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge. Aus der Änderung der anzuwendenden Steuersätze infolge von Gesetzesänderungen ergeben sich latente Steueraufwendungen von 46 (2010: Erträge von 5; 2009: Erträge von 6) Mio €.

Die ausgewiesenen Ertragsteuern sind für das Geschäftsjahr 2011 um 644 Mio € höher (2010: 135 Mio € niedriger; 2009: 1 007 Mio € niedriger) als die erwarteten Ertragsteuern. Die nachstehende Übersicht zeigt eine Überleitung von den erwarteten Ertragsteuern zu den effektiv ausgewiesenen Ertragsteuern. Die Überleitungsrechnung für den Konzern ergibt sich hierbei als Zusammenfassung der einzelnen gesellschaftsbezogenen und mit dem jeweiligen länderspezifischen Steuersatz erstellten Überleitungsrechnungen nach Berücksichtigung ergebniswirksamer Konsolidierungseffekte. Der in der Überleitungsrechnung angewendete erwartete Steuersatz für inländische Konzernunternehmen umfasst die Körperschaftsteuer, die Gewerbesteuer und den Solidaritätszuschlag und beträgt 31,0 % (2010: 31,0 %; 2009: 31,0 %).

Der effektive Steuersatz bestimmt sich auf der Basis der effektiven Steuerbelastung, bezogen auf das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern.

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern      
Inland –711 651 –221
Ausland 5 557 6 522 5 411
Summe 4 846 7 173 5 190
Erwarteter Ertragsteuersatz 28,8 % 29,3 % 29,8 %
Erwartete Ertragsteuern 1 398 2 099 1 547
Gewerbesteuer und ähnliche Steuern 201 176 150
Steuerfreie Nettoeinnahmen –40 –571 –599
Auswirkungen steuerlicher Verluste 178 279 –59
Sonstige Effekte 305 –19 –499
Ertragsteuern 2 042 1 964 540
Effektiver Steuersatz 42,1% 27,4 % 10,4 %

Die sonstigen Effekte enthalten 205 Mio € aus Verlusten im Zusammenhang mit Naturkatastrophen in Ländern mit unterdurchschnittlichen Steuersätzen sowie aus steuerlich nicht abzugsfähigen Wertminderungen. In der steuerlichen Überleitungsrechnung für 2009 enthalten die sonstigen Effekte von - 499 Mio € einen Betrag von - 505 Mio € tatsächliche und latente Steuern für Vorjahre, die zu einem wesentlichen Teil aus den oben erwähnten Gerichtsentscheidungen (Steko/BFH) resultieren.

Wertberichtigungen der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge früherer Perioden führten im Geschäftsjahr 2011 zu latenten Steueraufwendungen von 33 (2010: 153; 2009: 11) Mio €. Der Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf laufende Geschäftsjahresverluste hat sich mit 161 (2010: 142; 2009: 85) Mio € aufwandserhöhend ausgewirkt. Aufgrund der Nutzung von Verlustvorträgen, für die bisher keine aktiven latenten Steuern angesetzt waren, verringerten sich die tatsächlichen Ertragsteuern um 14 (2010: 15; 2009: 5) Mio €. Aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge früherer Perioden, die bislang nicht angesetzt waren, ergab sich ein latenter Steuerertrag von 2 (2010: 1; 2009: 150) Mio €. Die vorstehend genannten Effekte sind in der Überleitungsrechnung in der Position „Auswirkungen steuerlicher Verluste“ enthalten.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen Steuersätzen, die im Jahr 2011 zwischen 10,00 % und 40,00 % lagen. Zum 31. Dezember 2011 bereits beschlossene Steuersatzänderungen sind berücksichtigt.

Latente Steuern auf Verlustvorträge werden aktiviert, soweit mit großer Wahrscheinlichkeit künftig zu versteuernde Einkommen in ausreichender Höhe zur Realisierung verfügbar sein werden. Unternehmen, die im laufenden Geschäftsjahr oder im Vorjahr steuerliche Verluste erlitten haben, haben einen Überhang der aktiven Steuerabgrenzungen über die passiven Steuerabgrenzungen in Höhe von 846 Mio € angesetzt.

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Aktive und passive Steuerabgrenzungen

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Mio € Mio €
Aktive Steuerabgrenzung    
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva 103 84
Finanzanlagen 3 597 2 869
Aktivierte Abschlusskosten 1 449 958
Übrige Aktiva 923 845
Immaterielle Vermögenswerte 136 137
Steuerliche Verlustvorträge 2 834 2 748
Versicherungstechnische Rückstellungen 3 824 3 763
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 171 225
Übrige Passiva 810 842
Summe 13 847 12 471
Nichtansatz oder Wertberichtigungen latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge –753 –763
Saldierungseffekt –10 773 –9 045
Summe nach Saldierung 2 321 2 663
Passive Steuerabgrenzung    
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva 78 100
Finanzanlagen 5 934 4 625
Aktivierte Abschlusskosten 4 428 4 114
Übrige Aktiva 620 448
Immaterielle Vermögenswerte 368 336
Versicherungstechnische Rückstellungen 2 375 2 468
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 218 228
Übrige Passiva 633 702
Summe 14 654 13 021
Saldierungseffekt –10 773 –9 045
Summe nach Saldierung 3 881 3 976
Saldo aktive (passive) Steuerabgrenzung –1 560 –1 313

Zu versteuernde temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Allianz Konzerngesellschaften, für die keine latenten Steuerabgrenzungen passiviert wurden, weil der Allianz Konzern deren Umkehrung steuern kann und sie sich in absehbarer Zukunft nicht umkehren werden, betragen 596 (2010: 521) Mio €. Abzugsfähige temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Allianz Konzerngesellschaften, für die keine latenten Steuerabgrenzungen aktiviert wurden, weil es nicht wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit umkehren, belaufen sich auf 102 (2010: 208) Mio €.

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Steuerliche Verlustvorträge

Es bestehen zum 31. Dezember 2011 nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 11 551 (2010: 10 829) Mio €, für die aktive latente Steuern insoweit gebildet wurden, als ihre Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Von den Verlustvorträgen können 10 518 (2010: 9 572) Mio € zeitlich unbegrenzt genutzt werden.

Die steuerlichen Verlustvorträge werden gemäß ihren Verfallsperioden wie folgt gegliedert:

  2011
  Mio €
2012 69
2013 176
2014 75
2015 87
2016 193
2017 94
2018 60
2019 50
2020 13
2021 6
>10 Jahre 210
Unbegrenzt 10 518
Summe 11 551
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