50 Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen

Zum 31. Dezember 2011 hat der Allianz Konzern im Zuge mehrerer Restrukturierungsprogramme in verschiedenen Geschäftsbereichen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen gebildet. Diese Rückstellungen enthalten hauptsächlich Personalkosten für Abfindungszahlungen und Kosten im Zusammenhang mit der Beendigung von Verträgen einschließlich Aufhebungskosten für Mietverträge, die sich im Zusammenhang mit der Durchführung der jeweiligen Maßnahmen ergeben werden.

Entwicklung der Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen:

  Allianz
Deutschland
AG
Fireman's
Fund
Insurance
Company
manroland
AG
Allianz
Beratungs-
und
Vertriebs AG
Euler
Hermes
Group
Übrige Summe
  Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio €
Stand 1. Januar 2009 148 4 191 343
Neue Rückstellungen 89 37 145 271
Zuführung zu bestehenden Rückstellungen 3 24 27
Auflösung von Rückstellungen früherer Jahre –53 –16 –69
Verbrauch von Rückstellungen durch Zahlungen –16 –28 –121 –165
Verbrauch von Rückstellungen durch Umbuchungen –27 –2 –57 –86
Währungsänderungen 1 1
Sonstige 24 24
Stand 31. Dezember 2009 55 87 37 167 346
Neue Rückstellungen 42 67 64 173
Zuführung zu bestehenden Rückstellungen 13 47 42 102
Auflösung von Rückstellungen früherer Jahre –5   –12 –17
Verbrauch von Rückstellungen durch Zahlungen –7 –44 –88 –139
Verbrauch von Rückstellungen durch Umbuchungen –13 –21 –24 –58
Währungsänderungen 2 2
Stand 31. Dezember 2010 48 90 53 67 151 409
Neue Rückstellungen 71 40 111
Zuführung zu bestehenden Rückstellungen 1 1 3 14 19
Auflösung von Rückstellungen früherer Jahre –5 –5 –10
Verbrauch von Rückstellungen durch Zahlungen –5 –13 –27 –11 –93 –149
Verbrauch von Rückstellungen durch Umbuchungen –20 –22 –42
Währungsänderungen 3 3
Veränderungen Konsolidierungskreis –63 –63
Sonstige 2 2
Stand 31. Dezember 2011 44 63 34 54 85 280

Die Entwicklung der Restrukturierungsrückstellungen gibt den Stand der Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen wieder. Gemäß den spezifischen IFRS-Vorschriften sind Restrukturierungsrückstellungen zu bilden, bevor diese die Ansatzkriterien anderer Rückstellungsarten gemäß den maßgeblichen Vorschriften erfüllen. Damit der Stand der Umsetzungen der verschiedenen Restrukturierungsmaßnahmen besser erkennbar wird, werden Restrukturierungsrückstellungen, soweit diese schon angesetzt waren, in die Rückstellungsart umgegliedert, die man herangezogen hätte, wenn kein Restrukturierungsplan bestünde. Das gilt für jeden einzelnen Vertrag. In Bezug auf Personalaufwand wird, wenn der Mitarbeiter sich vertraglich zur Altersteilzeit (spezifisches Programm des vorgezogenen Ruhestands in Deutschland) verpflichtet oder einen Abfindungsvertrag unterzeichnet hat, der entsprechende Teil der Restrukturierungsrückstellung in Rückstellungen für Mitarbeiter umgegliedert. Darüber hinaus sind zu Restrukturierungszwecken vorgesehene Rückstellungen für leerstehende Büroräume in sonstige Rückstellungen umgegliedert worden, nachdem die Büros vollständig geräumt waren.

Restrukturierungsplan der Allianz Deutschland AG

Im Geschäftsjahr 2006 hat die Allianz Deutschland AG einen Restrukturierungsplan für die Neuordnung ihres Versicherungsgeschäfts bekanntgegeben. Mit Ausnahme von zwei Versicherungsstandorten endete der Restrukturierungsplan zum 31. Dezember 2009. An den verbleibenden zwei Standorten werden die Restrukturierungsmaßnahmen bis zum 31. Dezember 2012 abgeschlossen sein. Dies schließt noch einen Personalabbau von rund 50 Mitarbeitern ein. Weitere Aufwendungen dieses Restrukturierungsplans beziehen sich im Wesentlichen auf laufende Zahlungen für belastende Verträge bis zu deren Ablauf.

Zum 31. Dezember 2011 bestand bei der Allianz Deutschland AG eine Restrukturierungsrückstellung für diesen Plan in Höhe von 44 (2010: 48) Mio €. Im Geschäftsjahr 2011 fielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2 (2010: 15) Mio € an.

