48 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Allianz Konzern unterhält sowohl leistungsorientierte Pensionspläne als auch Beitragszusagen für seine Mitarbeiter. Die Unternehmen des Allianz Konzerns erteilen ihren Mitarbeitern und in Deutschland auch Vertretern Pensionszusagen. In Deutschland sind dies überwiegend leistungsorientierte Pensionspläne.

Bei leistungsorientierten Pensionsplänen wird dem Begünstigten durch das Unternehmen oder über einen externen Versorgungsträger eine bestimmte Leistung zugesagt; im Gegensatz zu den Beitragszusagen sind die vom Unternehmen zu erbringenden Aufwendungen aus Leistungszusagen nicht im Vorhinein festgelegt.

Leistungsorientierte Pensionspläne

An Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionspläne werden folgende Beträge in der Konzernbilanz erfasst:

Stand 31. Dezember 2011 2010
  Mio € Mio €
1 Besteht für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 197 Mio € im Wesentlichen aus der Pensionsrückstellung der entkonsolidierten Tochtergesellschaft manroland.
Bilanzwert 1.1. 3 553 3 543
Veränderungen Konsolidierungskreis1 –216
Währungsänderungen –3 2
Aufwendungen 622 658
Zahlungen –587 –650
Bilanzwert 31.12. 3 369 3 553
davon vorausbezahlter Aufwand –385 –372
davon Pensionsrückstellung 3 754 3 925

Im Folgenden werden die Veränderungen beim Verpflichtungsumfang und beim Zeitwert des Fondsvermögens sowie der Stand der Bilanzwerte für die verschiedenen leistungsorientierten Pensionspläne des Allianz Konzerns dargestellt.

  2011 2010
  Mio € Mio €
1 Besteht für das Geschäftsjahr 2011 im Wesentlichen aus dem Barwert der Pensionsansprüche der entkonsolidierten Tochtergesellschaft manroland AG in Höhe von 411 Mio €.
2 Zum 31. Dezember 2011 waren 5 415 (2010: 5 329) Mio € vom Barwert der erdienten Pensionsansprüche nicht durch Vermögenswerte gedeckt, während 10 204 (2010: 9 991) Mio € ganz oder teilweise durch Vermögenswerte gedeckt waren.
3 Zusätzlich zahlte der Allianz Konzern direkt 263 (2010: 257) Mio € an die Begünstigten.
4 Besteht für das Geschäftsjahr 2011 im Wesentlichen aus dem Zeitwert des Fondsvermögens der entkonsolidierten Tochtergesellschaft manroland AG in Höhe von 197 Mio €.
Veränderung des Verpflichtungsumfangs    
Barwert der erdienten Pensionsansprüche 1.1. 15 320 13 727
Laufender Dienstzeitaufwand 327 340
Kalkulatorische Zinsaufwendungen 678 693
Mitarbeiterbeiträge 93 72
Kosten aus Planänderungen –9 2
Versicherungsmathematische Gewinne (–) / Verluste (+) 177 835
Währungsänderungen 80 240
Pensionszahlungen –606 –593
Veränderungen Konsolidierungskreis1 –443 64
Abgänge –43
Beendigung und Kürzungen von Plänen 2 –17
Barwert der erdienten Pensionsansprüche 31.12.2 15 619 15 320
Veränderung des Fondsvermögens    
Zeitwert des Fondsvermögens 1.1. 9 780 8 913
Erwarteter Vermögensertrag 456 454
Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) –36 53
Arbeitgeberbeiträge 322 392
Mitarbeiterbeiträge 93 72
Währungsänderungen 71 229
Pensionszahlungen3 –343 –336
Veränderungen Konsolidierungskreis4 –207 61
Abgänge –48
Effekt aufgrund von Plankürzungen –10
Zeitwert des Fondsvermögens 31.12. 10 136 9 780
Finanzierungsstatus 31.12. 5 483 5 540
Nicht getilgte versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste (–) –2 182 –2 058
Nicht getilgte Kosten aus Planänderungen 11 5
Effekt aufgrund der Begrenzung des Vermögenswertes 57 66
Bilanzwert 31.12. 3 369 3 553

Vom Barwert der erdienten Pensionsansprüche entfielen zum 31. Dezember 2011 insgesamt 11 (2010: 11) Mio € auf Gesundheitsfürsorgeleistungen bzw. 11 (2010: 11) Mio € auf die Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen.

Der für leistungsorientierte Pensionspläne in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Netto-Pensionsaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

  2011 2010 2009
  Mio € Mio € Mio €
Laufender Dienstzeitaufwand 327 340 288
Kalkulatorische Zinsaufwendungen 678 693 695
Erwarteter Vermögensertrag –456 –454 –440
Tilgung der Kosten aus Planänderungen –3 3 –8
Tilgung der versicherungsmathematischen Gewinne (–) / Verluste (+) 84 124 –55
Auswirkungen aufgrund der Begrenzung des Vermögenswertes –10 –48 99
Auswirkungen von Plankürzungen bzw. Abgeltungen 2 –8
Netto-Pensionsaufwand 622 658 571

Vom dargestellten Netto-Pensionsaufwand entfiel im Geschäftsjahr 2011 auf Gesundheitsfürsorgeleistungen 1 (2010: 1; 2009: – 46) Mio €.

Die tatsächlichen Vermögenserträge aus dem Fondsvermögen beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 auf 420 (2010: 507; 2009: 723) Mio €.

Die wichtigsten Kennzahlen für leistungsorientierte Pensionspläne stellen sich wie folgt dar:

  2011 2010 2009 2008 2007
  Mio € Mio € Mio € Mio € Mio €
Barwert der erdienten Pensionsansprüche 15 619 15 320 13 727 12 247 16 142
Zeitwert des Fondsvermögens 10 136 9 780 8 913 7 964 10 931
Finanzierungsstatus 5 483 5 540 4 814 4 283 5 211
Versicherungsmathematische
Gewinne (–) / Verluste
(+) aus erfahrungsbedingten
Anpassungen für:
         
Verpflichtungsumfang –33 –125 –73 –42 –56
Fondsvermögen 36 –53 –283 781 331

Bewertungsprämissen

Die Prämissen für die versicherungsmathematische Bewertung des Barwerts der erdienten Pensionsansprüche sowie des Netto-Pensionsaufwands richten sich nach den Verhältnissen des Landes, in dem der Pensionsplan eingerichtet wurde.

Bei den Berechnungen werden aktuelle, versicherungsmathematisch entwickelte biometrische Wahrscheinlichkeiten zugrunde gelegt. Des Weiteren kommen Annahmen über die künftige Fluktuation in Abhängigkeit von Alter und Dienstjahren ebenso zur Anwendung wie konzerninterne Pensionierungswahrscheinlichkeiten.

Die gewichteten Annahmen für die Ermittlung des Barwertes der erdienten Pensionsansprüche sowie für die Ermittlung des Netto-Pensionsaufwands stellen sich wie folgt dar:

Stand 31. Dezember 2011 2010 2009
  % % %
Rechnungszins 4,6 4,7 5,1
Langfristig erwarteter Vermögensertrag 4,8 5,0 5,4
Gehaltstrend/Anwartschaftsdynamik 2,2 2,4 2,4
Rentendynamik 1,4 1,5 1,6
Trend der medizinischen Versorgung 4,1 4,1 5,4

Für den Netto-Pensionsaufwand gelten die jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag des vorhergehenden Geschäftsjahres. Bezüglich der Annahmen zum langfristig erwarteten Vermögensertrag ist der jeweilige Wert des aktuellen Jahres maßgeblich.

Die Annahmen zum Rechnungszins spiegeln die Marktverhältnisse am Bilanzstichtag für erstklassige festverzinsliche Anleihen entsprechend der Währung und der Duration der Pensionsverbindlichkeiten wider.

Insbesondere die Annahme zum Rechnungszins führt zu Unsicherheit und einem erheblichen Risiko. Eine Veränderung des Rechnungszinses um 25 Basispunkte hätte einen Effekt von 551 Mio € auf den Barwert der erdienten Pensionsansprüche.

Eine Veränderung des Trends der medizinischen Versorgung um einen Prozentpunkt hätte einen Effekt von 1 Mio € auf den Barwert der erdienten Pensionsansprüche und keinen wesentlichen Effekt auf den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Netto-Pensionsaufwand.

Der langfristig erwartete Vermögensertrag für das Geschäftsjahr 2011 basiert auf der folgenden Zielallokation und den zugehörigen langfristig erwarteten Vermögensrenditen je Anlageklasse (gewichtete Durchschnitte):

  Zielallokation Langfristig erwartete
Vermögensrendite
  % %
Aktien 17,5 7,8
Anleihen 72,5 4,1
Immobilien 5,7 5,2
Sonstige 4,3 4,1
Summe 100,0 4,8

Die Festlegung der langfristig erwarteten Vermögensrendite je Anlageklasse basiert auf Kapitalmarktstudien.

Fondsvermögen

Bezogen auf den Zeitwert des Fondsvermögens, stellt sich die aktuelle Allokation der Vermögenswerte (gewichtete Durchschnitte) folgendermaßen dar:

Stand 31. Dezember 2011
%
2010
%
1 Zuordnung der Annuity Contracts geändert. Im Geschäftsjahr 2010 waren diese unter Anleihen erfasst, im Geschäftsjahr 2011 werden diese der Position Sonstige zugeordnet.
Aktien 11,2 14,4
Anleihen1 57,8 75,6
Immobilien 4,1 4,8
Sonstige1 26,9 5,2
Summe 100,0 100,0

Der Großteil des Fondsvermögens entfällt auf die Allianz Versorgungskasse VVaG, München. Diese Einrichtung versichert alle Mitarbeiter der deutschen Versicherungsunternehmen und wird nicht konsolidiert.

Das Fondsvermögen enthält keine Aktien von Unternehmen des Allianz Konzerns und keine vom Allianz Konzern genutzten Immobilien.

Der Allianz Konzern beabsichtigt, langfristig die Aktienquote für das Fondsvermögen der leistungsorientierten Pensionspläne schrittweise an die Zielallokation heranzuführen.

Beitragszahlungen

Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet der Allianz Konzern für leistungsorientierte Pensionspläne Arbeitgeberbeiträge zum Fondsvermögen in Höhe von 280 Mio € sowie direkte Pensionszahlungen an Begünstigte in Höhe von 274 Mio €.

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Beitragszusagen

Beitragszusagen werden über externe Versorgungsträger oder ähnliche Institutionen finanziert. Dabei werden an diese Einrichtungen fest definierte Beiträge (z. B. basierend auf dem Einkommen) gezahlt, wobei der Anspruch des Leistungsempfängers gegenüber diesen Einrichtungen besteht und der Arbeitgeber über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung hat.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden Aufwendungen für Beitragszusagen in Höhe von 185 (2010: 163; 2009: 149) Mio € durch den Allianz Konzern getätigt. Zusätzlich zahlte der Allianz Konzern Beiträge zu staatlichen Pensionsplänen in Höhe von 332 (2010: 367; 2009: 373) Mio €.

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