Restrukturierungsplan der Fireman’s Fund Insurance Company (Fireman’s Fund)

Im Geschäftsjahr 2011 hat der Fireman’s Fund, ein US-amerikanischer Schaden- und Unfallversicherer, einen Restrukturierungsplan begonnen, dessen Abschluss für Anfang 2013 erwartet wird. Vorrangiges Ziel ist es, rückläufigen Prämieneinnahmen und der hohen Kostenquote durch Anpassung der Mitarbeiteranzahl an das verringerte Geschäftsvolumen zu begegnen. Dies schließt Änderungen ein, die es dem Unternehmen ermöglichen, den Kunden stärker in den Mittelpunkt zu rücken, um im Wettbewerb weiterhin bestehen zu können.

Die erste Phase des Restrukturierungsprogramms wurde im zweiten Quartal 2011 begonnen und umfasste freiwillige Vorruhestandsregelungen, Entlassungen und die Schließung von neun Standorten, wodurch sich ein Rückgang der Mitarbeiterzahl um 7 % und eine Beschränkung des Geschäftsbereichs auf bestimmte Produkte, Bundesstaaten und Makler ergab. Die zweite Phase der Restrukturierungsmaßnahmen wurde zum Geschäftsjahresende 2011 gestartet. Neben der Einführung einer kundenorientierten Organisation, die eine effizientere Entscheidungsfindung vor Ort (anstatt in der Zentrale) ermöglicht, beinhaltet sie die Entscheidung, ein IT-System zur Bestandsverwaltung aufzugeben, um Kosten zu senken. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2011 hat der Fireman’s Fund begonnen, ungenutzten Büroraum in der Zentrale in Novato, Kalifornien, zusammenzulegen, was zum Ansatz einer Rückstellung für leerstehende Büroräume für einen langfristigen, bis 2018 laufenden Mietvertrag führte.

Im Geschäftsjahr 2011 fielen beim Fireman’s Fund Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 90 Mio € an. Zum 31. Dezember 2011 erfasste der Fireman’s Fund Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 63 Mio €.

Restrukturierungsplan der manroland AG

Die Umsetzung der im Jahr 2009 initiierten und 2010 erweiterten Umstrukturierungsmaßnahmen wurde weiter vorangetrieben. Dies betraf sämtliche Unternehmensteile sowie mehrere Standorte. Bis zum Zeitpunkt, zu dem die manroland AG Insolvenzantrag gestellt hat, wurden 27 Mio € der zum 31. Dezember 2010 vorhandenen Restrukturierungsrückstellung verbraucht. Aufgrund des insolvenzbedingten Kontrollverlustes wurde der verbleibende Teil der Restrukturierungsrückstellung in Höhe von 63 Mio € im vierten Quartal 2011 entkonsolidiert.

Restrukturierungspläne der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV AG)

Im Geschäftsjahr 2009 hat die ABV AG Restrukturierungspläne für die Neuordnung der Vertriebsorganisation in Deutschland bekanntgegeben, die 2012 abgeschlossen werden soll. Ziel der Neuordnung ist die Steigerung der Qualität, Effizienz und Prozesssicherheit des Vertriebsinnendienstes und des Spezialvertriebs. Im Rahmen der Restrukturierung wurden die Reorganisation der Hauptverwaltung und der dezentralen Stäbe des Vertriebsinnendienstes sowie die Neuordnung und Zentralisierung der Personal- und Vertragssachbearbeitung durchgeführt. Der Spezialvertrieb wurde zur besseren Unterstützung der Agenturen neu aufgestellt. Der im Rahmen der Umstrukturierung erforderliche Personalabbau soll vorrangig im Wege einvernehmlicher Lösungen verlaufen. Vom ursprünglichen Abbauziel von 225 Stellen besteht zum 31. Dezember 2011 noch ein Abbaubedarf von 14 Positionen.

Zum 31. Dezember 2011 bestand bei der ABV AG eine Restrukturierungsrückstellung für den 2009 bekanntgegebenen Plan in Höhe von 6 (2010: 11) Mio €. Im Geschäftsjahr 2011 fielen keine (2010: – 5 Mio €) Restrukturierungsaufwendungen an.

Im Geschäftsjahr 2010 hat die ABV AG einen Restrukturierungsplan für die Neuordnung des Vertriebs über die nebenberuflichen Versicherungsvertreter bekanntgegeben, der bis Ende 2014 abgeschlossen sein soll. Ziele der Neuausrichtung bei der ABV AG sind die Optimierung und Effizienzsteigerung der Betreuungsstruktur für die nebenberuflichen Vertreter sowie die Steigerung der Attraktivität dieses Vertriebsweges. Der im Rahmen der Umstrukturierung erforderliche Personalabbau soll vorrangig im Wege einvernehmlicher Aufhebungsverträge erfolgen. Vom ursprünglichen Abbauziel von 454 Bezirksleiterstellen besteht zum 31. Dezember 2011 noch ein Abbaubedarf von 240 Positionen.

Zum 31. Dezember 2011 bestand bei der ABV AG eine Restrukturierungsrückstellung für den 2010 bekanntgegebenen Plan in Höhe von 28 (2010: 42) Mio €. Im Geschäftsjahr 2011 fielen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 1 (2010: 42) Mio € an.

Restrukturierungspläne der Euler Hermes Gruppe

Im Geschäftsjahr 2010 startete die Euler Hermes Gruppe das Programm „Excellence“, welches über einen Zeitraum von vier Jahren umgesetzt werden soll. Dieses Programm umfasst verschiedene Maßnahmen wie Eigenkündigungen, Vorruhestand und Altersteilzeit sowie Entlassungen und die Beendigung von Mietverträgen. Vom ursprünglichen Abbauziel von ca. 570 Stellen, das bis 2013 erreicht werden soll, besteht in den von dem Restrukturierungsprogramm betroffenen Regionen noch ein Abbaubedarf von ca. 200 Stellen. Der Personalabbau betrifft im Wesentlichen Euler Hermes in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und Frankreich.

Zum 31. Dezember 2011 erfasste die Euler Hermes Gruppe Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 46 (2010: 57) Mio €. Im Geschäftsjahr 2011 fielen bei der Euler Hermes Gruppe Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 6 (2010: 73) Mio € an.

Weiterhin beschloss Euler Hermes Belgien im Geschäftsjahr 2010, sein Konsumentenkreditversicherungsgeschäft am Brüsseler Standort, welches auf lange Sicht nicht mehr rentabel ist, zu schließen. Diese Maßnahme beinhaltet den Abbau von ca. 40 Mitarbeitern, überwiegend mittels Vorruhestand. Das Programm wurde im dritten Quartal 2011 abgeschlossen, wobei die Auszahlung noch über die nächsten Jahre fortdauern wird.

Zum 31. Dezember 2011 erfasste Euler Hermes Belgien Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 8 (2010: 10) Mio €. Im Geschäftsjahr 2011 fielen bei Euler Hermes Belgien keine (2010: 10 Mio €) Restrukturierungsaufwendungen an.

Weitere Restrukturierungspläne

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Restrukturierungsrückstellungen für die weiteren Restrukturierungspläne im Geschäftsjahr 2011.

  Rück- Rückstellungsbuchungen 2011 Verbrauch Rück-
  stellungen
Stand 1.1.2011
Neue Rück-
stellungen
Zuführung zu
bestehenden
Rückstellungen
Auflösung von
Rück
stellungen
früherer Jahre
Verbrauch
von Rück-
stellungen durch
Zahlungen
von Rück-
stellungen durch
Umbuchungen
stellungen
Stand 31.12.2011
  Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio €
Allianz Life Insurance Japan Ltd. 16 –4 12
Allianz Belgium S.A. 16 9 –7 –11 7
AGCS 6 6
Sonstiges 135 18 5 –5 –82 –11 60
Summe 151 40 14 –5 –93 –22 85

Allianz Life Insurance Japan Ltd. (Allianz Life Japan)

Im Geschäftsjahr 2011 entschied sich Allianz Life Japan, den Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten mit Wirkung zum 1. Januar 2012 aufzugeben und das Geschäft zu restrukturieren, um sich auf das Bestandsgeschäft zu konzentrieren. Diese Entscheidung beruht im Wesentlichen auf einem schwierigen lokalen Wirtschaftsumfeld mit niedrigen Zinsen und Rückgängen bei der Kundennachfrage. Die Restrukturierung beinhaltet einen signifikanten Abbau von Mitarbeitern, um den Personalbestand an die zukünftigen Geschäftserfordernisse anzupassen.

Allianz Belgium S.A. (Allianz Belgium)

Im Geschäftsjahr 2009 wurde durch den Vorstand von Allianz Belgien die Umsetzung von zwei großen Initiativen des Operational Transformation Program bekanntgegeben: die Schließung des Hauptquartiers in Antwerpen und die Auslagerung der IT-Entwicklung. Das Operational Transformation Program wurde 2011 vollständig abgeschlossen.

Allianz Global Corporate&Specialty (AGCS)

Die AGCS hat sich 2011 entschlossen, als Reaktion auf die Marktsituation der letzten Jahre eine neue Strategie im Bereich der Sachversicherung umzusetzen und bedeutende Geschäftssegmente wie den öffentlichen Sektor in den USA oder die Lebensmittelbranche weltweit aufzugeben sowie das Nichtkerngeschäft zu reduzieren. Diese Umstrukturierung führt zu einer signifikanten Personaleinsparung nicht nur im Bereich Underwriting, sondern auch in globalen Verwaltungs- und Backoffice-Bereichen. Der Personalabbau betrifft im Wesentlichen die Standorte in München, Chicago und Burbank, Kalifornien. Das Restrukturierungsprogramm soll bis 2013 weitgehend abgeschlossen sein.

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